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Das Stardust-System (Band Nummer 2438)

Das Stardust-System (Band Nummer 2438)

von: Hubert Haensel

Pabel-Moewig Verlag, 2008

ISBN: perh2438ebook, 52 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 1,35 EUR

Ersparnis: 0,50 EUR

  • Armee der Schatten (Band Nummer 2440)
    Versteck am Black Hole (Band Nummer: 2404)
    Die Thermodyn-Zentrale (Band Nummer: 2424)
    Die Kristall-Annalen (Band Nummer: 2406)
    Berserker in Not (Band Nummer: 2423)
    Mythos Scherbenstadt (Band Nummer: 2416)
    Zwei gegen INTAZO (Band Nummer: 2425)
    Armee der Mikro-Bestien (Band Nummer: 2415)
  • Aufbruch der Friedensfahrer (Band Nummer 2426)
    Sklave der Maschinen (Band Nummer: 2417)
    Hobogey der Rächer (Band Nummer 2428)
    ELEDAINS Kinder (Band Nummer: 2421)
    Das Terminale Beben (Band Nummer 2429)
    Das verlöschende Volk (Band Nummer: 2422)
    Die Teletrans-Weiche (Band Nummer 2436)
    Die Negane Stadt: In der Proto-Negasphäre - der Chaotarch wird erwartet (Band Nummer 2446)
 

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Das Stardust-System (Band Nummer 2438)


 

4. 23. August Solsystem (S. 23-24)

Jodras Mellinfort war die Zuverlässigkeit in Person. Für Timber F.Whistler hatte der auf einer Blueswelt geborene Sohn eines terranischen Dip-lomaten-Ehepaares die Perfektion einer Maschine. Timber wusste genau das zu schätzen. Für ihn war Jodras Mellinfort ein Mensch mit der Seele eines Roboters.

Als Mellinfort das Büro des Firmeninhabers betrat, war Whistlers Aufmerksamkeit sofort geweckt. Jodras’ Bewegungen erschienen dem Magnaten fahrig, seine Schritte ein wenig zu hastig. Außerdem perlte Schweiß auf seiner Stirn.

»Ich bin ganz Ohr«, stellte Whistler fest. Mit einer wischenden Handbewegung löschte er alle aktiven Felder auf seiner Arbeitsplatte.

Mellinfort stützte sich mit beiden Händen auf der Schwebeplatte ab. Das tat er sonst nie.

»Probleme mit den Luna-Werken?« Timber Whistler lehnte sich im Sessel zurück. »Das kann man wohl sagen!« Mit dem Handrücken wischte sich Mellinfort über die Stirn. »Die Terminabsprache war eindeutig. Kein Zweifel an der Übernahmeabsicht, ebenso wenig an der Finanzierbarkeit. Schließlich geht es nicht um ein langfristig aus- gearbeitetes Projekt, sondern Spontaneität steht im Vordergrund.«

»Ich glaube nicht, dass MD einen Preispoker einläuten will.«

»Micro-Dynamics war stets ein verlässlicher Partner«, bestätigte Mellinfort.

»Und erste Wahl. Die Übernahme kann sich MD nicht entgehen lassen. Unser Areal neben den staatlichen Luna-Werften hat die ideale Lage für einen Zulieferer des Triebwerksbereichs.«

»Der Termin wurde abgesagt!«

»Verschoben ...«, vermutete Whistler.

»Die MD-Spitze ist nicht mehr interessiert.«

»Seit wann wissen wir das?«

»Vor nicht einmal fünf Minuten traf die Absage ein. Ohne persönlichen Kontakt.«

»Ich gehe davon aus, dass du sofort rückgefragt hast ...«

Mellinfort verzog das Gesicht. Die Enttäuschung war ihm anzusehen. »Die MD-Vorsitzenden haben Terra mit Ziel Mars verlassen. Sie sind bis auf Weiteres nicht erreichbar.«

Das war in der Tat ein Schlag ins Gesicht. Whistler schürzte die Lippen, dann schüttelte er den Kopf. Vor fünfundzwanzig Jahren hatte sich der Triebwerksproduzent Micro- Dynamics schier überschlagen in seinen Bemühungen, das Areal auf Luna zu erwerben. Whistler hatte dem Großkonzern trotzdem den Rang abgelaufen. Weil nicht Kapital allein, sondern zugleich menschliche Faktoren die entscheidende Rolle gespielt hatten. MD hatte sich damals das Vorkaufsrecht sichern lassen.

»Vor vierzehn Stunden sah das noch anders aus«, kommentierte Mellinfort. »Als würde man uns das Filetstück der TRR-Immobilien um jeden Preis aus der Hand reißen wollen.«

Whistler nickte in Gedanken versunken.

»Adams!«, stieß er hervor, und wie er das sagte, klang der Name schon wie eine Verwünschung. »Dieser Verzicht trägt Adams’ Handschrift. Ihm liegt also weiterhin daran, den Exodus ins Stardust-System zu verhindern. Trotz der Presse-SKARABÄEN. Die Medienleute sind für ihn nur ein Alibi.«

»Weil er nicht an die guten Absichten von ES glaubt?«

»Ich weiß nicht, was ihn bewegt. Möglich, dass er Informationen zurückhält. Noch wahrscheinlicher, dass das mit Rhodans Abwesenheit zu tun hat. Wieso musste ausgerechnet Lotho Keraete Rhodans Stellungnahme übermitteln?«

»Was auch hinter den Kulissen abläuft, Adams verspricht sich offenbar sehr viel davon.«

»So viel, dass er glaubt, sogar das Angebot von ES ausschlagen zu dürfen.« Whistler hämmerte mit der rechten Faust auf die linke Handfl äche. »Er ist ein verbohrter alter Mann geworden. Ich will nicht behaupten, dass ihm seine Erfolge zu Kopf gestiegen sind, aber offensichtlich hat er verlernt, Eventualitäten abzuwägen.«

Das waren schwere Anschuldigungen. Doch solange Adams ihm keine Fakten auf den Tisch legte, scheute Timber vor einer Konfrontation nicht zurück.

Diese Auseinandersetzung würde kommen. Mit jedem Tag, der ungenutzt verstrich, ging ein Stück Zukunft für die Menschheit unwiderrufl ich verloren.

Wer übernimmt die Verantwortung dafür?, fragte sich Whistler. Adams? Das Parlament? Aber wie lange wird die schweigende Mehrheit der Bevölkerung stillhalten? Viele scheinen angesichts der Belagerung erstarrt zu sein wie das Kaninchen unter dem hypnotischen Blick einer Schlange. Sie setzen ihre Hoffnung auf die TERRANOVA-Flotte und die TANKSTELLEN und übersehen dabei, dass die Zeit für TRAITOR arbeitet.