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2. Zyklon-Surfer (S. 10-11)
Die Zyklon-Scouts warteten schon. Von Weitem ähnelten sie aufgeblähten Käfern, denen man die Gliedmaßen ausgerissen hatte. Die fl ache Seite lag am Boden auf, darüber wölbte sich der wuchtige Buckelrumpf. Beim Näherkommen veränderte sich der Eindruck der glattschwarzen Oberfl äche. Sie zeigte symmetrisch-geometrische Mus-ter, die ununterbrochen in Bewegung schienen. Der geheimnisvolle Ricodin-Verbundstoff übte auf die Oahm’Cara eine schwer zu beschreibende Faszination aus.
Beim Anblick der Fahrzeuge fi ng Farick Gilitt aufgeregt zu tänzeln an. Es schien ihm Ewigkeiten her zu sein, dass sie einen Scout gefl ogen hatten – damals beim letzten Aufenthalt im intergalaktischen Leerraum, unmittelbar vor der fi nalen Etappe ans Nega-Ziel. Sie waren nicht die einzigen Kolonnen-Geometer in der Sequin-Doar, diesem vollständigen Fabrik-Ensemble der Terminalen Kolonne TRAITOR, aber sie hatten zu den wenigen Auserwählten gezählt, die auf den Scouts trainieren durften. Die Oahm’Cara verharrten andächtig. Es hieß, ein Kalbaron würde zu ihnen sprechen. Er fehlte noch, sie muss-ten warten.
Farick Gilitt bemerkte einen Schatten auf der anderen Seite des Hangars. Dort waberte vor der Wand ein Nebelfl eck, etwa halb so groß wie ein Oahm’Cara. Von innen heraus glühte er dunkelrot, und er bewegte sich ununterbrochen.
Ein Kolonnen-Motivator!
Farick hatte sie in INSTERBANE noch nie gesehen –, aber was wollte das schon heißen? Die Oahm’Cara kannten nur wenige Sektoren der gigantischen Kolonnen-Fabrik. Und außerdem, warum sollte es ausgerechnet in INSTERBANE keine Kolonnen- Motivatoren geben?
Der Nebelfl eck waberte heftiger. Vielleicht fühlte er sich beobachtet. Er schwebte an der Wand entlang zu einem der Schleusenschotte. Der Automat öffnete die Tür, der Kolonnen-Motivator verschwand.
»Hat er uns überprüft?«, raunte es im Pulk der Geometer.
Farick Gilitt schlug sacht die Mundzangen aneinander, klack-klack, klack-klack-klack. Es sollte den Oahm’Cara heitere Worte mit einem Quäntchen Ernst ankündigen. »Er hat keinen gefunden, den er zusätzlich motivieren müsste.« In das aufkommende Rascheln der Hinterbeine platzte das Stampfen von zwei Robotern. Sie fl ankierten den Kalbaron in seinem schmutziggrauen Overall. Es war ein Ganschkare, und er hielt den Kopf schief, um die Oahm’Cara mit seinem rechten Auge zu mustern.
»Geometer, die Zeit der Vorbereitung ist vorbei«, krächzte das Vogelwesen. »Die Kolonnen- Forts und ihre Chaos-Geschwader kontrollieren die Ressourcen-Galaxien, in der Milchstraße entstehen die ersten Kabinette für den Chaotender VULTAPHER, dessen Pilot bereits in Hangay eingetroffen ist. Erste Proto-Chaotische Zellen sind entstanden, die Negasphäre ist in greifbare Nähe gerückt.«
Er räusperte sich mit einem schrillen Klacken der beiden Schnabelhälften, wobei sich an manchen Stellen alte Hornschichten von der Oberfl äche lös-ten und langsam zu Boden segelten. »Bis an den Ausgangspunkt eurer Mission fl iegen die Zyklon-Scouts auto-matisch. Nutzt diese Zeit, um euch ein letztes Mal mit der Kolonnen zugrunde liegenden Technik vertraut zu machen. Sobald ihr die Zielkoordinaten erreicht habt, schalten die Supratroniken auf manuelle Steuerung um.«
Der Kopf des Ganschkaren ruckte auf die andere Seite, der Körper folgte der Bewegung mit etwa einer halben Sekunde Verzögerung. Farick fand, dass es grotesk aussah, wenig würdevoll auf alle Fälle. Ganschkaren besaßen Beine, die fast so dünn wie die der Oahm’Cara waren – allerdings nur zwei davon. Das waren vier zu wenig, wie die Oahm’Cara fanden. Die Ganschkaren bewegten sich mit diesem mangelhaften Unterbau vorwärts, als würden sie unentwegt in irgendeiner zähen Masse stochern. Die Kolonnen- Geometer verbargen mühsam ihre Heiterkeit, bis der Kalbaron sich außer Hörweite befand. Dann entlud sie sich in einem hellen Rasseln der Hinterbeine.
»Folgt mir, Brüder!« Mit raumgreifenden Schritten strebte Farick Gilitt dem Fahrzeug zu, das ihm am nächsten stand. Die Strukturen der schwarzen Oberfl äche bewegten sich immer hektischer.
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