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Sizilianische Hochzeit - Eine Frau erzählt ihr Leben zwischen Liebe und Hölle

von: Diane Sterling

Diana Verlag, 2010

ISBN: 9783641050498 , 272 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 9,99 EUR

Exemplaranzahl:


  • Sturz der Titanen - Die Jahrhundert-Saga. Roman
    Der Feind im Schatten - Roman
    Ausgelöscht - 4. Fall für Smoky Barrett - Thriller
    Choral des Todes - Thriller
    Marlon - meine Liebe, mein Leid
    In Gottes Namen - Thriller

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Sizilianische Hochzeit - Eine Frau erzählt ihr Leben zwischen Liebe und Hölle


 

"12 (S. 72-73)

DIE FLITTERWOCHEN SIND WEDER besonders zauberhaft noch bergen sie besondere Enttäuschungen. Tancredi ist ein weltgewandter Mann, mir liegt das Reisen im Blut; daher wird diese Zeit genau das, was sie sein soll: eine Verschnaufpause vor der Ehe.

Die Schwiegereltern machen ihrem Sonderstatus noch einmal alle Ehre, als wir zum Auftakt des Honeymoons gemeinsam einige Tage in London verbringen. Ich zeige Calogero und Rosalìa die berühmtesten Sehenswürdigkeiten, ernte gelegentlich eine beeindruckte Bemerkung, aber ich werde den Eindruck nicht los, dass sie sich nichts sehnlicher wünschen, als wieder in die Heimat zu kommen. London zeigt sich von seiner besten Seite, die Sonne glitzert in den Wellen der Themse, und doch fröstelt Calogero ständig, er trägt Anfang September seinen Wintermantel. Das Problem mit dem Essen bleibt bestehen, da die di Lorenzos eine merkwürdige Scheu vor Italienern zeigen, die in der Fremde ein Lokal aufgemacht haben.

Zwischendurch lasse ich die Sizilianer unter sich und treffe Freunde. Wehmütig besuche ich mein Kelleratelier in der Lecky Street, dort ist mittlerweile ein Waschsalon eingezogen. Patrick hat kaum noch Haare auf dem Kopf, ist kugelrund, verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine Geschäfte laufen blendend, er beglückwünscht mich und bagatellisiert meine Bedenken. Wir plaudern so fröhlich, als wären seit unserer letzten Begegnung nicht viele Jahre vergangen.

Genau diese Zwanglosigkeit fehlt mir mit Tancredi. Wir sind ein Liebespaar, unsere Leidenschaft lässt nichts zu wünschen übrig, zugleich sind wir Angehörige unterschiedlicher Welten. Nach der Begegnung mit Patrick wünsche ich mir, Tancredi und ich würden es schaffen, auch gute Freunde zu sein. Unser Pakt ist für den Rest unseres Lebens angelegt; was, wenn die Leidenschaft eines Tages vertröpfelt, wenn wir aufhören, wild verliebt zu sein?

Da wir in Cinecittà gebraucht werden, ist eine lange Reise nicht möglich, wir fliehen für eine Woche nach Kairo. Tancredi hat das Ziel ausgesucht, bald ahne ich, warum. Kairo ist eine Stadt der Männer, die Frau reiht sich traditionell dahinter ein. Schwierig für mich, die sich gegen solche Zwänge immer aufgelehnt hat; Tancredi dagegen ist in seinem Element. Als äußeres Zeichen lässt er sich einen schwarzen Schnauzer stehen, was bei seinem Bartwuchs nur ein paar Tage dauert.

Er fragt nicht, ob mich die Barttracht vielleicht stört, denn das tut sie. Zu Zeiten, als wir noch mehrmals am Tag miteinander schlafen, kratzt mich das igelige Ding bei jedem Kuss. Außerdem erschreckt es mich, wie wenig es braucht, um Tancredi, den noblen sizilianischen Spross, in einen türkischen Straßenhändler zu verwandeln. Er trägt eine Schirmmütze und zwingt mich, jeden Tag mit ihm über den Bazar zu streifen, auf der Suche nach Schnäppchen. Auch wenn wir nichts von den Sachen brauchen und sie nach der Rückkehr monatelang in meiner Wohnung herumstehen, bevor ich sie wegwerfe, schimmert durch die muselmanische Schnäppchenjagd ein bislang verborgener Charakterzug Tancredis - der Levantiner. Er hat eine kindliche Freude daran, um lächerliche Artikel zu feilschen, bis er einen Vorteil erzielt hat. Dann sieht er mich an mit diesem Blick: Wie habe ich das wieder gemacht?, und ein weiterer handgetriebener Messingteller, eine verkupferte Vase, eine holzgeschnitzte Scheußlichkeit gehen in unseren Besitz über."