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Die Monotonie, ihre Analyse und ihre Theorie (S. 431-432)
Horst Quednau
Industrielle Psychotechnik, 1940, 17. Jahrgang, Heft 3/5 Seitdem Münsterberg im Jahre 1919 der Monotonieforschung eine Richtung gewiesen hatte, können wir eine Reihe von Untersuchungen verzeichnen, die sich mit den verschiedenen Fragen auf diesem Gebiet auseinandersetzen. In theoretischen und experimentellen Beiträgen hat man dazu Stellung genommen, welche Wirkungen monotone Situationen auf die Persönlichkeit haben, hat sich mit dem Monotonieempfinden, der Monotoniereaktion ihrer Entstehung, Erklärung, Prüfung und Beseitigung beschäftigt. Doch haben alle diese Bemühungen nur den Erfolg gehabt, daß Schorn noch 1935 (S. 355ff.) nicht viel mehr feststellen konnte, als daß Münsterberg sich das Monotonieproblem zu einfach vorgestellt habe, die Monotoniereaktion sei ein sehr komplexer Tatbestand, und die Frage nach ihrer Beseitigung sei nicht einfach damit beantwortet, daß die Eignung für monotone Arbeit geprüft wird.
Und in der Tat sind die bis heute gezeigten Ergebnisse kaum über das Stadium von Versuchen und Vermutungen hinausgekommen, und nur wenige Thesen haben allgemeine Anerkennung erringen können. Als der Verfasser seinerseits anläßlich der psychotechnischen Untersuchung von Hollerith-Locherinnen mit dem Monotonieproblem in Berührung kam, ging er diesem mit den bisher vorgeschlagenen Hilfsmitteln zuleibe.
1 Begriffsbestimmung
Um zunächst Klarheit in die verwendeten Bezeichnungen zu bringen, sei als Begriffsbestimmung vorausgeschickt, daß wir unter „Monotonie" den objektiven Tatbestand einer Situation oder Situationsfolge1 verstehen, der auf der subjektiven ein- und gleichförmigen Seite das „Monotonie-Empfinden" zur Folge hat. Wenn wir erkennen, daß die Persönlichkeit auf monotone Situationen immer in bestimmter Weise reagiert, so wollen wir von „Monotonie- Empfindlichkeit" – etwa im Sinne einer Eigenschaft – sprechen. Bisher hat es keine Einheitlichkeit in den Ausdrücken gegeben, wodurch das Verständ- nis der Arbeiten unnötig erschwert wurde. Man verwendete die Bezeichnung „Monotonie" sowohl für die objektive als auch für die subjektive Seite, wobei in subjektiver Hinsicht darunter eine Bewußtseinslage (Flechtner, 1937, S. 60), eine „gefühlsmäßige Reaktion" (Moede, 1930, S. 140), ein „subjektiver Widerwille" (/Münsterberg, 1919, S 115) u.a.m. verstanden wurde. Die Begriffe „Monotonie-Wirkung" und „Monotonie-Reaktion" bedürfen keiner Erläuterung.
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