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Grundlagen von Krisen (S. 22-23)
Einführung und begriffliche Abgrenzung von Krisen
Einleitung in die Krisentheorie
Das vorliegende Kapitel beschäftigt sich mit dem theoretischen Hintergrund von Krisen und dem aktuellem Erkenntnisstand des Krisenmanagement. Eingangs werden dazu die in der Literatur vorherrschenden Definitionen der Begriffe Krise und Unternehmenskrise vorgestellt. Darauf aufbauend wird im Anschluss auf die allgemeinen Ursachen von Unternehmenskrisen eingegangen. Die verschiedenen Verlaufsformen dieser Krisen stehen anschließend im Blickpunkt der Betrachtung, gefolgt von einer Klassifizierung und Systematisierung verschiedener Krisentypen. Die weitere theoretische Einführung in das Krisenmanagement folgt danach in Kapitel 3, in welchem dessen institutionelle Facette erläutert wird, bevor in Kapitel 4 die theoretischen Grundlagen der individuellen Krisenbewältigung gelegt werden, wobei zwischen der Krisenbewältigung durch Manager und Konsumenten unterschieden wird. In Kapitel 5 werden Mehrfachkrisen konzeptionalisiert und das 3D-Krisenmanagement zu deren effizienten Bewältigung eingeführt.
Dieser in Kapitel 5, „Bewältigung von Krisen in Krisen", aufgeführte neue theoretische Erklärungsbeitrag vorliegenden Werkes zur Bewältigung von Mehrfachkrisen erweitert abschließend die verfügbare Theorie zum Krisenmanagement. Somit reflektieren die Kapitel 2 bis 5 den aktuellen Stand der Theorie und bilden damit die Basis der späteren Evaluierung der Krisenbewältigung nach dem 9.11.2001 durch die Deutsche Lufthansa AG sowie die Grundlage für die eigenständige Bearbeitung der angebotenen Fallstudienkonzepte.
Begriffsabgrenzung Krise vs. Unternehmenskrise
Der Begriff Krise ist im Umgangssprachlichen sehr verbreitet und umfasst sowohl Krisen im persönlichen Bereich als auch weltumspannende Krisen. Ursprünglich stammt der heute verwendete Krisenbegriff aus dem altgriechischen („krisis") und bezeichnet ganz allgemein den Bruch einer kontinuierlichen Entwicklung und im engeren Sinne den Wende- bzw. Höhepunkt einer gefährlichen Entwicklung und der sich damit verbundenen Entscheidungs situation.
Nach Krystek (1987, S. 3) kennzeichnet er des Weiteren eine Situation, deren Entwicklungsmöglichkeiten extrem ambivalent sind. Dies verdeutlicht auch die Betrachtung des chinesische Ausdruck für Krise, „wei-chi": er vereint die zwei Gesichtspunkte Gefahr sowie Gelegenheit und Chance (vgl. z.B. Linde 1994). Der Krisenbegriff wird in verschiedensten wissenschaftlichen Bereichen verwendet, am häufigsten jedoch in den Politik- und Geschichtswissenschaften, in der Medizin und in den Rechts- und Sozialwissenschaften.
Im Rahmen der Politikwissenschaften wird die Krise als Entscheidungsprozess betrachtet, der durch Zeitdruck und einer steigenden Gefahr der Ausweglosigkeit gekennzeichnet ist. In der Medizin findet der Begriff Krise als der Höhepunkt einer schweren Erkrankung Verwendung, die in der Entscheidung um Leben oder Tod des Patienten mündet. In den Wirtschaftswissenschaften, und hier vornehmlich in der Volkswirtschaftslehre, wird die Krise hauptsächlich im Zusammenhang mit konjunkturellen Erscheinungen gesehen. Hierbei wird die Krise als der rezessiv abschwingende Teil eines Konjunkturzyklus angenommen (vgl. Krystek 1987, S. 4).
In der Betriebswirtschaftslehre findet eine Auseinandersetzung mit der Krise auf disaggregierter Unternehmensebene statt. Nach Krystek (1987, S. 6) sind Unternehmenskrisen „(…) ungeplante und ungewollte Prozesse von begrenzter Dauer und Beeinflussbarkeit sowie mit ambivalentem Ausgang. Sie sind in der Lage, den Fortbestand der gesamten Unternehmung substanziell und nachhaltig zu gefährden oder sogar unmöglich zu machen."
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