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Arbeitswelten und Geschlechterdifferenz

Arbeitswelten und Geschlechterdifferenz

von: Manuela Sauer

Herbert Utz Verlag , 2004

ISBN: 9783831604159 , 299 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 32,99 EUR

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Arbeitswelten und Geschlechterdifferenz


 

6 Politische Zukunftsvorschläge zur Arbeits- und Familienpolitik (S. 166-167)

Die Überlegungen zur Zukunft der Arbeit wurden etwa seit Mitte der 90er Jahre, weit vorangetrieben. WissenschaftlerInner unterschiedlicher Disziplinen beschäftigten sich mit diesem Thema ebenso wie PolitikerInnen der verschiedenen Parteien. Die Zahl der Veröffentlichungen dazu ist umfangreich. So umfangreich, dass es schwierig ist, den Überblick zu behalten. Doch nicht nur Einzelpersonen haben sich zahlreiche Gedanken zu diesem Thema gemacht, auch Kommissionen beschäftigten sich mit der Entwicklung von politischen Handlungsanleitungen. Die Kommission der Friedrich-Ebert-Stiftung beispielsweise wollte mit ihren Vorschlägen Ansätze für gesellschaftliche Reformen entwickeln, über „vorgezeichnete Pfade des gesellschaftlichen Reformdenkens" hinausgehen und eine gesellschaftliche Diskussion initiieren.

Gerade zur Jahrtausendwende wollten sich Regierungen, Parteien oder politisch handelnde Organisationen eine Richtung für die Politik des neuen Jahrtausends und dem dafür als brennend erkannten Thema, der Reform der Arbeitswelt, geben. Eine ähnliche Fülle von Darstellungen könnte auch für das Thema Zukunft der Familie erwartet werden, das im Interesse von Politik und Öffentlichkeit ganz nach vorne gerückt zu sein scheint. Auch hier beschäftigen sich WissenschaftlerInnen, Parteiarbeitsgruppen und Kommissionen mit der Entwicklung von politischen Handlungsstrategien. Die „Überalterung" der Gesellschaft, die zunehmende Zahl von Frauen, die aus welchen Gründen auch immer keine Kinder mehr bekommt, und die Folgen für den Arbeitsmarkt und die sozialen Sicherungssysteme haben zu einem neuen Interesse an der Familie und an der Familienpolitik geführt.

Der Zusammenhang zwischen Familienarbeit einerseits und Erwerbsarbeit andererseits, die Möglichkeit zur besseren „Vereinbarkeit" von Familie und Beruf, stellt damit die offensichtliche Verbindung zwischen den beiden Politikfeldern her. Es gibt aber auch weniger offensichtliche Verbindungen zwischen Familien- und Arbeitspolitik, die jedoch gerade für die (Nicht- )Aufhebung der hierarchisierenden Geschlechterdifferenz weitreichende Folgen haben. Als Beispiele seien hier nur die Vorschläge nach einem Erziehungsgehalt oder nach BürgerInnenarbeit erwähnt. Die Wechselwirkungen, die sich aus solchen Maßnahmen ergeben würden, die Konstruktionsprozesse, die damit aufrecht erhalten oder neu in Gang gesetzt werden, können aber noch nicht hier, sondern erst bei der Analyse geklärt werden.

6.1 Auswahlkriterien für die Zukunftskonzepte

Die Fülle der Bestandsaufnahmen und Zukunfts"rezepte" für die genannten Politikfelder erfordert eine Auswahl wichtiger, für die Fragestellung dieser Arbeit relevanter Veröffentlichungen. Als handhabbare Zahl wurden für die Untersuchung drei Konzepte ausgewählt. Die Kriterien für die Auswahl wurden folgendermaßen festgelegt: Ein Gesichtspunkt ist die politische Relevanz, d. h., dass die Handlungsempfehlungen in Gänze oder in Teilen in der Politik diskutiert werden und für den Gesetzgebungsprozess Relevanz erlangen (können). Wichtig ist es hierbei, sich nicht auf eine politische Richtung zu beschränken, sondern unterschiedliche politische Standpunkte einzubeziehen.

Ein weiterer Aspekt besteht in der wissenschaftlichen Relevanz, d. h. in der Beteiligung von einschlägigen Fachvertre-terInnen an der Bestandsaufnahme und der Ausarbeitung der Handlungsempfehlungen, so dass neben einer rein politisch-handlungszentrierten Position auch eine Rückbindung an aktuelle Forschungserkenntnisse erwartet werden darf. Anhand dieser beiden Kriterien, Einbeziehung neuerer Forschungsergebnisse und Relevanz für das politische Handeln, kann die Auswahl von Zukunftsempfehlungen begründet werden. Durch die Auswahl müssen leider auch interessante Konzepte außen vor bleiben, da die Quellenlage zu umfangreich ist, um sie in Gänze zu bearbeiten.