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Mein Kind kann hören - Tipps zur sprachlichen Anregung von Kleinkindern mit dem Cochlear Implant
3. Das Kind hört jetzt (S. 3)
In der so genannten „Anpassung" wird der Sprachprozessor so eingestellt, dass die Hörschwelle des CI-Trägers zwischen 30 und 40 dB (Dezibel) liegt. Das heißt, mit dem CI kann man auch leise Geräusche hören. Sprache wird vollständig über das Ohr wahrgenommen. Damit ist gewährleistet, dass Ihr Kind alle Sprachlaute (d. h. die „gesprochenen Buchstaben") unserer Sprache hören kann. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass es die Sprache verstehen lernen kann. Außerdem wird am Sprachprozessor eingestellt, wie laut es höchstens für Ihr Kind werden darf. Ihr Kind sollte Lautes auch laut hören, es sollte aber nicht so laut werden, dass es ihm unangenehm ist oder sogar wehtut. Damit der Sprachprozessor optimal eingestellt werden kann, muss der CITräger allerdings konzentriert und ausdauernd mitarbeiten. Er muss auf leise Töne reagieren und angeben können, ob ein Ton angenehm laut oder vielleicht schon zu laut ist. Kleine Kinder können das natürlich noch nicht. Deshalb liegt die Hörschwelle bei einem Kleinkind am Anfang möglicherweise nicht exakt zwischen 30 und 40 dB/SPL, sondern unter Umständen etwas darüber oder darunter. Vielleicht hört das Kind auch laute Geräusche höchstens mittellaut oder es ist ihm manchmal zu laut. Sollte es Ihrem Kind zu laut sein, dann wählen Sie ein leiseres Programm oder reduzieren die Lautstärke am Sprachprozessor. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, wenn Ihr Kind in der ersten Zeit vielleicht nicht optimal „eingestellt" ist. Selbst bei erwachsenen CI-Trägern muss die Sprachprozessoreinstellung immer wieder korrigiert und an den sich verändernden Höreindruck angepasst werden. Außerdem wird das Kind die neuen Höreindrücke ohnehin erst nach und nach verarbeiten können. Es hat also mit dem was es hört genug zu tun.
Damit die Sprachprozessoreinstellung Ihres Kindes nach und nach optimiert werden kann, sind die Beobachtungen, die Sie zu Hause machen, z. B. das Verhalten des Kindes in lauter Umgebung oder die Reaktion auf leise Geräusche, wertvolle Hinweise für die Mitarbeiter im Cochlear Implant Centrum. T-Levels: Wie Sie vielleicht schon wissen, geben die Elektroden in der Hörschnecke Strom ab. Nun muss in der Anpassung herausgefunden werden, ab welcher Strommenge der CI-Träger bei den einzelnen Elektroden anfängt zu hören, das heißt, ab welcher Strommenge er einen sehr leisen Ton hört. Bei Elektrode 1 braucht er vielleicht etwas weniger Strom um zu hören als bei Elektrode 2, bei Elektrode 3 braucht er noch mehr Strom, bei 4 wieder etwas weniger usw. Die ermittelten Werte werden als T-Levels bezeichnet (T-Level, aus dem englischen Threshold = Schwelle).
Altere Kinder oder erwachsene CI-Träger können in der Anpassung meist genau angeben, ab welcher Strommenge sie einen Ton hören. Das heißt, man kann die T-Levels exakt einstellen. Wenn der CI-Träger genaue Angaben gemacht hat, wird man bei einem anschließenden Hörtest feststellen, dass die Hörschwelle zwischen 30 und 40 dB liegt. Das CI ist also so programmiert, dass die Hörschwelle automatisch zwischen 30 und 40 dB liegt, wenn die T-Levels exakt eingestellt sind.
Wenn die Hörschwelle eines CI-Trägers bei 30 dB liegt, dann hört er alles, was 30 dB laut oder lauter ist. Die folgende Abbildung zeigt, dass Sprachlaute (die „gesprochenen Buchstaben") unterschiedlich laut sind. Wenn man mit normaler Stimmlautstärke spricht, sind die leisesten Sprachlaute etwa 30 dB laut (z.B. „s" oder „h"). Das bedeutet also, dass der CI-Träger auch die leisesten Laute hören kann.
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