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4.1 Warum Konfliktvermeidung? (S. 141-142)
Ein konfliktfreier Zustand in einem Betrieb oder einer anderen Organisation ist - wie bereits beschrieben - nicht möglich und im Sinne der in diesem Buch verwendeten Definition des Konflikts auch nicht wünschenswert. Die Nachteile einer solchen Situation sind offensichtlich: Die Organisation erstarrt, ihre Kreativität und Anpassungsfähigkeit sind gering, die Zufriedenheit vieler Mitarbeiter ist niedrig.
Aus dieser negativen Bewertung eines konfliktfreien Zustandes folgt jedoch nicht, dass jeder auftretende Konflikt positiv zu betrachten ist. Es ist vielmehr zu sehen, dass unter einem qualitativen Aspekt Konflikte einen destruktiven Verlauf nehmen können und dass unter einem quantitativen Aspekt eine hohe Konfliktrate zur Handlungsunfähigkeit einer Organisation führen kann.
Damit stellt sich die Frage: Wie können schädliche Konflikte oder eine zu große Konflikthäufigkeit verhindert werden? Dies könnte zunächst durch Konfliktsteuerung geschehen. Man würde in diesem Fall versuchen, ausgebrochene Konflikte möglichst schnell einer Lösung zuzuführen. Wie die Erfahrung jedoch zeigt, ist es in vielen Fällen äußerst schwierig und zeitaufwendig, wenn nicht unmöglich, Konflikte beizulegen. Es ist deswegen sinnvoll, nach Möglichkeiten zu suchen, wie die Betriebssituation so gestaltet werden kann, dass bestimmte Konflikte nicht oder seltener auftreten.
Eine systematische Konfliktvermeidung muss von den verschiedenen Konfliktursachen ausgehen und versuchen, diese Bedingungen einzugrenzen oder ihre Wirksamkeit zu mindern. Dementsprechend soll im folgenden Abschnitt erörtert werden, was unternommen werden kann, um die geschilderten Konfliktursachen abzuschwächen oder zu beseitigen.
4.2 Gegenseitige Abhängigkeit
Der einfachste Weg der Konfliktvermeidung wäre, wenn es gelänge, die Notwendigkeit koordinierten Handelns aufzuheben. Die Kontrahenten wären nicht mehr aufeinander angewiesen und müssten nicht mehr die Handlungspläne des anderen berücksichtigen.
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