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eHealth: Innovations- und Wachstumsmotor für Europa - Potenziale in einem vernetzten Gesundheitsmarkt

eHealth: Innovations- und Wachstumsmotor für Europa - Potenziale in einem vernetzten Gesundheitsmarkt

von: Günter Braun, Jörg Eberspächer, Arnold Picot (Hrsg.)

Springer-Verlag, 2006

ISBN: 9783540293514, 354 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 79,99 EUR

Ersparnis: 4,96 EUR

  • Prävention und Gesundheitsförderung – Neue Aufgaben für die Pflege
    Soft Skills - Das Kienbaum Trainingsprogramm
    Konfuzius im Management - Werte und Weisheit im 21. Jahrhundert
    Gesundheit durch Bedürfnisbefriedigung
    Die 15 Ausdrucksformen des Taiji-Qigong
    Empowerment statt Krankenversorgung
    Gesundheitsförderung - eine neue Zeitforderung : Interdisziplinäre Grundlagen und Beitrag der Komplementärmedizin
    Die Erfolgsmacher II: Von den Besten profitieren
  • Nahrungsmittelallergie
    Projektmanagement mit Excel
    Psychologie des Gesundheitsverhaltens
    Vernetzte Medizin - Patienten-Empowerment und Netzinfrastrukturen in der Medizin des 21. Jahrhunderts
    Management des Melanoms

     

     

     

     

 

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eHealth: Innovations- und Wachstumsmotor für Europa - Potenziale in einem vernetzten Gesundheitsmarkt


 

2 Optimierung der Gesundheitsversorgung als soziale Aufgabe (S. 3-4)

Jürgen-W. Heike
Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen

eHealth, oder auch „Telematik im Gesundheitswesen", ist ein vergleichsweise neues Tätigkeitsfeld im Gesundheitswesen mit komplexen und zukunftsweisenden Themen. Es umfasst nicht nur die Informatik im Gesundheitswesen, sondern auch die damit verbundenen Veränderungen in der medizinischen Versorgung sowie die Chancen und den Nutzen für Patienten, Wissenschaft und Wirtschaft. Der demografische Wandel in der Gesellschaft, die Globalisierung der Wirtschaft, der Fortschritt in Medizin und Technik stellen zu Beginn des 21. Jahrhunderts unsere Systeme der sozialen Sicherheit und eine für alle Bürgerinnen und Bürger angemessene und gerechte Gesundheitsversorgung vor enorme Herausforderungen, die nur im Zusammenwirken mit allen Kräften aus Wissenschaft, Wirtschaft und der Sozial- und Gesundheitspolitik bewältigt werden können.

Der dafür erforderliche Reformprozess im Gesundheitswesen kann durch den Einsatz der elektronischen Informations- und Kommunikationstechnik unterstützt und die Gesundheitsversorgung optimiert werden. Für die Anwendung der Telekommunikation in der Medizin haben sich die Begriffe „Telematik im Gesundheitswesen", „eHealth" und „Telemedizin" eingebürgert. Diese Anwendungen umfassen jeglichen Einsatz von EDV, sowie die Informationsund Kommunikationstechnologie und die Vernetzung im Gesundheitswesen.

Die Telemedizin ist ein wichtiges Instrument zur Qualitätssteigerung in der Gesundheitsversorgung, um Patienten über weitere Entfernungen untersuchen und therapieren zu können sowie Informationen und Zweitmeinungen von Experten „online" einzuholen. Der Freistaat Bayern hat früher als in jedem anderen Bundesland die Bedeutung der Telemedizin für eine bessere Gesundheitsversorgung sowie für den Wirtschaftsstandort Bayern erkannt. Bereits vor 10 Jahren begann der Freistaat, gezielt telemedizinische Projekte zu fördern. Inzwischen wurden 26 Vorhaben mit mehr als 8 Mio. € allein vom Bayerischen Sozialministerium unterstützt.

Die Projekte befassen sich dabei mit den unterschiedlichsten Aspekten der Gesundheitstelematik. Gefördert wurden Projekte wie Telekonsultationen, teilweise in Kombination mit Fernuntersuchung, Teleradiologie und -therapie, elektronische Patientenkarte für Diabetiker, elektronischer Arztausweis, elektronische Patientenakte, Expertensysteme. Auch übergeordnete Themen wie der Datenschutz wurden behandelt. Exemplarisch für die Bandbreite der von unserem Hause untersuchten Telematikanwendungen werde ich Ihnen drei Projekte vorstellen, an denen der Nutzen der neuen Technologien für die Krankenversorgung erkennbar ist.

In Bayern erleiden jedes Jahr etwa 30.000 Personen einen Schlaganfall, etwa 80.000 leiden an den Folgen eines Schlaganfalls. Durch eine schnelle und adäquate Diagnostik und Behandlung können Folgeschäden eines Hirninfarktes reduziert oder sogar vermieden werden. Um den Einsatz der Telemedizin unter dem Blickwinkel der Volkswirtschaft und der Gesundheitsversorgung bei zunehmendem Alter unserer Bevölkerung darzustellen, wurde TEMPiS, das Telemedizinische Pilotprojekt zur integrierten Schlaganfallversorgung in der Region Süd-Ost-Bayern entwickelt.

Es wird von den Schlaganfallzentren im Städtischen Krankenhaus München-Harlaching und im Bezirksklinikum Regensburg gemeinsam mit zwölf Partnerkliniken im süd-ost-bayerischen Raum umgesetzt. Um über die Neurologie hinausgehende diagnostische Möglichkeiten zu erschließen, wurden auch die Neurochirurgien der Krankenhäuser in München-Schwabing, München-Bogenhausen, Deggendorf, Murnau, Vogtareuth und in Regensburg (Barmherzige Brüder) einbezogen sowie die Unikliniken München-Großhadern und Regensburg beteiligt. Übergeordnetes Ziel ist es, die Schlaganfallversorgung im ländlichen Raum zu verbessern, d.h. das bestehende Versorgungsgefälle zwischen den Ballungsräumen mit spezialisierten Stroke Units und den Regionen ohne neurologische Kliniken zu beseitigen.