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Dimensionen des E-Learning

Dimensionen des E-Learning

von: Erik Minass

SmartBooks, 2002

ISBN: 9783908492382, 115 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 10,99 EUR

Ersparnis: 3,96 EUR

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Dimensionen des E-Learning


 

Begriffsdefinition und Überschneidungsgebiete (S. 14-15)

In diesem Teil erfahren Sie das Wichtigste über Lerntheorien und Lernstrategien sowie Näheres zum Begriff E-Learning, seiner verschiedenen Definitionen, Schreibweisen und der Abgrenzung zu verwandten Begriffen.

Grundlegende Lerntheorien

Lerntheorien versuchen zu erklären, wie man Wissen erlernen kann und versuchen diese Lernprozesse zu beschreiben. Die wichtigsten dieser psychologischen Theorien werden im Folgenden genauer erklärt. Der Lernende hat sich im Laufe des letzten Jahrhunderts von einem passiven Zuhörer in der behavioristischen Theorie zu einem mitdenkenen Akteur in der experimentalen Lerntheorie gewandelt. Eine schematische Gliederung der Lerntheorien und deren Menschenbilder wird in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung 1: Lerntheorien im Überblick (Abb. nicht in der Leseprobe enthalten)

Behavioristische Theorien

Im Behaviorismus wird der Mensch als ein passives, von Reizen gesteuertes Wesen betrachtet. Dabei wird im naturwissenschaftlichen Stil der Zusammenhang zwischen Reiz und Reaktion erforscht, um damit zukünftiges Verhalten vorhersagen zu können. Der Lerner nimmt den Lernstoff passiv auf. Innere Vorgänge wie das Verstehen, Bewerten oder Anwenden von Wissen lässt man dabei ausser Acht.

Es gibt drei unterschiedliche behavioristische Theorien:

• klassische Konditionierung
• Verbindungslehre und
• operante Konditionierung


Der russische Psychologe Iwan P. Pawlow hat die klassische Konditionierung entwickelt. In seinem bekanntesten Experiment liess er beim Füttern eines Hundes eine Glocke erklingen. Nach mehreren Durchgängen assoziierte der Hund nun den Glockenklang mit Futter. Jedes Mal, wenn Pawlow die Glocke läutete, lief dem Hund das Wasser im Maul zusammen. Auf diese Weise brachte der Hund den Glockenklang, also ein früher neutraler Reiz, mit Futter (natürlicher Reiz) in Verbindung und löste somit den Speichelfluss, eine konditionierte Reaktion, aus. Gab es über längere Zeit trotz des Glockenklangs kein Futter, so schwächte sich diese Konditionierung wieder ab und nach häufigen Wiederholungen verlernte der Hund sein Verhalten sogar wieder. Zusammengefasst beschreibt die klassische Konditionierung den Lernvorgang so, dass der Lerner eine neue Assoziation zwischen einem neutralen und einem natürlichen Reiz herstellt.

In der Verbindungslehre assoziiert der Lerner nicht zwei Reize miteinander, sondern er verbindet Reiz und Reaktion miteinander. Die Verbindungslehre wurde vom Wissenschaftler Edward L. Thorndike entwickelt. Seine Theorie des "law of effect" besagt, dass Mensch oder Tier sich Handlungen, die belohnt werden, einprägt. Durch Tierexperimente entwickelte Thorndike den Begriff des Lernens durch Versuch und Irrtum. Bei dieser Lerntheorie kommt es nicht darauf an, ob der Lerner eine Situation begreift oder versteht, er lernt nur indem er sich positive Reaktionen auf seine Handlung einprägt und negative sofort wieder vergisst.

Der amerikanische Verhaltensforscher Burrhus F. Skinner hat die operante Konditionierung entwickelt, sie baut auf den Theorien von Thorndike auf. Hier werden jedoch zwei Handlungsarten unterschieden. Es gibt einerseits Handlungen,  die durch einen äusseren Reiz provoziert werden. Diese entsprechen den Verhaltensweisen der klassischen Konditionierung und der Verbindungslehre. Andererseits unterscheidet Skinner Handlungen, die nicht durch identifizierbare Reize erfolgen. Die Handlungen werden wegen ihrer Wirkung initiiert; so genannte Wirkreaktionen. In seinen Tierexperimenten belohnte er sofort jede noch so kleine richtige Aktion der Tiere.

Dadurch lernten die Tiere schneller als durch reinen Versuch und Irrtum. Skinner hat diesen Lernprozess auf den Menschen übertragen und seinen Unterricht daraufhin in kleinste Lernschritte zerlegt. Für jede richtige Antwort wird der Lerner mit einem sofortigen, positiven Feedback belohnt. Im Prinzip gehen die gängigen Multiple-Choice-Aufgaben darauf zurück: Erfolgt auf eine bestimmte Frage (Reiz) eine richtige Antwort (Reaktion) wird diese positiv rückgemeldet. Bei einer falschen Antwort wird die Frage so lange wiederholt bis die richtige Antwort erfolgt.