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5. (S. 32-33)
Sie brauchten nur den längsten Fahrzeugkolonnen zu folgen, die sich über den Verästelungen entlangbewegten. Wie Ameisenstraßen führten sie von den Auslegern in Richtung Zentrum des Docks, ohne es jemals zu erreichen. Schwankende Endlosketten aus Lichtern und ab und zu ein paar Kegel irregeleiteter Scheinwerfer bildeten die einzige Abwechslung in diesen Mini-Trecks über den Strängen des Modulardocks. Das Zauberwort lautete Multicamp, so viel hatten die Männer und Frauen der JULES VERNE dem Funkverkehr entnommen. Unter diesem Begriff fass-ten die Völker in ARCHETIMS Diens-ten ihre Begegnungszentren zusam-men. Die Mannschaften der Schiffe trafen sich hier zum Meinungsaustausch, zum Vergnügen, zum Einkaufen und um das Leben im INTAZO zu genießen.
Sofern man in einem Truppenlager von »genießen« sprechen konnte. Perry Rhodan hatte sich für eine Space-Jet der TSUNAMI-Klasse entschieden. Ein Fahrzeug dieser Größe fi el in dem Gewusel nicht besonders auf, und es wirkte nach außen hin eher unscheinbar. Nichts deutete darauf hin, was alles in dem 30 Meter durchmessenden und 12 Meter hohen Beiboot steckte. Sein Waffenpotenzial reichte aus, das gesamte Dock mit wenigen Schüssen in einen Trümmerhaufen zu verwandeln.
Der Terraner blickte in die Runde. Neben Mondra, Gucky und Ketschua fl ogen acht Männer und Frauen mit. Die Gruppe hatte sich für diesen ersten Ausfl ug ein Ziel gesetzt. Sie wollte möglichst viele Informationen und Hinweise bekommen, die sich auf die Retroversion bezogen. Im Multicamp hoffte Rhodan Bewohner der Dock-Städte zu treffen, die seit Generationen in ANC 90 wohnten, die über Anschlüsse an Datenbanken verfügten und dadurch über Wissen aus früheren Jahrhunderten des INTAZOS.
Vielleicht gab es auch den einen oder anderen Schohaaken hier, der Neuigkeiten aus dem Treck des GESETZES oder über die Verhältnisse im INTAZO, die Geheimnisse des KORRIDORS DER ORDNUNG oder die Negasphäre zu berichten wusste.
Dass diese Hoffnung auch trügen konnte, darüber waren sich alle in der Space-Jet im Klaren. Bei einem optimalen Organisationsgrad innerhalb des Hyperkokons existierten keine für die Öffentlichkeit zugänglichen Datenspeicher. Die Prinzipa und ihre Schohaaken würden im Gegenteil dafür Sorge tragen, dass die Datenbestände auf ein paar wenige Schiffe beschränkt blieben, zu denen außer ARCHETIMS Hilfsvolk nur die Generalin und sonst keiner Zugriff hatte.
»Einen Gesichtspunkt haben wir bisher außer Acht gelassen«, sagte er, während die Space-Jet als Ameise 312 auf der unsichtbaren Leerraumstraße dahinkroch. »Der wichtigste und umfassendste Datenspeicher ist ARCHETIM selbst. Die Superintelligenz tut gut daran, ihre Daten zu zentralisieren und nichts in externen Bänken abzulegen, was einen Verrat lohnenswert machen könnte.«
»Vielleicht gibt es in den Multicamps ja Kontaktstellen, über die man mit der Superintelligenz oder ihrer Stellvertreterin sprechen kann«, meinte Gucky.
Mondra im Pilotensessel schüttelte den Kopf. »Das Flaggschiff der Aeganerin als Auskunftsbüro? Das kann ich mir kaum vorstellen.«
Die Space-Jet erreichte einen der kleineren Knotenpunkte mit gerade mal einem Kilometer Durchmesser. Ein Steuerautomat meldete sich und fragte nach dem Flugziel. »Das Multicamp geradeaus«, antwortete Mondra Diamond.
»Camp Smarogard. Bitte bestätige das.«
»Camp Smarogard«, sagte Mondra.
»Verstanden!«
Vier Begegnungsstätten gab es auf dieser Seite von ANC 90. Entsprechend teilte sich die Kolonne in vier kleinere auf, die sich auf der hinteren Seite des Knotens mit solchen aus anderen Richtungen vereinten. Insgesamt dreißig Fahrzeugschlangen zählte die Ortung, die sich über die zahlreichen Ausleger, Verästelungen und Hauptstränge dem Verteiler näherten und sich auf die vier Richtungen verteilten. Gleiter, Zubringer-Shuttles, Container, Plattformen, Beiboote aller Art reihten sich ein, brachten Besucher, Versorgungsgüter, Personal und anderes zu den Camps.
Zweihundert Meter unter ihnen lag der Strang des Modulardocks. Rhodan fi elen die schmutzig roten Bauteile auf, die an manchen Stellen zu sehen waren. Sie erinnerten ihn an den Gleiter der Bakosh’wish-Inspektoren, aber auch an die Wächter-Säule im Innern des Scherenkreuzers. Dieses Material schien überall im Alltag Verwendung zu fi nden. Der Aktivatorträger aktivierte den Taster der Space-Jet und holte Informationen über den molekularen Aufbau des Materials ein. Wie beim Wächter besaß es die typische Sechseck-Wabenform im Millimeterbereich, die man mit bloßem Auge auf diese Entfernung nicht wahrnahm. Es handelte sich um recycelten Stahl, die Wabenstruktur ermöglichte es, mit wenig Rohstoff auszukommen.
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