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Grundelemente der Volkswirtschaftslehre

Grundelemente der Volkswirtschaftslehre

von: Dietrich Scheiffele

Herbert Utz Verlag , 2006

ISBN: 9783831605484, 292 Seiten

2. Auflage

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 19,99 EUR

Ersparnis: 2,81 EUR

  • Grundlagen des Rechnungswesens und der Finanzierung
    Aktuelle Volkswirtschaftslehre Ausgabe 2006/2007
    Erfolgsfaktor Unternehmenssteuerung
    Eventmanagement
    Trainingsbuch IFRS - Von der Umstellung auf IFRS bis zur fertigen Bilanz
    Projektmanagement
    75 Klausuren aus dem BGB
    Handelsblatt Band 10: Die besten Management-Tools: Finanzen und Wachstum
 

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Grundelemente der Volkswirtschaftslehre


 

16. Das internationale Währungssystem von Bretton Woods (S. 212-213)

Vor dem Ersten Weltkrieg hatten die europäischen Industrienationen, die über ihre Kolonien weitgehend die Welt politisch und wirtschaftlich beherrschten, in der Regel Gold- oder Goldkernwährungen, die über den „Goldautomatismus" weitgehend stabile Wechselkurse zur Folge hatten. Ein Währungssystem in Form eines internationalen Vertrages war also nicht notwendig. Nach dem Ersten Weltkrieg, durch den die Goldwährungssysteme zusammengebrochen waren, versuchten die Industrienationen, unter dem besonderen Engagement Großbritanniens, die Goldwährungen in modifizierter

Form wiederaufleben zu lassen: es wurde versucht, den Goldkern durch einen Devisenbestand zu ergänzen, so daß nun die umlaufende Geldmenge durch Gold und Devisen gedeckt wurde. So konnte man damit rechnen, daß durch ähnliche Mechanismen wie beim reinen Goldstandard mit dem nun sogenannten Gold-Devisen- Standard ein neues festes Wechselkursgefüge entstehen werde. Diese Bemühungen wurden durch die Weltwirtschaftskrise und die dann folgenden Autarkiebestrebungen und Devisenbewirtschaftungen der Staaten zum Scheitern verurteilt. Erst nach den Lehren des Zweiten Weltkrieges und in der Erkenntnis, daß man nun die Welt durch gemeinsame Bemühungen wieder aufbauen müsse, entschloß sich die Staatengemeinschaft der Sieger 1944 auf einer Konferenz im nordamerikanischen Badeort Bretton Woods zu einem neuartigen, durch einen internationalen Vertrag fixierten Währungssystem, das etwa 30 Jahre Bestand haben sollte.

16.1. Grundpfeiler des Währungssystems

Dieses internationale Währungssystem von Bretton Woods ruhte auf fünf Grundpfeilern, diese waren:
a. Der Internationale Währungsfonds und die damit verbundene Weltbank in Washington.
b. Die Reservewährung US-Dollar (Gold-Dollar-Standard) als Leitwährung. Anfänglich galt auch das englische Pfund als zweite Leitwährung. Das Pfund verlor jedoch wegen der wirtschaftlichen Schwäche Großbritanniens sehr rasch diese Bedeutung.
c. Die Bereitschaft zur internationalen Kooperation, insbesondere zu Kredithilfen.
d. Das System fester Wechselkurse mit einer Bandbreite ±1%. e. Die Konvertibilität, d.h. die freie Austauschbarkeit jeder Währung gegen jede andere Währung der Gemeinschaft. Nach diesen Grundpfeilern soll nun auf die Arbeitsprinzipien des Währungssystems eingegangen werden:

16.2. Arbeitsprinzipien des Währungssystems

1. Die Paritäten der Währungen aller Mitgliedsländer werden auf die Leitwährung, nämlich den US-Dollar bezogen und stehen zu ihm in einem fixen Wechselkurs. Eine Schwankungsbandbreite von +/-1% um die Dollarparität ist erlaubt. Bei Überschreiten dieser Bandbreite ist die Notenbank zu einer Intervention auf dem Devisenmarkt gezwungen. Eine Wechselkursänderung bis 10% ist bei einem Ungleichgewicht erlaubt, allerdings nach einer Beratung mit dem Internationalen Währungsfonds IWF. Über 10% ist eine Auf- oder Abwertung nur erlaubt bei einem gravierenden, sog. „fundamentalen Ungleichgewicht" des Devisenmarktes bzw. der Zahlungsbilanz.

2. Ziele sind die Beseitigung von Handelsbeschränkungen und von Devisenzwangswirtschaft sowie eine Befreiung des weltweiten Zahlungsverkehrs, um den durch den Krieg darniederliegenden Welthandel wieder anzukurbeln.

3. Alle Währungen sollen frei konvertibel, d.h. gegenseitig austauschbar sein. Dies wurde erst 1958 durch die „Konvertibilitätserklärung" erreicht.

4. Die Teilnehmer verpflichten sich, bei Zahlungsbilanzschwächen gegenseitig Devisenkredite zu leisten. Diese multilateralen Kredithilfen sollten Devisenbewirtschaftungen und Spekulationsbewegungen vermeiden helfen. Diese Kredite waren allerdings abhängig von Versprechungen der Empfängerländer bezüglich ihrer Wirtschaftspolitik, um die Wurzeln der Zahlungsbilanzprobleme zu bekämpfen. Meist handelte es sich bei diesen Auflagen um eine gezielte Antiinflationspolitik, da gewöhnlich Preissteigerungen die Ursache für Zahlungsbilanzprobleme waren.