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Old Surehand II - Karl May´s Gesammelte Werke Band 15

Old Surehand II - Karl May´s Gesammelte Werke Band 15

von: Karl May

Karl-May-Verlag, 1949

ISBN: 9783780217158 , 513 Seiten

Format: PDF, ePUB, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 6,99 EUR

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Old Surehand II - Karl May´s Gesammelte Werke Band 15


 

6. Vertauschte Rollen (S. 244-245)

Ich wurde jetzt nach vorn gerufen, um mich als Führer an die Spitze des Zuges zu setzen; denn ich hatte bisher nur hier und da durch ein lautes Wort angegeben, welche Richtung zu nehmen sei. Wir waren ziemlich scharf gerit- ten und nun in die Nähe des Zusammenflusses der beiden Rush Forks gekommen. Die Gegend war wasserreich, und darum wurde die Prärie oft durch größere und kleinere Gruppen von Büschen und Bäumen unterbrochen. Es war also notwendig, dass ich voranritt.

Damit mir das aber ja nicht Gelegenheit zur Flucht geben möge, nahmen Redy und Old Wabble mich eng in ihre Mitte. Wir hatten wie- der einmal eine solche Bauminsel vor uns, als Old Wabble die Hand ausstreckte und rief: „All devils! Wer kommt da? Männer, nehmt euch in Acht! Haltet die Gefangenen eng zusammen, denn da kommt einer, der alles daransetzen wird, sie zu befreien!“ „Wer ist’s?“, fragte Redy. „Ein guter Freund von Winnetou und Shatterhand.

Old Surehand heißt er. Wenigstens möchte ich glauben, dass er es ist. Es kam ein Reiter hinter dem Wäldchen hervor und in vollem Galopp auf uns zugejagt. Er war noch weit von uns entfernt; wir konnten sein Gesicht nicht erkennen; aber wir sahen sein langes Haar wie einen hinter ihm we- henden Schleier fliegen. Das gab ihm freilich eine große Ahnlichkeit mit Old Surehand; aber ich sah sofort, dass er nicht dessen volle, kräftige Gestalt hatte.

Es war nicht Old Surehand, sondern Kolma Puschi, der uns entgegenkam. Er wollte uns zeigen, dass er auf dem Platz sei. Er tat zunächst, als sähe er uns nicht; dann stutzte er, hielt sein Pferd an und betrachtete uns. Hierauf stellte er sich, als ob er zur Seite ausweichen wollte, lenkte aber wieder zurück und wartete auf unsere Annäherung. Als wir so weit gekommen waren, dass wir sein Gesicht erkennen konnten, sagte Old Wabble, hörbar im Ton der Erleichterung: „Es ist nicht Old Surehand, sondern ein Indianer. Das ist gut! Zu welcher Horde er wohl gehören mag?“ „Dumme Begegnung!“, meinte Redy.

„Warum? Viel besser, als wenn es ein Weißer wäre. Braucht sich aber eigentlich auch nicht gerade auf unse- rem Weg herumzutreiben; it’s clear! Wir müssen ihn etwas scharf drannehmen, dass es ihm nicht etwa einfällt, uns nachzuspionieren.“ Jetzt hatten wir ihn erreicht und hielten an. Er grüßte mit stolzer Senkung seiner Hand und fragte: „Haben meine Brüder vielleicht einen roten Krieger ge- sehen, der einen Sattel trägt und sein Pferd sucht, das ihm in dieser Nacht entflohen ist?“ Redy und Old Wabble schlugen ein helles Gelächter auf und der Erstere antwortete: „Einen roten Krieger, der einen Sattel trägt! Schöner Krieger!“ „Warum lacht mein weißer Bruder?“, fragte der den Tramps unbekannte Indianer ernst und erstaunt. „Wenn ein Pferd entwichen ist, hat man es doch zu suchen!“ „Sehr wahr! Aber wer sein Pferd ausreißen lässt und dann mit dem Sattel hinterherläuft, kann kein berühmter Krie- ger sein. Ist’s etwa ein Kamerad von dir?“