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KOSMOS eBooklet: Advanced Open Water Diver (AOWD) - Aus dem Gesamtwerk: Tauchen - Handbuch modernes Tauchen

von: Thomas Kromp, Oliver Mielke

Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, 2014

ISBN: 9783440143926 , 560 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 9,99 EUR

Exemplaranzahl:


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KOSMOS eBooklet: Advanced Open Water Diver (AOWD) - Aus dem Gesamtwerk: Tauchen - Handbuch modernes Tauchen


 

Berechnung des Tauchgangs

Auch wenn wir mittlerweile davon ausgehen können, dass jeder Tauchgang mithilfe eines oder mehrerer Tauchcomputer durchgeführt wird, ist es, insbesondere für Gruppenführer von Tauchgruppen, unabdingbar, einen Tauchgang auch von Hand rechnen zu können. Auch Tauchcomputer können ausfallen. Dabei kommt der Aus- bzw. Auftauchphase mit den verschiedenen Stopps (Deep Stop, Sicherheitsstopp, Dekompressionsstopp) eine besondere Bedeutung zu.

Die Berechnung eines Tauchgangs mithilfe der Tauchtabelle hast du bereits im Kurs zum Open Water Diver kennengelernt. Neu ist jetzt, dass du nicht nur nachvollziehen sollst, was dein Tauchpartner berechnet hat, sondern dass jetzt du derjenige bist, der die Berechnungen verantwortlich durchführt.

Als Gruppenführer solltest du auf jeden Fall einen Tauchcomputer verwenden, der nach aktuellen Rechenmodellen arbeitet. Trotzdem solltest du z. B. für den Fall, dass der Computer während des Tauchgangs ausfällt, über die nötigen Kenntnisse verfügen, den Tauchgang mit Tabelle, Uhr und Tiefenmesser zu berechnen. Benutze dazu die Tabelle, mit der du am besten klarkommst. Barakuda empfiehlt neben der Barakuda-Tabelle die bekannte Tabelle „DECO 2000“.

Für alle Taucher gilt: Tauchgänge sind so zu planen, dass keine Pflicht zur Einhaltung von Deco-Stopps entstehen. Neu ist an dieser Stelle der sogenannte Deep-Stop. Untersuchungen haben ergeben, dass, insbesondere bei tieferen Tauchgängen, die Entstehung und Ansammlung von Mikroblasen durch einen zwei bis dreiminütigen Stopp auf der halben Maximaltiefe erheblich reduziert werden kann. Mehr dazu im Spezialkurs und Kapitel „Tieftauchen“.

Luftverbrauch

Bei der Berechnung von Luftverbrauch und –vorrat gehst du jetzt etwas mehr ins Detail, denn du und dein Tauchpartner sind jetzt nicht mehr reine Anfänger. In den bisher durchgeführten Tauchgängen konnten bereits verschiedene Erfahrungen gesammelt werden und auch der persönliche Luftverbrauch hat sich bereits etwas verbessert. So werden in die Berechnung nun ein paar weitere Punkte integriert, welche die Berechnung etwas genauer machen:

» Unterschiedliche Tiefen bedeuten unterschiedlichen Luftverbrauch.

» Temperaturschwankungen haben Einfluss auf den Luftvorrat (Gesetz von Gay-Lussac).

Als Beispiel planen wir dazu vorerst einen Tauchtag im Urlaub:

TG1: 10:00 Uhr, max. Tauchtiefe 25 m, Grundzeit: 20 min

TG2: 14:00 Uhr, max. Tauchtiefe 20 m, Grundzeit: 20 min

Blaue Werte: vorgegebene Tauchgangdaten (Einstiegszeit, max. Tiefe, Grundzeit, Sicherheitsstopp1)

Grüne Werte: mithilfe der Tabelle berechnete Werte (Aufstiegszeit zehn Meter pro Minute, Wiederholungsgruppe, Deep Stop, Dekompressionsstopp, Oberflächenpause, Zeitzuschlag).

1

Anmerkung für Taucher, die das Brevet CMAS** absolvieren möchten: Bei der Berechnung der Prüfungsfragen zum CMAS** wird bei dekompressionspflichtigen Tauchgängen auf den Sicherheitsstopp verzichtet.

 

Tauchtiefe

Bereits im OWD hast du gelernt, dass dein Luftverbrauch mit jedem Meter Tiefe steigt. Der Grund dafür ist einfach: der größere Druck in der Tiefe lässt nach dem Gesetz von Boyle-Mariotte das Volumen abnehmen. Dadurch kann die Lunge bei gleichem Volumen eine größere Luftmenge aufnehmen. Diesen Aspekt können wir bei der Berechnung des Luftverbrauchs nutzen. Bisher waren wir immer davon ausgegangen, dass wir auch bei Aufstieg und Sicherheitsstopp unter dem Druck der Maximaltiefe atmen. Am Beispiel unseres Urlaubstauchgangs 1 können wir diesen Vorteil verdeutlichen. Bei der Gegenüberstellung der beiden Berechnungsmodelle ergibt sich daraus der folgende Luftverbrauch

Damit haben wir also etwa 300 barl mehr zur Verfügung.

 

Temperaturschwankungen

Wir haben berechnet, wie viel Luft wir bei einem Tauchgang verbrauchen. Für die Planung unseres Tauchgangs ist es aber ebenso wichtig zu wissen, wie viel Luft wir für den Tauchgang zur Verfügung haben.

