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7. Viele Begegnungen (S. 27-28)
»Wollt ihr zuerst in eure Unterkunft?«, erkundigte sich Cegnu, als sie im Schwerkraftfeld der Wohnwelt landeten.
»Nein, wir wollen uns zuerst zeigen und einige Freunde persönlich begrüßen«, erwiderte Bull. »Und etwas zu essen kann auch nicht schaden.«
»Wir haben hoffentlich alles Notwendige herbeischaffen können.« Cegnu deutete auf eine riesige Plattform, auf der gewaltige Tafeln mit Speisen und Getränken aufgestellt waren. Die Menge übertraf die Zahl der Gäste garantiert um das Vierfache. »Es steht euch frei, selbst zu wählen, aber ich hole auch gerne etwas nach euren Wünschen. Natürlich gibt es ebenso die Möglichkeit, in einem Restaurant hier unten zu essen, da ist nur die Auswahl eingeschränkter.«
Die Sitzgelegenheiten der Restaurants waren außerhalb des Gebäudes aufgebaut; schließlich gab es hier nie Regen, und auch die Temperatur änderte sich nicht. Bull registrierte aufmerksam, dass die Aarus den Essensbereich zwischen vielen Becken angelegt hatten, mit jeder Menge blühender Pfl anzen und aufwendigen Wasserspielen. Er konnte sich vorstellen, wie sich normalerweise die Aarus hier tummelten, doch jetzt sah Bull die verschiedensten Galaktiker. In einem Spezialbecken waren zwei Solmothen untergebracht, die sich sehr angeregt mit einigen ebenfalls im Wasser befi ndlichen Aarus unterhielten. Auf einem runden Tisch diskutierten lebhaft Siganesen und Swoon, daneben stand die Oxtornerin Dilja Mowak mit einem Springerpatriarchen. Viele technisch eingeschränkte Völkerbünde, Fürstentümer und kleine Reiche waren vertreten, die entweder von der LFT oder von Nachbarn aufgesammelt und hierher transportiert worden waren.
Es waren mehr, viel mehr Delegationen als zur Aufbaukonferenz gekommen. Zu seiner großen Freude entdeckte Reginald Bull am Rand der Plattform die gigantische Gestalt eines Haluters, und zu seiner noch größeren Überraschung tauschten Ertruser ihre voll beladenen Teller soeben mit – Blues! Wie es aussah, fand wieder eine vorsichtige Annäherung der Eastside an die Westside statt; selbst die Blues hatten wohl erkannt, dass sie allein im Kampf gegen TRAITOR auf verlorenem Posten standen.
Sogar der akonische Untergrund war durch eine jener Gruppen, welche die Zerlegung ihrer Heimatwelt in Chaotender-Kabinette überlebt hatten, vertreten.
Cheplin hatte unglaubliche diplomatische Arbeit geleistet. Bulls Achtung vor dem Schwarmer stieg um mindestens drei weitere Meter nach oben. Er musste Cheplin bei Gelegenheit fragen, wie es ihm gelungen war, selbst diejenigen Völker, die sich vor einiger Zeit in freiwillige Isolation begeben hatten, hierher zu bringen. Außerdem hatte er erreicht, dass jeder die Möglichkeit bekam, hierher zu kommen, auch wenn es seine technischen Mittel nicht erlaubten.
Bull entdeckte Unither, Überschwere, Epsaler, Topsider, Ferronen ... Er konnte sie gar nicht alle aufzählen. Bei einigen Vertretern musste Cegnu ihm Auskunft geben; er fragte sich fasziniert, wie sie jeden einzelnen Gast kennen konnte. Diese Frau musste über ein fotografi sches Gedächtnis verfügen.
Bevor er anfi ng, Hände zu schütteln, wollte er sich einen genauen Überblick verschaffen und hielt sich nach wie vor unauffällig am Rand. Als sein Blick auf ein unkenntliches Wesen fi el, das von einem fl irrenden, vielfarbigen Schutzschirm umgeben war, verharrte er verdutzt. Es war nicht erkennbar, was in dem Schirm steckte – humanoid, reptoid, alles war möglich.
»Wer ist das?«, fragte er Cegnu, denn er hatte so ein Wesen noch nie gesehen. »Das ist ein Streganer«, antwortete die Führerin.
Bull grübelte; entfernt glaubte er, schon einmal von diesem Volk gehört zu haben. »Wie sieht er denn aus?«
Cegnu schnalzte mit den Kiemen. »Das weiß niemand. Die Streganer sind sehr scheu, man sieht sie nur selten in der Öffentlichkeit, und sie offenbaren sich nie, zumindest nicht freiwillig. Deswegen tragen sie immer einen Verzerrungsschirm. Ihre Stimmungen teilen sie durch Farben mit, und sie benutzen Stimmenmodulatoren.«
Der Minister öffnete den Mund, um mehr über diese Rasse zu erfahren, und musste verdutzt feststellen, dass der Streganer verschwunden war. Als ob er sich in Luft aufgelöst hätte. Später, entschied Bull.
Dafür fi el sein Augenmerk auf eine Gruppe Terraner, die überhaupt nicht nach Diplomaten oder Regierungsvertretern aussahen. Sie standen ein wenig schüchtern abseits, beobachteten jedoch alles genau. »Und wer sind die?«
»Unsere persönlichen Gäste. Reine Beobachter, von der PP.«
»PP?«
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