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2. (S. 7-8)
Ish Conart verließ den Stock auf der Höhe der siebten Galerie. Er zögerte, als sich automatisch das Schott des Ausgangs öffnete. Je öfter er in diesen Tagen das Innere Mirongrons besuchte, desto schwerer fi el ihm jedes Mal der Abschied.
»Eier der Höchsten Hoffnungsklasse«, sagte er, noch immer verwundert. Nach so vielen Jahren hätte er mit allem gerechnet, nur nicht damit. Und doch war es geschehen. Was für ein Schlupf! Ausgerechnet ihm, der sich ein Leben lang nur um seine Arbeit gekümmert hatte, gelang ein solches Gelege.
Der Steuerautomat neben dem Schott begann zu blinken. In wenigen Augenblicken würde sich die Tür schließen.
»Warte!«, rief Ish halblaut. »Lass offen!« Die Worte rollten tief aus seinem Hals, von der Wandung des Ganges kehrten sie als Echo zurück.
Mühsam hob er seine Beine, trat vier Schritte nach vorn in das weißgrüne Licht. Er ließ die Stille im Stock hinter sich, tauchte in die Welt des Alltags ein, in das Summen und Vibrieren, das die Garnison in großen Teilen erfüllte. Um diese Tageszeit waren die Lamellen der Galerie durchsichtig geschaltet und ermöglichten den Blick auf die weite Welt dessen, was sich außerhalb des Stocks befand. Mit seinen vier Augen sog Ish das Panorama in sich auf, die Wand des sich nach oben verjüngenden Lebensraums in seinem Rücken, die gewaltigen Maschinenanlagen vor, über und unter sich, die sich nachgerade endlos weit erstreckten. Dazwischen führten Stege und Galerien entlang, die bis zur Kuppelwandung reichten.
Dort endete Mirongron, die Garnison. Und dort endete der obere Teil des Genprox- Explorers.
Außerhalb existierte eine andere, eine fremde Welt, über die sie immer noch viel zu wenig wussten. Mirongron war die Heimat der Genprox-Analysten, eine Welt unter halbtransparentem Material auf dünnen Teleskopbeinen. Für Mirongron und seine Bewohner spielte es keine Rolle, auf welchem Planeten sie sich aufhielten. Ihre Arbeit war immer dieselbe, ihre Probleme auch.
Derzeit beschäftigten sie sich mit zwei. Sie kamen in ihren analytischen Forschungen auf diesem Planeten nicht voran, und es gab – bedingt durch die hyperphysikalischen Phänomene – keinen Kontakt zum Oberkommando, das weit entfernt in einem Kratersee residierte, in einer riesigen Station der Terminalen Kolonne mit dem Namen IROTHAK.
Ish gab sich einen Ruck. Er wandte sich nach rechts, folgte der Galerie in Richtung des nächsten Expresslifts. In regelmäßigen Abständen ragten Balkone in das Nichts zwischen den Maschinenanlagen. Meistens hielten sich auf ihnen Ratgeber auf. Ish sah mehrere Silhouetten, breit gebaut wie er selbst, mit stämmigen Beinen und vier Armen, über dem tonnenförmigen Rumpf den sichelförmigen Kopf mit der funkelnden Krone und den vier Augen.
Seit Tagen blieben sie stumm, wenn er in ihre Nähe kam. Er vermisste ihre Ratschläge, wenn sie ihm den besten Weg an sein Ziel zufl üsterten. Andere sorgten sich um die körperliche und psychische Gesundheit der Bewohner Mirongrons, natürlich auch um seine. Bis zur vergangenen Eiablage.
Von diesem Zeitpunkt an schien ihnen jemand im Bezug auf seine Person ein Mundpflaster verordnet zu haben.
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