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PRINCE 2

PRINCE 2

von: Peter T. Köhler

Springer-Verlag, 2006

ISBN: 9783540317043, 281 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 8,99 EUR

Ersparnis: 0,96 EUR

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PRINCE 2


 

3 Die verschiedenen Sichtweisen auf ein neues DV-Verfahren (S. 37-39)

Heutige Geschäftsprozesse basieren mehr und mehr auf DV-Verfahren. So stellt sich also zu einem Zeitpunkt, wenn modernisiert werden soll, die Frage, wie die alten Geschäftsprozesse am besten auf DV-gestützte Geschäftsverfahren umgestellt werden können. Damit verbunden ist die Frage, wie dies am besten umgesetzt werden soll. In Zeiten der Globalisierung wird Geschäftsfähigkeit 24 Stunden pro Tag verlangt, um Geschäftspartner rund um den Globus miteinander zu verbinden, zu kommunizieren, Verträge abzuschließen bzw. Waren abzusetzen. Dadurch werden andere Anforderungen an ein DVVerfahren gestellt als früher einmal. Globalisierung bedeutet, sich messen zu müssen mit irgendeiner anderen Firma auf der Welt.

Dies stellt fast unerfüllbare Anforderungen an Effizienz, besonders wenn die Firma in Hochlohnstaaten ansässig ist. Also wird versucht, einen Wettbewerbsvorteil durch ein möglichst optimales Geschäftsverfahren und das zugrunde liegende DV-Verfahren zu erhalten. Die 38 heutigen Anwender der DV-Verfahren wollen die Geschäftsprozesse und die zugrunde liegenden DV-Verfahren aktiv mitgestalten, wenn diese innerhalb der Firmenorganisation neu implementiert werden sollen.

Sie wollen die Art und Weise, wie diese DV-Verfahren genutzt werden, beeinflussen, da sie erkannt haben, dass der effektive Gebrauch der IT-Technologie, gekoppelt mit der Veränderung, wie sie diese DV-Verfahren nutzen, über ihren persönlichen und organisatorischen Erfolg bestimmend sein wird. ITIL zeigt uns, dass es sehr wohl verschiedene Sichtweisen gibt, um ein DV-Verfahren zu betrachten, wobei dies stets aus der Warte eines optimalen IT-Services geschieht, also aus dem Wunsch heraus, ein möglichst optimales Design für ein DV-Verfahren zu erreichen, das alle verschiedenen Sichtweisen einer Firma mit berücksichtigt. Ein Ansatz zur Entwicklung eines DV-Verfahrens, das die größte interne Akzeptanz und die höchste Wahrscheinlichkeit hat, die externen Geschäftsziele zu erreichen, ist der so genannte Ansatz über die fünf Architekturblickrichtungen beim Design des neuen DV-Verfahrens.

Jede dieser Architekturblickrichtungen sieht die geschäftliche Perspektive oder den Erfolg eines DV-Systems aus unterschiedlicher Richtung. Heutzutage ist ein Paradigmenwechsel festzustellen: weg von der Einzelbetrachtung hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung eines DV-Verfahrens. Dies ist notwendig, weil die Komplexität, Abhängigkeit und Kritikalität der DV-Verfahren und der zugrunde liegenden Geschäftsprozesse zugenommen hat. Geschäftsfeldsicht (Business View): Die Geschäftsfeldsicht modelliert die zukünftige Struktur einer Firma in Form logischer Serviceeinheiten, die mit DV-Verfahren arbeiten, welche die veränderten oder reengineerten Geschäftsprozesse einer Firma repräsentieren.

Ein methodischer Ansatz, um den immer neuen Anforderungen der heutigen Geschäftswelt gerecht zu werden, liegt in dem Prinzip, dass Geschäftsprozesse erst reengineert werden sollen, bevor Arbeitsprozesse und deren zugeordnete IT-Applikationen neu entwickelt werden. Das Geschäftsmodell einer Firma ist ein Netz von Servicefunktionen, welche die verschiedenen Bedürfnisse und Anforderungen von Kunden und Mitarbeitern miteinander verknüpfen. Geschäftsprozesssicht (Work View): Die Arbeitsarchitektur oder Geschäftsprozesssicht ist die zweite Sichtweise auf die IT-Architektur eines neuen DV-Verfahrens. Nachdem durch die Geschäftsfeldsicht (Business View) die Servicefunktionen überarbeitet wurden, werden diese modelliert mit Arbeitsaktivitäten, zugeordneten Personen, Arbeitsplätzen und zugeordneten Hilfsmitteln, welche auch die benötigten Informationen, die der Arbeit zugrunde liegen, umschließen. Das Ziel der Modellierung einer IT-Architektur durch die Arbeitsarchitektur (Work View) ist es, den effizientesten Weg zu finden, diese geschäftsbedingten Aktivitäten mit der notwendigen IT-Technologie zu unterstützen. Daraus entwickelt sich ein neuer, angepasster Geschäftsprozess dieser Firma.