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Im Reiche des silbernen Löwen - Karl May´s Gesammelte Werke Band 28

Im Reiche des silbernen Löwen - Karl May´s Gesammelte Werke Band 28

von: Karl May

Karl-May-Verlag, 1987

ISBN: 9783780217288 , 558 Seiten

Format: PDF, ePUB, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 6,99 EUR

Exemplaranzahl:


  • Von Bagdad nach Stambul - Karl May´s Gesammelte Werke Band 3
    Dracula - Roman
    Durchs wilde Kurdistan - Karl May´s Gesammelte Werke Band 2
    Durch die Wüste - Karl May´s Gesammelte Werke Band 1
    Das versteinerte Gebet - Karl May´s Gesammelte Werke Band 29
    Bei den Trümmern von Babylon - Karl May´s Gesammelte Werke Band 27
    Der Löwe der Blutrache - Karl May´s Gesammelte Werke Band 26
    Old Surehand II - Karl May´s Gesammelte Werke Band 15
  • Old Surehand I - Karl May´s Gesammelte Werke Band 14
    In den Kordilleren - Karl May´s Gesammelte Werke Band 13
    Der Schut - Karl May´s Gesammelte Werke Band 6

     

     

     

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Im Reiche des silbernen Löwen - Karl May´s Gesammelte Werke Band 28


 

DAS ,HOHE HAUS‘ (S. 362-363)

Im Duar der Dschamikun


Das war es, was Kara während seines Rittes erlebt hatte. Er berichtete es mir später noch ausführlicher, als ich es hier erzählt habe. Dieser so genannte Übungsritt war also noch viel mehr geworden, als er ursprünglich hätte werden sollen. Was mich betrifft, so war mir während dieser Zeit nichts Besonderes begegnet. Mit der ,festjungfräulichen‘ Köchin gab es ein kurzes Gespräch. Als sie bei ihrer Rückkehr aus dem Tal an mir vorübergehen wollte, nickte ich ihr freundlich zu. Dies veranlasste sie, stehen zu bleiben.

Sie machte die kleinen Äuglein zu, um besser nachdenken zu können, welchen Gegenstand des Gesprächs sie am liebsten wählen könne; dann schlug sie sie wieder auf und fragte mich, natürlich in türkischer Sprache: „Effendi, kennst du Teheran?“ „Ja“, nickte ich. „Hast du dort Hagad, den Aschtschy gekannt?“ „Nein.“ „Das ist schade, denn er war mein Vater. Hast du aber Machub Suleiman Effendi gekannt, der Sefir2 war?“ „Nein.“ „Auch das ist schade, denn er war der Herr meines Vaters. Beide kamen nach Teheran, der Sefir, weil der Sultan ihn sandte, und mein Vater, um für ihn zu kochen. Meine Mutter war auch dabei, und als mein Vater ein Jahr lang für Machub Suleiman Effendi gekocht hatte, wurde ich geboren.“ „So stammst du also nicht aus der Türkei, sondern aus Persien?“

„Ich stamme von meinem Vater und von meiner Mutter, und beide waren Osmanen. Ich habe als Kind meist Türkisch mit ihnen gesprochen, und darum liebe ich noch heute diese meine Muttersprache sehr. Mein Vater kochte auch mit für meine Mutter, und da ich sein Liebling war, hat er mich alles gelehrt, was er konnte. Ich half ihm gern und überall, und als meine Mutter gestorben war, ließ er seinen Harem für immer leer, und ich blieb mit ihm allein. Als der Sefir nach Stambul zurückkehrte, blieb mein Vater in Teheran, weil er Koch des Beherrschers wurde. Aber unseren Tifl kennst du wohl?“

„Natürlich! Das weißt du ja!“ „Er hieß damals anders; aber ich habe ihn stets Tifl genannt. Manche heißen ihn El Aradsch, weil er hinkt. Ich glaube, seinen früheren Namen hat er ganz vergessen. Er kam mit anderen Kindern der Dschamikun nach Teheran, um Reitknecht des Schah-in-Schah zu werden. Er wohnte also im Ark1, geradeso wie ich, und wir wurden sehr bald und auch sehr gut miteinander bekannt, weil sein steter Hunger keinen Anfang und kein Ende hatte.

Ich fütterte ihn und nannte ihn darum Tifl, das Kind. Alles, was er von mir bekam, schmeckte ihm köstlich, und weil dieses Wort in der türkischen Sprache pek ala heißt, so hat er mir den Namen Pekala gegeben. Daher kommt es, dass wir beide noch heute von jedermann Pekala und Tifl genannt werden. Mein Tifl war eigentlich nur für die Pferde geboren. Er wusste und wollte außer mir nichts anderes als sie. Und wie er sie liebte, so liebten sie ihn auch. Er war noch sehr klein, da tat es ihm kein anderer Sa’is gleich. Darum waren seine Vorgesetzten außerordentlich mit ihm zufrieden. Aber das rührte ihn nicht; er achtete nur auf mich; ein Lob von mir war ihm lieber als tausend andere. Ich erzog ihn aber auch sehr sorgfältig und erziehe ihn noch heute! Ein Mann muss nämlich stets erzogen werden! Man darf nur freilich nicht darauf achten, wenn er sich dagegen sträubt.