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Zielzeit (Band Nummer: 2400)

Zielzeit (Band Nummer: 2400)

von: Robert Feldhoff

Pabel-Moewig Verlag, 2007

ISBN: perh2400ebook, 93 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 2,60 EUR

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Zielzeit (Band Nummer: 2400)


 

Zielzeit (S. 26)

Eine Lawine von Fragen prasselte auf Rhodan ein. Doch er schwieg, solange die Aufregung sich nicht legte.

An ihrer Mission hing das Schicksal der Menschheit, der Lokalen Gruppe und von allem anderen. Das klang zwar nach maßloser Selbstüberschätzung, entsprach aber der Wahrheit. Er blickte lange auf den Konferenzsaal: Die Einzigen, die Haltung wahrten, waren Malcolm S. Daellian, der Algorrian Curcar yen Varantir und Icho Tolot, der Haluter. Rhodan breitete die Arme aus. »Herrschaften, Herrschaften!«

Schweigen kehrte ein.

»Ich verstehe die Aufregung. Wir haben hier eine funktionstüchtige Zeitmaschine, und jeder von uns weiß aus dem Stand drei Dutzend Möglichkeiten, was man damit als Erstes anfängt.

Doch ich muss euch alle enttäuschen. Ziel der JULES VERNE ist nicht, die Vergangenheit zu verändern. Oder etwa die Negasphären-Entwicklung in Hangay ungeschehen zu machen. Und wieso nicht? Warum haben die Algorrian nicht schon früher Kontextwandler gebaut?

Weil sie sagen, dass jegliche Manipulation der Zeit von unberechenbarer Gefährlichkeit ist. Wir würden keineswegs die Gegenwart verändern – sondern wir würden nur zu einem Bestandteil einer Parallel zeit, im Grunde eines parallelen Universums. Eine Rückkehr in unsere angestammte Welt wäre nicht mehr möglich.

Umso höher wiegt die Bereitschaft der Algorrian, doch noch einen K-Wandler herzustellen. Ohne diese Bereitschaft zum Risiko wären wir heute nicht hier.«

Rhodan nickte Varantir zu.

»Der Kontextwandler ist für ›weite‹ Zeitreisen optimiert. Darin liegt die besondere Eigenschaft des Wandlers. Diese Reise kann auch als interuniversaler Sprung betrachtet werden – sagt unser Freund Varantir. Mit wachsender temporaler Distanz dürfte eine Art von Strangeness-Unterschied zu unserer Ursprungszeit zu beobachten sein, die dann zunimmt. Je größer der Abgrund der Zeit, desto wahrscheinlicher wird so etwas wie ein Strangeness-Schock, und ich erinnere daran, es geht um zwanzig Millionen Jahre!

Der K-Wandler ist so ausgelegt, dass im Normalfall eine negative Wirkung für Besatzung und Schiff absorbiert wird. Für die Techniker: Alle weiteren Details lassen sich aus einer Datenbank abrufen, die gegen Abend von unserem Bordrechner NEMO freigeschaltet wird. Was ich hier laienhaft formuliere, steht dort ausgeschrieben. Wer sich die Zeit nehmen möchte ...?

Aber ganz gleich, welche Vergangenheit wir ansteuern und was wir dort unternehmen: Wir bedenken jede Handlung in der Vergangenheit am besten zweimal, bevor wir etwas tun. Operation Tempus ist kein Kampfauftrag, sondern eine reine Spähmission. Operation Tempus wird sich aus allem heraushalten – und nichts, aber auch gar nichts tun als beobachten. «

Mit einem Mal setzte Curcaryen Varantir sich in Bewegung. Der Algorrian umrundete den Tisch, nahm einen Teller – und ließ sich von Rhodan ein Stück Apfelkuchen geben. Varantir schnüffelte mit geblähten Nasenflügeln.

Mit der Gabel, die für seine Gliedmaßen kaum zu fassen war, führte er einen winzigen Brocken zum Mund. Im selben Moment keuchte er und spie angeekelt den Kuchen aus; er stopfte wortlos den Teller samt Gebäck in den Recyclingschacht, dann kehrte er an seinen Platz zurück und hustete demonstrativ.

»Eine andere Sorte, Varantir?«, fragte Rhodan neutral.

»Erstick an dem Gift, Terraner! Und deine Ausführungen über temporale Phänomene ... sind erbärmlich. Lückenhaft und falsch. Wer nicht versteht, sollte nicht reden.« Rhodan lächelte freundlich, während alle anderen auf den Algorrian starrten. »Würdest du mich korrigieren? Ich garantiere für eine interessierte Zuhörerschaft.« »Ich zweifl e nicht eure Ohren an. Sondern euren Verstand.«

Sekundenlang herrschte absolute Stille, unterbrochen nur vom Schnaufen des Algorrian.