Suchen und Finden
Service
Infos und Kontakt
9 (S. 104-105)
Jessica war zum Einkaufen in die Stadt gefahren, während Laura mit Yukiko in der Küche das Mittagessen vorbereitete. Sie machten Hähnchen nach einem französischen Rezept, und André hatte bereits großes Interesse angemeldet. Alle gaben sich sehr viel Mühe, nett zu Laura zu sein, was Laura schon fast nervte.
Yukiko bereitete den Knoblauch zu und lächelte Laura beim Schneiden an. „Wie sieht es eigentlich mit deinem Eroberungsfeldzug aus?"
„Du meinst Takeo?" Laura rührte mit einem Schneebesen in der pfefferschwarzen Marinade. „Er hat sich wie ein Idiot benommen. Zuerst rettet er mich, dann lässt er mich stehen. Ich verstehe ihn nicht."
„Männer benehmen sich oft wie Idioten, wenn sie verliebt sind."
Das Telefon im Flur klingelte. Yukiko drehte den Wasserhahn auf und spülte sich flüchtig die Hände ab. „Ich geh schon."
Laura schüttelte den Kopf. Sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Takeo sie liebte. Das war völlig ausgeschlossen. Er war ein unsensibler Holzklotz, ein Ding ohne Gefühle. Laura merkte kaum, wie heftig sie auf die Marinade einschlug. Yukiko kam in die Küche zurück. Ihre dunkelbraunen Augen waren vor Schreck geweitet. Sie brachte kein Wort heraus.
Alarmiert stellte Laura die Schüssel zur Seite.
„Was ist los?", fragte sie gepresst. Die Küche erschien plötzlich kleiner und enger. Yukiko trat an den Küchentisch und stützte ihren Körper mit den Händen. Sie schloss die Augen. „Es ... es ist nicht lebensbedrohlich oder so ..." Sie sah Laura ernst an. „Jessi hatte einen Unfall. Jemand hat sie beim Einkaufen angefahren. Sie hat einen Beinbruch, mehr weiß ich auch nicht ..."
„Jessi ...", flüsterte Laura benommen. Verständnislos blickte sie auf Yukiko, die in Tränen ausgebrochen war. Sie legte ihre Hände auf die Schultern der kleineren Frau. „Yukiko, was ist denn? Jessi wird doch wieder gesund. Das ist nur ein Knochenbruch. In sechs Wochen ist sie so gut wie neu ..."
Yukiko wischte sich über die Augen. „Es tut mir leid, du hast völlig recht. Aber ...", sie schluckte, „...wir verlieren Shanaya."
Endlich begriff Laura. Es ging um Jessicas Termin, um ihre Buchung.
„Dann verschiebt Jessi den Termin eben. Das schafft ihr schon. Beruhige dich erst mal. Weißt du, in welchem Krankenhaus sie ist?"
Yukiko nickte. „Sie kann den Termin nicht verschieben, Laura. Dann verliert sie ihr Gesicht. Und die Zeit der Kirschblüte ist nur ein Mal im Jahr ..." Sie sah mit verlorenem Blick nach draußen in den Garten. „Hol die anderen. Wir fahren hin."
***
Takeos Audi RS3 war ungemein sportlich, aber zu dritt war es verdammt eng auf dem Rücksitz. Laura wandte sich an Yukiko. „Erklär mir noch mal, warum wir den Beifahrersitz leer lassen", zischte sie und deutete auf den leeren Beifahrersitz, als Takeo vor einem glitzernden Hochhaus hielt und ausstieg.
Yukiko seufzte. „Es tut mir leid, Laura, aber denk an Jessi. Sie will Sakura bestimmt sehen."
Kazuya zog eine Grimasse. „Wir haben auch Hiroki, André und Yori angerufen. Es geht hier schließlich um eine Krise."
„Ich bekomme auch eine Krise, wenn ich mit Sakura in einem Wagen sitzen muss", zischte Laura.
Yukikos Stimme wurde eindringlich. „Laura, das war kein Unfall. Jemand hat Jessi angefahren, weil er uns vernichten will. Vielleicht ein anderer Clubbesitzer, vielleicht auch nur ein frustrierter Mitbieter, was weiß ich. Aber ein Zufall war das nicht. Jessi wird am Boden zerstört sein, und sie braucht jede Hilfe, die sie kriegen kann." „Haben sie den Mistkerl eigentlich erwischt?", fragte Kazuya wütend. „Den würde ich zu gerne mit einem Stock besuchen."
Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.; Ersparnis im Vergleich zur Printversion

























