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Webanwendungen mit Ruby on Rails - Der Praxiseinstieg von den Grundlagen über Testing bis Erweiterung
2.4 Rails aus PHP- und Java-Entwickler Sicht (S. 30-31)
Möchte man Ruby on Rails mit PHP oder Java vergleichen, sollte man aufpassen, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Ruby on Rails ist ein Framework zur Erstellung von Webanwendungen, während PHP und Java ebenso wie Ruby Programmiersprachen sind. Das ursprünglich von Rasmus Lerdorf initiierte und von Andi Gutmans und Zeev Suraski weiterentwickelte PHP ist für die dynamische Erzeugung von Webinhalten konzipiert worden. Die Grundidee dabei ist, dass in HTML-Seiten eingebetteter PHP-Code zur Laufzeit vom Server interpretiert und der Inhalt dann an den Webbrowser des Nutzers ausgeliefert wird. Komplexere Websites in PHP können demnach ziemlich unübersichtlich werden, da die Verarbeitungslogik auf der einen Seite und die Anzeigelogik auf der anderen Seite an ein und derselben Stelle zu finden sind. Auf diesem einfachen Level lässt sich PHP eher mit Rubys Template Engine, ERB6, vergleichen. Ebenso wie PHP ermöglicht ERB die Einbettung von Ruby-Code in HTML-Seiten und die Ausführung auf dem Server. Möchte man PHP mit Ruby on Rails vergleichen, sollte man sich demnach nicht PHP selbst, sondern ein oder mehrere PHP-Frameworks ansehen. Als eines der bekannteren ist hier sicherlich das Symfony-Projekt7 zu nennen. Ebenso wie Rails ermöglicht Symfony auch die Trennung nach dem MVC-Modell und verfügt über Ajax-Support und die Möglichkeit von Scaffolding zum schnellen Start. Ein ausführlicher Vergleichstest findet sich unter http://wiki.rubyonrails.com/rails/pages/Framework+Performance.
Auf der Java-Seite steht mit dem großen J2EE-Framework eine mächtige Sammlung von Programmierinterfaces zur Verfügung, um von der einfachsten dynamischen Webseite bis zur komplexen und massiv verteilten Enterprise-Anwendung alles zu implementieren, was man sich nur vorstellen kann. Die Java Server Pages und seit 2004 auch die Java Server Faces stellen dabei standardisierte Schnittstellen für die Implementierung von Webanwendungen zur Verfügung. Neben den von Sun und einigen anderen Firmen propagierten Standards in diesem Bereich hat sich eine Vielzahl kleinerer Frameworks entwickelt, die bestimmte Unzulänglichkeiten8 umschiffen oder versuchen, einfacher nutzbar zu machen. So erfreut sich zum Beispiel das Struts-Framework, das von Craig McClanahan entwickelt wurde und seit 2005 Apache- Top-Level-Projekt ist, einer großen Fangemeinde unter den Java-Webentwicklern. In jüngster Zeit versucht das Spring-Framwork9, ein besseres J2EE zu sein, und ermöglicht mit dem Spring MVC und Spring Web Flow die Entwicklung von Webapplikationen. Trotz mächtiger integrierter Entwicklungsumgebungen wie Eclipse kann das Aufsetzen eines Projekts vom Anlegen bis zum ersten Deployment in Java recht lange dauern. Dazu kommt, dass die meisten Webframeworks über XML-Dateien konfiguriert werden, was ein ständiges »Umschalten« zwischen Javaund XML-Notation vom Entwickler verlangt.
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