Suchen und Finden
Service
Infos und Kontakt
2 Für die engere Auswahl Wissen vertiefen (S. 46)
Im Laufe der Monate nehmen die beruflichen Informationen zu. Überall begegnet dem Jugendlichen jetzt die Arbeitswelt. In der Schule ist der Berufseinstieg Thema, jugendspezifische Einrichtungen bieten Informationsveranstaltungen an, die örtliche Ausbildungsmesse findet statt, die Schulkasse besucht das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit und überall in den Massenmedien wird berichtet – vermutlich auch wieder einmal über das »Ausbildungsplatzdefizit«. Nicht zuletzt hat der Jugendliche ein Betriebspraktikum absolviert, das häufig eine erste Phase der beruflichen Orientierung abschließt und eine zweite einleitet.
Das erste Praktikum
Das erste Betriebspraktikum hat eine immense Bedeutung für den Einstieg in die Arbeitswelt. Dabei geht es nicht so sehr um einzelne konkrete Informationen über die anvisierten Berufe, sondern generell um das Begreifen, wie wirtschaftlich orientier- te Aufgaben, Prozesse und Schnittstellen zwischen allen Beteiligten strukturiert sind und wie das betriebliche Miteinander funktioniert. Plötzlich bekommt der junge Mensch eine sehr konkrete Vorstellung davon, was es heißt, arbeiten zu gehen.
Das erste Praktikum eines Jugendlichen ist meistens das, das von der Schule mitorganisiert wird (»Schulpraktikum«). Bestehende Kontakte der Schule zu den örtlichen Betrieben erleichtern den Einstieg. Mancherorts müssen sich die Schülerinnen und Schüler aber auch selbst den Praktikumsplatz suchen.
Viele Betriebe sind nach wie vor gern bereit, jungen Menschen einen ersten Einblick in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Die Jugendlichen sollten diese Wochen nutzen, um intensiv in Wirtschafts- und Arbeitsprozesse hineinzuschnuppern, denn immer wieder beschweren sich die Wirtschaftsverbände darüber, wie wenig die Jugendlichen in der Schule über die Wirtschaftswelt erführen. Zu Beginn der Ausbildung fehlt es oft an Grundwissen über die Arbeitswelt. Besonders ein Praktikum leistet hier erste Abhilfe.
Die Wahl des Praktikumsbetriebs hat nicht unbedingt schon damit zu tun, welchen Beruf der Jugendliche später wirklich erlernt. Wichtiger ist das erste Einfühlen in die Arbeitswelt. So ist ein Praktikum auch dann als erfolgreich einzuschätzen, wenn der Beruf (oder der Betrieb) anschließend ausgeschlossen wird, wenn entgegen der ersten Annahme der Beruf nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Der Jugendliche sollte auch nicht zu sehr darauf setzen, im ersten Praktikum vielleicht schon den späteren Ausbildungsbetrieb ergattert zu haben. Diese Hoffnung stellt sich oft als unrealistisch heraus. Ohnehin bieten viel mehr Betriebe Praktikumsstellen an als Ausbildungsstellen – in Deutschland bilden lediglich 35 Prozent aller Betriebe aus.
Wichtig ist, dass der Jugendliche das Praktikum ernst nimmt, das bedeutet:
# pünktlich zu erscheinen, ausgeschlafen zu sein und die Aufmerksamkeit auf die zu erledigenden Aufgaben zu richten,
# sich in Teams und Abläufe einzufügen,
# engagiert, aber nicht vorlaut die übertragenen Arbeiten auszuführen,
# gewissenhaft mit Arbeitsmitteln umzugehen,
# private Tätigkeiten (inklusive Rauchen) oder Gespräche (dazu zählen auch Telefonate mit dem eigenen Handy!) zu begrenzen,
# Autoritäten anzuerkennen.
Wer das beherzigt, kann umfangreich vom Praktikum profitieren. Wer dem Betrieb jedoch vermittelt, die Praktikumswochen sowieso nur hinter sich bringen zu wollen, wird keine positive Unterstützung erfahren. Dann überrascht anschließend auch nicht die Aussage, das Praktikum habe »nichts gebracht«. Bedenken Sie bei der Wahl des Unternehmens auch, dass im Zweifelsfall nicht der Betrieb »um die Ecke« eine gute Entscheidung ist, nur weil er so leicht zu erreichen ist (»Da kann ich dich morgens schnell hinfahren«), sondern dass die zu erwartende Qualität des Praktikums wichtiger sein muss. Auch im Praktikum sollte man Unannehmlichkeiten auf sich nehmen.
Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.; Ersparnis im Vergleich zur Printversion






















