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Psychologie der Massen

Psychologie der Massen

von: Gustave Le Bon

SEROS präsentiert: RaBaka-Publishing, 2007

ISBN: 9783940185075, 221 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 7,00 EUR

Ersparnis: 1,90 EUR

  • Schachnovelle
    Der Untertan - Roman
    Verwirrung der Gefühle - Erzählungen
    Sternstunden der Menschheit - Vierzehn historische Miniaturen
    Die Leiden des jungen Werther
    Clarissa - Ein Romanentwurf
    Die Kunst Recht zu behalten - Praktische Rhetorik.
    Brennendes Geheimnis - Erzählungen
  • Jean-Paul Sartre: Das Sein und das Nichts
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    Romain Rolland
    Der Zauberberg - Roman
    Buchmendel - Erzählungen

     

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Psychologie der Massen


 

2. Kapitel Gefühle und Sittlichkeit der Massen (S. 41)

§ 1. Triebhaftigkeit, Beweglichkeit und Erregbarkeit der Massen — Die Masse ist der Spielball aller äußeren Reize, deren unaufhörliche Schwankungen sie widerspiegelt — Die Antriebe, denen sie gehorchen, sind so gebieterisch, dass der persönliche Vorteil zurücktritt — Bei den Massen ist nichts vorbedacht — Wirkungskraft der Rasse

§ 2. Beeinflussbarkeit und Leichtgläubigkeit der Massen — Ihre Empfänglichkeit für Beeinflussungen — Die in ihrem Gemüt hervorgerufenen Bilder werden für Wirklichkeit gehalten — Warum diese Bilder für alle Einzelnen, aus denen eine Masse besteht, gleichartig sind — Angleichung der Gelehrten und des Einfältigen in einer Masse — Verschiedene Beispiele von Täuschungen, denen alle Mitglieder in einer Masse unterliegen — Unmöglichkeit, der Zeugenschaft der Massen irgendwelchen Glauben beizumessen — Die Einmütigkeit zahlreicher Zeugen ist einer der schlechtesten Beweise, den man zur Erhärtung einer Tatsache beibringen kann — Geringer Wert der Geschichtswerke

§ 3. Überschwang und Einseitigkeit der Massengefühle — Die Massen kennen weder Zweifel noch Ungewissheit und ergehen sich stets in Übertreibungen — Ihre Gefühle sind stets überschwänglich

§ 4. Unduldsamkeit, Herrschsucht und Konservatismus der Massen — Ursachen dieser Gefühle — Unterwürfigkeit der Massen vor einer starken Macht — Die augenblicklichen revolutionären Triebe der Massen hindern sie nicht, höchst rückständig zu sein — Sie sind instinktiv Feinde von Veränderung und Fortschritt

§ 5. Sittlichkeit der Massen — Die Sittlichkeit der Massen kann je nach den Einflüssen viel niedriger oder viel höher sein als die der Einzelnen, die sie bilden — Erklärung und Beispiele — Die Massen werden selten durch den Eigennutz geleitet, der meist den einzigen Antrieb für den Einzelnen bildet — Versittlichende Wirkung der Massen

Nach diesem allgemeinen Hinweis auf die Hauptkennzeichen der Massen kommen wir nun zur Untersuchung der Einzelheiten. Verschiedene besondere Eigenschaften der Massen, wie Triebhaftigkeit (impulsivité), Reizbarkeit (irritabilité), Unfähigkeit zum logischen Denken, Mangel an Urteil und kritischem Geist, Überschwang der Gefühle (exagération des sentiments) und noch andere sind bei Wesen einer niedrigeren Entwicklungsstufe, wie beim Wilden und beim Kinde, ebenfalls zu beobachten.

Ich streife diese Übereinstimmung nur im Vorübergehen, denn ihre Ausführung würde über den Rahmen dieser Arbeit hinausgehen. Sie wäre unnötig für alle mit der Psychologie der Primitiven Vertrauten und für jene, die nichts von ihr wissen, ohne rechte Überzeugungskraft. Ich gehe nun die verschiedenen Merkmale, die sich bei der Mehrzahl der Massen leicht beobachten lassen, der Reihe nach durch.

§ 1. Triebhaftigkeit, Beweglichkeit und Erregbarkeit der Massen

Bei der Untersuchung ihrer grundlegenden Charakterzüge sagten wir, dass die Masse beinahe ausschließlich vom Unbewussten geleitet wird. Ihre Handlungen stehen viel öfter unter dem Einfluss des Rükkenmarks als unter dem des Gehirns. Die vollzogenen Handlungen können ihrer Ausführung nach vollkommen sein, da sie aber nicht vom Gehirn ausgehen, so handelt der Einzelne nach zufälligen Reizen. Die Masse ist der Spielball aller äußeren Reize, deren unaufhörlichen Wechsel sie widerspiegelt.

Sie ist also die Sklavin der empfangenen Anregungen. Der alleinstehende Einzelne kann ja denselben Reizen unterliegen wie die Masse, da ihm aber sein Gehirn die unangenehmen Folgen des Nachgebens zeigt, so gehorcht er ihnen nicht. Physiologisch lässt es sich so erklären, dass der alleinstehende Einzelne die Fähigkeit zur Beherrschung seiner Empfindungen hat, die Masse aber nicht dazu imstande ist.