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Orthodoxe Kirche und Ökumenische Bewegung: Dokumente - Erklärungen – Berichte 1900 – 2006

Orthodoxe Kirche und Ökumenische Bewegung: Dokumente - Erklärungen – Berichte 1900 – 2006

von: Athanasios Basdekis (Hg.)

Verlag Otto Lembeck, 2006

ISBN: 9783874765060, 922 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 40,80 EUR

Ersparnis: 7,20 EUR

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Orthodoxe Kirche und Ökumenische Bewegung: Dokumente - Erklärungen – Berichte 1900 – 2006


 

5. Erklärung der orthodoxen Delegation auf der Zweiten Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung, Edinburgh 1937 (S. 27-28)

Im Namen der hier anwesenden orthodoxen Vertreter habe ich die Ehre, folgende Erklärung abzugeben:

1. Die orthodoxen Vertreter, durch ihre jeweiligen autokephalen Kirchen ernannt, um an der Zweiten Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung teilzunehmen, möchten zuvörderst ihrer Genugtuung und Freude darüber Ausdruck geben, jetzt mit Euch, ihren Brüdern, die andere Kirchen Christi vertreten, zur Konferenz zusammenzukommen. Die orthodoxen Abgeordneten sind hier in verhältnismäßig geringer Zahl zugegen. Dies ist nicht allein der geographischen Entfernung zuzuschreiben, sondern auch der Notlage, in der sich einige der Orthodoxen Kirchen – unter ihnen in erster Linie die Russische Märtyrerkirche – befinden. Trotzdem haben die Orthodoxen nicht allein lebhafte Tätigkeit bei den Diskussionen der Vollversammlung und Sektionen gezeigt, sondern sich auch aktiv an der Vorbereitungsarbeit für diese Konferenz beteiligt.

Wir möchten in Dankbarkeit anerkennen, dass wir jede gewünschte Gelegenheit hatten, um unseren religiösen Überzeugungen in Erklärungen und Diskussionen Ausdruck zu geben. Wir bitten jedoch um Verzeihung, wenn wir in aller Offenheit sagen, dass zuweilen, ja sehr oft, die Form, in der die endgültigen Feststellungen der Berichte zustande kamen, unserer Art nicht gemäß war. Verallgemeinerung und der Gebrauch einer einigermaßen abstrakten Sprache sagen dem orthodoxen Gemüt nicht zu.

Wir halten bestimmt dafür, dass in religiösen Diskussionen der Wahrheit besser gedient ist, wenn die Unterscheidungsmerkmale klar herausgestellt werden. Wird eine Übereinstimmung auf solcher Grundlage erreicht, so ist ihr Wert sehr groß.

2. Ein sorgfältiges Studium der Berichte, die der Konferenz jetzt vorliegen, wird zeigen, dass sie viele grundsätzliche Übereinstimmungen aussprechen, die zwischen uns und unseren christlichen Brüdern in vielen bedeutenden Punkten bestehen. Andererseits enthalten sie eine lange Reihe von Aussagen, in denen bedeutsame Unterschiede von solchem Gewicht bestehen, dass wir es für nötig hielten, die orthodoxe Stellung dazu in einer Reihe kurzer Anmerkungen zu formulieren. Ich gehe jetzt dazu über, Ihnen unsere Bemerkungen zu den vier Berichten vorzutragen und auf die hervorstechendsten Abweichungen vom orthodoxen Standpunkt näher einzutreten.

In Bericht I, über die Gnade Jesu Christi, ist eine grundlegende Übereinstimmung über den Sinn der Gnade und ihre Vorrangstellung im Werk unserer Erlösung erzielt worden.

Während wir mit diesem Bericht im Ganzen übereinstimmen, möchten wir Eure Aufmerksamkeit auf den Begriff „cooperation" (synergia) hinlenken. Durch diesen Begriff pflegt die Theologie der Väter die aktive Teilnahme des menschlichen Willens an dem Vorgang der Heiligung des Menschen auszudrücken. Es ist unser Wunsch, dass sich der Bericht mit diesem Begriff befasst hätte.

Bericht II gibt eine befriedigende Übereinstimmung über den Offenbarungscharakter der Heiligen Schrift, aber hinsichtlich der Bedeutung der Tradition ist die Orthodoxe Lehre gemäß dem, wofür die Orthodoxen in Lausanne und anderswo eingetreten sind, formuliert worden.