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Maximilian zeichnet (S. 367)
Der hohe Dom zu Köln!
Die deutsche Herrlichkeit
Ging unter mit der Zeit,
Wer dacht’, in solchem Grau’n,
Daran, ihn auszubaun,
Den hohen Dom zu Köln!
Der Dom zu Köln, Rückert
1808, im Dom zu Köln: Es war eine mühselige Arbeit, die er übernommen hatte. Maximilian Fuchs stand im Chor des Domes und trug die Maße einer Säule in die Skizze ein, die ihm als Grundlage für die maßstabgerechte Zeichnung dienen würde. Sulpiz Boisserée, dieser junge, reiche Kunstfreund, hatte ihn mit der Aufgabe betraut, Pläne der bestehenden Teile der Kathedrale zu zeichnen, ja, er hatte sich sogar selbst daran beteiligt, doch seine labile Gesundheit machte ihm wieder zu schaffen, darum arbeitete Fuchs alleine an dem Werk, das ihm wahrhaft ehrgeizig erschien. Er fragte sich, was den gerade erst sechsundzwanzigjährigen Mann aus der reichen Kaufmannsfamilie de Tongre antrieb. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, Schnitte und Aufrisse des Doms in einem Buch zu veröffentlichen, um damit für die Unterstützung der Fertigstellung des monumentalen Bauwerks zu werben. Mochte der Kuckuck wissen, bei wem.
Andererseits – es gab keine mittelalterlichen Bauhütten zeichnungen mehr. Die Pläne der alten Meister waren verschollen, und damit ein Architekt auch nur den ersten neuen Bogen einzeichnen konnte, musste eine Bestandsaufnahme des halbfertigen Gebäudes gemacht werden. Fachmännisch, nicht wie der alte Crombach-Stich, der nur das Prinzip des Gebäudes zeigt. Es handelte sich eben nicht um ein schlichtes Haus, das jeder Maurer hochziehen konnte, sondern um ein Kunstwerk der Stein metz- arbeit. Jede Säule hatte ein bestimmtes Profil, jeder Pfeiler seine besondere Rundung. Als besonders diffizil würde sich das Erstellen der Gewölbe erweisen. Je länger Maximilian Fuchs an den Aufmaßen zeichnete, desto größer wurde seine Achtung vor den Männern, die Jahrhunderte vor ihm derart präzise das gewaltige Gebäude geplant hatten. Und vor den Fachleuten, die diese Planung umgesetzt hatten.
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