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3.1. Wirkungen der Meditation (S. 155-156)
Für Sie
Zunächst wollen wir auf die Wirkungen der Meditation eingehen. Ein Mensch, der meditiert, verändert sich dadurch. Damit Sie nicht überrascht sind, was mit Ihnen geschieht, und damit Sie wissen, wo Sie Ihre Meditationen unterstützen können, schrieben wir die folgenden Kapitel.
3.1.1. Konzentrationsfähigkeit
Lernen
Als Allererstes und Wichtigstes verändert sich Ihre Konzentrationsfähigkeit. Sie lernen schneller und besser, Sie können Gesprächen, Vorträgen, Diskussionen länger und intensiver folgen. Sie werden den Drang verspüren, immer mehr zu lernen! Unterstützen Sie dies. Füttern Sie Ihren Geist mit allem, was Sie bekommen können. Wenn Sie früher die Angewohnheit hatten, des Abends müde vor dem Fernseher zu sitzen, dann lesen Sie jetzt ein Buch über Wissenschaftstheorie.
Der Meditierer ist viel aufmerksamer als der nicht Meditierer!
Behinderung
Es ist übrigens wirklich wichtig, zusätzlich die Denkfähigkeit zu trainieren. Unterlassen Sie dieses, werden Sie in der Meditation eines Tages nicht mehr vorwärtskommen. Es treten sehr viel ungewohnte Phänomene auf, und die müssen Sie verarbeiten können1. Dafür brauchen Sie die Fähigkeit, rationale Modelle zu konstruieren. Im Anhang befindet sich ein Literaturverzeichnis, das Ihnen zu diesem Zweck behilflich sein soll.
Aber noch einmal auf die steigende Konzentrationsfähigkeit zurückkommend wollen wir eine kleine Geschichte erzählen: In unserer Tätigkeit in der Erwachsenenbildung wurden wir eines Tages zu einem Seminar eingeladen. Bis zu diesem Tage fehlte uns ein Vergleich mit anderen, ob wir wirklich besser und schneller lernen können als früher. Das Ergebnis war frappierend! Ohne eine Spur von Müdigkeit, aufgeweckt und aufgeschlossen folgten wir dem Seminar noch, während alle anderen Teilnehmer bereits verzweifelt wegen Überforderung mit Müdigkeit, Hunger oder Missmut reagierten. Während die anderen dann in den Pausen versuchten, die aufgetretenen Bedürfnisse zu befriedigen, analysierten wir das Gelernte, bildeten neue Modelle und redeten noch Stunden weiter.
Zunächst fiel uns der Unterschied zu den anderen nur am Rande auf. Später aber sprachen wir noch einmal darüber und erinnerten uns an frühere Situationen, bevor wir mit der Meditation begonnen hatten. Und tatsächlich: Früher hatten wir uns von den anderen nicht unterschieden.
1Einige Menschen tendieren dann z.B. dazu, sich auf astrale Modelle, Gottglauben, Reinkarnationsmystifizismus u.a. zu verstei fen. Was hilft, ist die Fähigkeit, unterschiedliche Erklärungs- und Lebensmodelle parallel stehen zu lassen, kritisch und selbstkritisch zu bleiben. Unterlassen Sie dies, wird sich ganz unmerklich bei Ihnen irgendwann eine Sicherheit einschleichen. Solche Sicherheit wäre z.B. die Erfahrung, dass Sie auf jeden Fall unsterblich sind, was bei intensiver Ekstase leicht passieren kann. Aber: Wo ist der Beweis? In Ihrer Überzeugung? Für andere wahrnehmbar und einsehbar? Also, lieber auf dem Boden der Tatsachen bleiben, weitermeditieren und noch mehr erleben.
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