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Telepathie - Die Entwicklung menschlicher Offenheit: Handbuch zum Training präkognitiver und telepathischer Fähigkeiten
2.1. Der Stand der Dinge (S.70)
Eine Frage, die Menschen seit jeher fasziniert und deren Antwort seit Jahrhunderten immer wieder anders ausfällt, lautet: „Wie funktioniert Erkennen?" Wir gehen fast immer davon aus, dass die Welt so, wie wir sie wahrnehmen, auch existiert. In unserem Alltag nehmen wir an, dass es Tische, Stühle, Menschen und Tiere, Häuser und Pflanzen, ja gar bislang ungesehenes gibt.
Die meisten von uns haben in der Schule gelernt, dass die Informationen über unsere Umwelt(en) im Gehirn verarbeitet werden. Und, etwas aufgeklärter als noch unsere Urgroßeltern, nehmen wir oft an, dass es irgendwelche Dinge (Teilchen, Wellen oder was-auch-immer) in unseren Umwelten gibt, die von uns im Gehirn verarbeitet und in Informationen umgesetzt werden.
Natürlich haben wir davon gehört, dass die Gegenstände unserer materiellen Umwelt genau genommen aus Atomen bestehen – Teilchen, die so klein sind, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen – und diese Atome sich in ständiger Bewegung befinden. Und doch – wir scheren uns nicht darum, für uns bleibt die Welt so fest, wie sie ist.
Diese feste Sicht der Welt, die Annahme, Dinge seien und andere Dinge seien nicht, die Annahme, eine Person habe dieses oder jenes gesagt, wird für uns zur Falle, wenn wir uns mit etwas ungewöhnlicheren Phänomenen konfrontiert sehen. Was tun, wenn wir einen Traum haben, der am nächsten Tag zur Wirklichkeit wird? Was tun, wenn wir die Gefühle einer anderen Person erfassen und bei Nachfrage herausfinden, dass diese Person wirklich so fühlte?
Nun, die einen zweifeln und leugnen solche Phänomene oder halten sie für zufällig. Die anderen suchen aufgrund mangelnder Erklärungsmöglichkeiten Zuflucht in esoterischen Konzepten. Wie aber wäre es, wenn wir ein Modell generieren könnten, das sowohl rationalen als auch esoterischen Prinzipien gerecht wird?
Dies – kurz gesagt – war unser Ausgangspunkt. Frei nach Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes" dachten wir uns: „Wenn das Wahrscheinliche nicht funktioniert, dann muss das Unwahrscheinliche, mag es uns auch noch so seltsam vorkommen, die Lösung sein."
Nach diesem Satz sollte man sich natürlich zuerst das Wahrscheinliche ansehen. Was also lag näher, als heraus zu finden, was die heutige Wissenschaft zum Zustandekommen menschlicher Erkenntnis zu sagen hat. Hat man heute irgendwie feststellen können, dass bestimmte Dinge unserer Umwelt(en) ursächlich für unsere Erkenntnis sind? Gibt es irgendwelche direkten Zusammenhänge zwischen physikalischer Umwelt und Denken, zwischen gesellschaftlicher Kommunikation und Denken, zwischen dem Nervensystem und Denken?
Kann man heute zum Beispiel mit Gewissheit sagen, dass eine Verletzung am Bein ursächlich für Schmerzen ist? Gibt es heute Letztbegründungen dafür, wie wir Töne hören, sie voneinander unterscheiden, gar Worte analysieren können? Stimmt es vielleicht, dass alles aus Schwingungen besteht, auch unser Denken, und die Schwingungen nur ihre Frequenzen ändern? Oder sitzt vielleicht doch unser Denken im Nervensystem? All diese Fragen sind wichtig, wenn man sich mit außergewöhnlichen Phänomenen beschäftigt. Und so suchten wir.
Doch auch heute, in der Zeit der Neurobiologie, der Quantenmechanik, der Systemischen Sozialtheorie, des Konstruktivismus, der Transpersonalen Psychologie, wurden noch immer keine Antworten gefunden, welche ursachenkausale Schlüsse zulassen.
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