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5. Welche speziellen Coaching-Fähigkeiten sind gefragt? (S. 87-88)
Die Kompetenz der Führungskräfte
Produkte und Leistungen im internationalen Wettbewerb werden immer vergleichbarer. Der begleitende Service, d. h. schnell und kundengerecht zu handeln, gewinnt damit zunehmend an Bedeutung. Die Kompetenz der Führungskräfte wird so das wichtigste Qualitätsmerkmal in dem Sektor, der als einziger vom Unternehmen noch selbst zu steuern ist und damit auch zum Allein-Stellungsmerkmal im Markt führt. Die Ausprägung der Kompetenz der Führungskräfte ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens überhaupt. Eine hohe Management- Kompetenz bedeutet zwangsläufig auch eine hohe Innovationsfähigkeit des Unternehmens.
Wie kommt es nun, dass im internationalen Vergleich des IMD* in Lausanne Deutschland auf Rang 14 steht, weit hinter Ländern wie Finnland, Niederlande und Norwegen? Im internationalen Vergleich fielen deutsche Führungskräfte von Rang 10 im Jahr 1992, über Rang 20 im Jahr 1996, auf mittlerweile Rang 25 zurück. Vor ihnen liegen Nationen wie Dänemark, Niederlande, Chile und Neuseeland. Auch Großbritannien, Österreich und die Schweiz zeigten bessere Kompetenzausprägungen. Dieses Zurückfallen setzt sich seit 1997 bis heute permanent fort. Das neue Denken fließt in den USA z. B. viel stärker in praktizierte Führungssysteme pragmatisch ein, als dies bei uns in Deutschland der Fall ist.**
Während in den USA "Improving business performance through people" im Management ein gängiges Wort ist und Führungskräfte sich mit den Total Rewards - Verknüpfung des Unternehmens mit der Human Recources Strategie - auseinandersetzen, hat mich erst vor kurzem ein namhafter Professor und Unternehmensberater hier in Deutschland gefragt, was darunter eigentlich zu verstehen sei. Ergebnisverbesserungen lassen sich aber nun einmal nicht allein über Zahlen definieren, sondern auch über die "soft facts", über den unteren Teil des Eisbergs. Die klassischen Führungstrainings sind von diesen ganzheitlichen wertschöpfenden Ansätzen noch weit entfernt.
In diversen Studien wurde herausgearbeitet, dass deutschen Managern mangelnde Kompetenz in starren Führungsstrukturen, aber auch eine zu starke operative Ausrichtung eigen ist. Um die Stabilität eines Unternehmens zu sichern, muss deshalb Managementkompetenz künftig neu definiert werden. Sie zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, den Anforderungen des Marktes schnell und flexibel zu entsprechen, den individuellen Wertschöpfungsbeitrag im Unternehmensprozess zu intensivieren und Innovationen strukturell und kollektiv zu mobilisieren. Wenn man die Ausprägung der Führungskompetenz an direkten und indirekten wirtschaftlichen Folgen für das Unternehmen festmacht, so sind wesentliche Defizitfaktoren: Wirkungsgrade der Delegation, Erfolgs- und Qualitätskontrolle sowie eine zu starke operative Orientierung der Führungskräfte, anstelle einer strategischen, wertschöpfenden Ausrichtung ihres Denken und Handelns. Führungskräfte wirken durch ihr Verhalten und ihren Führungsstil auf die Innovations- und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter.
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