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Kapitel 2 (S. 7-8)
2 Wochen später
Am Ende ihrer morgendlichen Dusche gönnte sich Eileen Collins immer den ersten sinnlichen Kick des Tages. Sie schäumte Rasiergel auf ihre Handfläche und verteilte es sachte und viel gründlicher, als nötig gewesen wäre, auf ihren Schamlippen, auf denen seit dem Vortag nur ein Hauch des blonden Flaums nachgewachsen war. Danach fuhr sie mit dem Rasierer in langsamen Strichen über die Haut.
Zwischendurch hielt sie ihn immer wieder unter den Wasserstrahl, um den Schaum abzuwaschen. Mit der Sicherheit jahrelanger Routine ließ sie die scharfen Klingen über die Haut gleiten. Sie kannte jeden Winkel, jede Falte ihrer Intimregion. Zuletzt drehte sie den Duschkopf auf „Pulsieren", hielt ihn zwischen ihre Beine und ließ das heiße Wasser den restlichen Schaum wegwaschen. Sie zog den Einhebelmischer weiter auf, bis der Strahl gerade so scharf war, dass er ein kleines bisschen wehtat. Das war eine Variante, mit der sie seit dem Bondage-Shooting experimentierte, denn ihre devoten Fantasien waren seitdem häufiger, intensiver und auch fordernder geworden. Bisher hatte es ihr gereicht, sich in ihren lustvollen Träumen einem hemmungslosen Sadisten auszuliefern, während sie es im richtigen Leben nur mit zärtlichen, rücksichtsvollen Liebhabern zu tun gehabt hatte. Doch jetzt wollte sie endlich spüren, ob Schmerz ihr tatsächlich Lust bereitete.
Heute wurde sie wieder ein bisschen experimentierfreudiger, drehte den Mischer auf „kalt" und richtete den eisigen, pulsierenden Strahl direkt auf ihre Klitoris. Nach wenigen Sekunden kam sie so heftig, dass ihr der Duschkopf aus der Hand rutschte und gegen die Fließen knallte.
Als Eileen eine Stunde später bei „Make it Real" ankam, dem angesagtesten Londoner Tatoo-Studio, war sie immer noch erregt.
Im Ladeninnern wurde sie von einem jungen Piercer, der ein Gesicht wie eine Metallwarenhandlung hatte und damit selbst die beste Werbung für seinen Beruf war, freundlich begrüßt und in ein Hinterzimmer geführt, in dem die Tätowiererin und Bodypainting-Künstlerin Jenna sie erwartete. Sie würde viele Stunden mit ihr allein sein, denn das Team, das Eileen schminken, frisieren und fotografieren sollte, würde erst später aufkreuzen.
„Hallo, ich bin Jenna", sagte die Frau. Sie war etwas kleiner als Eileen, hatte üppige Brüste und sinnliche Hüften. Ihr Haar fiel in glänzenden roten Fransen um ihr hübsches Gesicht. Als sie Eileen die Hand reichte, wusste sie sofort, dass es angenehm sein würde, mit ihr zusammenzuarbeiten, denn der Druck ihrer Finger war weich und doch fest.
Eileen genoss es sehr, bei ihrer Arbeit auf sachliche Art betrachtet und berührt zu werden. Lüsterne Blicke von Fotografen hingegen waren ihr ebenso verhasst wie unsicheres Gebaren von Assistenten, die sich entschuldigten, wenn sie versehentlich mit dem Unterarm eine ihrer Brustwarzen streiften.
Der Raum war warm, nicht zu grell beleuchtet und mit einigen Tischen, Regalen, Sesseln und einer Massageliege eingerichtet. Jenna zeigte ihr, wo sie ihre Kleider ablegen konnte. Eileen zog sich aus, während Jenna die Farben und Pinsel bereitstellte und den Spot einer Stehlampe auf die Liege richtete.
„Du kannst entweder auf dem Rücken liegen, während ich deine Vorderseite bemale, und dann stehen, wenn der Rücken dran ist, oder umgekehrt, je nachdem wie es dir lieber ist."
„Ich liege lieber auf dem Bauch." Wenn der Rücken dann bemalt war, wurde der zweite Teil der Bemalung im Stehen gemacht, damit die bereits aufgetragene Farbe nicht verschmierte. Diese Prozedur kannte sie schon. „Kann ich vorher das Motiv sehen?"
„Gern." Jenna reichte ihr Skizzen, die eine Frau in verschiedenen Ansichten zeigten. Ein filigranes Tatoo-Muster zog sich von der linken Schulter über den Rücken bis zu den Pobacken, verschwand zwischen den Schenkeln und wand sich das linke Bein hinunter. Ein zweites Muster begann auf der rechten Brust und verlief von dort über die Schulter bis zum rechten Unterarm. Die letzte Skizze zeigte eine Pussy zwischen gespreizten Schenkeln. Eileen sah überrascht, dass das Muster sich auch über die Schamlippen zog. „Wer lässt sich denn an so einer Stelle tätowieren? Das muss doch höllisch schmerzen."
Jenna grinste. „Da hast du allerdings recht."
„Sag bloß, du –" Sie ließ den Satz in der Luft stehen.
„Willst du mal sehen?"
Eileen nickte zögernd und schluckte trocken.
Jenna zog ihre Jeans runter und den schwarzen String, den sie trug. Sie lehnte sich an die Massageliege und spreizte ihre Beine. Mit einer Mischung aus Entsetzen und Faszination betrachtete Eileen die langstielige Rose, die auf eine von Jennas epilierten Schamlippen tätowiert war. In der anderen Schamlippe trug Jenna ein Piercing in der Form einer kleinen Rosenblüte. Eileen empfand etwas, das ihr völlig neu war: Zum ersten Mal im Leben hatte sie Lust, die Scham einer anderen Frau zu berühren.
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