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1 Die Faktorenfeldmethode und ihre Hintergründe (S. 24-25)
Wir stehen heute am Beginn eines Zeitalters, in dem unsere Gehirne immer mehr zusammenwachsen müssen, nicht auf der physischen Ebene wie bei siamesischen Zwillingen, sondern auf der Ebene des Bewusstseins, auf der Ebene des Denkens. Das gilt nicht nur für die großen Zusammenhänge globaler ökologischer und ökonomischer Probleme, sondern auch für unseren Alltag, unser berufliches und häusliches Umfeld.
Die technischen Voraussetzungen für eine globale Vernetzung sind geschaffen. Weltweite mobile Verbindungen sind heute jedermann zugänglich. Gegenüber dieser rasanten Entwicklung der technischen Möglichkeiten, hinkt die Software – unser Bewusstsein, unsere Denkweise – hinterher. Die Internetgeneration ist jetzt 30 Jahre alt und geht spielerisch, intuitiv und wie selbstverständlich mit der Technologie um. Ältere Semester tun sich da schwerer.
Bisher bewährte Denkmethoden zur Lösung von Problemen sind nicht mehr angemessen, manche sind sogar kontraproduktiv. So führen rein lineare, am geschlossenen System orientierte Problemlösungsstrategien mit großer Wahrscheinlichkeit zu unerwünschten Folgeerscheinungen.
Sowohl die Ausgangssituation eines Problems als auch seine Lösung sind non-linear, erfordern das Navigieren im offenen System.
Unsere Wahrnehmung funktioniert ganzheitlich, nicht nur beim Sehen, sondern generell. Zur Interpretation eines Wortes oder eines Satzes ist es unerlässlich, den Kontext zu berücksichtigen. Das Gehirn erstellt bei jeder Wahrnehmung Systembilder, vergleicht sie mit bereits vorhandenen Strukturen und schenkt unbekannten Strukturen erhöhte Aufmerksamkeit. Heinz Georg Schuster (Schuster 2007, S. 103) formuliert: „Wenn wir uns und unsere Umwelt beobachten und manipulieren, geschieht dies vermutlich primär in Form von dynamischen Bildern, die erst in einem sekundären Prozess durch unsere Sprache zeitlich geordnet und noch weiter manipuliert werden können." Er erwähnt einen Brief von Albert Einstein, der erklärt, dass seine Ideen stets in „muskulären dynamischen Bildern" aufgetreten sind.
Wie das Gehirn dabei genau funktioniert, wissen wir trotz aller beachtlichen Fortschritte in der Gehirnforschung nicht, weil wir Insider unseres Gehirns sind, es also nicht von außen beobachten können. Wir können beschließen, etwas bestimmtes zu denken, aber ansonsten denkt das Gehirn selbstverloren in der Gegend herum. Eindrücke von außen wirken ganzheitlich, über alle Sinnesorgane gleichzeitig. Mit den Augen können wir in gewissem Maße steuern, was wir sehen wollen, können Dinge genauer betrachten oder die Augen schließen. Die Ohren und die Nase sind ständig offen, auch im Schlaf. Nahe liegend ist, dass nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch die Verarbeitung der Wahrnehmung im Gehirn ganzheitlich erfolgt.
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