Die Berechnung des Luftvorrats kennen wir bereits aus dem Kurs zum Open Water Diver. Danach errechnet sich die zur Verfügung stehende Luftmenge aus: Flaschendruck abzüglich 50 bar für die Reserve ergibt die zur Verfügung stehende Luftmenge.

Zur Bestimmung des aktuellen Luftvorrats ist es wichtig, den exakten Fülldruck der Flasche zu kennen. Dabei müssen wir jedoch beachten, dass sich der Druck einer abgeschlossenen Gasmenge verändern kann, wenn sich die Temperatur ändert. Man spricht dabei von den Auswirkungen durch das „Gesetz von Gay-Lussac“.

Näherungsweise können wir sagen: pro zehn Grad Temperaturänderung steigt oder fällt der Flaschendruck um etwa sieben Bar.

Atem-Minuten-Volumen (AMV)

Wir gehen im Allgemeinen von einem Atemminutenvolumen (AMV) von 20 Litern pro Minute aus. Um den Luftverbrauch wirklich 100-prozentig ausrechnen zu können, müsstest du durch einen speziellen Tauchgang dein durchschnittliches AMV ermitteln. Dies wäre dann zwar genauer, doch es bleibt zu bedenken, dass jede Anstrengung (z. B. Strömung), verschiedene äußere Einflüsse (z. B. Kälte) oder auch einfach nur das eigene Wohlfühlen das AMV stark beeinflussen können.

Trotzdem ist es eine wichtige Information, wie hoch dein AMV tatsächlich ist. Die Werte unserer Tauchtabelle gehen von einem AMV von maximal 28 Litern pro Minute aus. Bei einem höheren AMV müssen die Daten der Tabelle korrigiert werden. Die einfachste Variante zur Korrektur besteht darin, die zur Verfügung stehende Nullzeit zu halbieren. Dies geht natürlich nur dann, wenn bereits bei der Berechnung des Tauchganges klar ist, dass mehr Luft benötigt wird, z.B. bei Planung eines Tauchganges in/gegen Strömung. Stellt sich erst unter Wasser heraus, dass dein AMV höher ist als erwartet (z.B. bei Bergung eines Gegenstandes/Arbeit unter Wasser/Schwimmen gegen die Strömung), so soll die verstrichene Tauchzeit vor Ablesen in der Tabelle mit dem Faktor 1,5 multipliziert werden.

Das AMV kann durch Tauchtraining und Routine gesenkt und durch verschiedene Atemtechniken und Yoga positiv beeinflusst werden. Durch die optimal angepasste Tauchausrüstung kann man wie beim Auto den „CW-Wert“, den Wasserwiderstand stark verringern und damit auch das AMV. Ein weiterer wichtiger ­Aspekt ist die Lage des Tauchers im Wasser

Auf einen Blick!

Luftvorrat und Luftverbrauch sind von Flaschengröße, Fülldruck, Temperatur bzw. Tiefe und Dauer des Tauchgangs und AMV abhängig. Sie müssen bei der Planung berücksichtigt werden.

Exkurs:

Ermitteln von AMV

Setze dich in zehn Meter Wassertiefe ab und notiere dir den Luftvorrat, am besten mit einem elektronischen UW-Manometer. Atme nun über einen Zeitraum von zehn Minuten ruhig und gleichmäßig ein und aus und lies anschließend erneut das Finimeter ab. Jetzt kannst du dein AMV leicht berechnen. Benutze dazu die folgende Formel:

AMV = verbrauchter Druck in Bar x Flaschenvolumen in Litern/Druck in der Tauchtiefe in Bar x Zeit in Minuten

Gesetz von Gay-Lussac

Verhältnis von Druck und ­Temperatur

„Pro Grad Temperaturerhöhung erhöht sich der Druck einer abgeschlossenen Gasmenge um 1/273 ihres Ausgangs­volumens (und umgekehrt).“ Oder in anderen Worten: Druck geteilt durch Temperatur ist konstant ››› p/T = konstant ››› p1/ T1 = p2/ T2

Beispiel: Beim Füllen der Pressluftflaschen wird das Atemgas komprimiert. Die Gasmoleküle werden dabei beschleunigt und es entsteht Wärme. Warme Luft nimmt einen größeren Raum ein. Wird die Flasche nun beim vorgegebenen Enddruck von 200 bar geschlossen, hat sie (und damit auch die eingeschlossene Luft) nicht selten eine Temperatur von mehr als 40 Grad. Je schneller der Füllvorgang vonstatten geht, umso größer ist die Temperaturerhöhung.

Spätestens beim Einstieg ins Wasser werden die Flasche und die enthaltene Luft abgekühlt, der Flaschendruck geht also zurück. Dies wiederum hat zur Folge, dass wir bei der Berechnung unseres Luftvorrats eine Korrektur anwenden müssen.

Berechnungsgrundlagen für Kandidaten zum Barakuda Master Diver/CMAS-2-Sterne:

Aus Gründen, die hier nicht näher erläutert werden sollen, müssen für die weiteren Berechnungen die Temperaturen von der Celsius- in die Kelvinskala umgerechnet werden. Der absolute Nullpunkt, d. h. die tiefste Temperatur, die überhaupt erreicht werden kann, liegt bei 0 Kelvin. Dies entspricht einer Temperatur von minus 273 Grad; demnach entsprechen 40 Grad also 313 Kelvin (40 + 273 = 313).

Bei einer Temperatur von 313 Kelvin beträgt der Druck in unserer Flasche 200 bar. Nach dem Gesetz von Gay-Lussac nimmt der Druck bei sich abkühlender...