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Seitenformatierung Hacks #26–34 (S. 74-75)
Nachdem wir uns mit Texten und mathematisch-naturwissenschaftlichen Inhalten, also dem Fließtext eines Dokuments beschäftigt haben, werfen wir jetzt einen Blick darauf, wie wir dieses Material auf Seiten verteilen. Wir befassen uns mit Seitennummerierung, Seitenstilen mit Kopf- und Fußzeilen, Schusterjungen und Hurenkindern und damit, wie Sie das Seitenlayout visualisieren und anpassen können. Sie lernen, wie Sie dafür sorgen, dass Material auf linken und rechten Seiten verschieden formatiert wird. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie LATEX-Texte in ganz eigenartige Formen bringen können, mit etwas Hilfe von xfig.
HACK #26 Kapitelweise Seitennummerierung verwenden
Alles neu macht das neue Kapitel: Lernen Sie hier, wie Sie dafür sorgen, dass die Seiten jedes Kapitels ab 1 gezählt werden.
Romane, Lexika und überhaupt die meisten Druckwerke nummerieren ihre Seiten von vorne nach hinten fortlaufend durch. Hin und wieder trifft man aber eine Situation, wo eine Paginierung gewünscht ist, die für jedes neue Kapitel wieder mit 1 anfängt. Typischerweise ergeben sich dann Seitennummern wie »1-13« oder »5-27«. Die gängige Anwendung hierfür sind Loseblattsammlungen, wo man zu einem Kapitel neue Seiten hinzufügen möchte, ohne dass die Seitenzahlen für das restliche Dokument durcheinander geraten.
Sinnvollerweise geht dies Hand in Hand mit einem Design, bei dem neue Kapitel jeweils auf einer neuen rechten Seite anfangen, da Bücher in der Regel die ungeraden Seitennummern rechts haben. Ein Kapitelanfang in der Mitte einer linken Seite wäre für dieses Konzept eher unbequem. Aus LATEXnischer Sicht macht dieser Umstand – Kapitelanfang immer oben rechts – die Sache relativ einfach: Vor dem eigentlichen neuen Kapitelanfang wird mit einem cleardoublepage dafür gesorgt, dass eine allfällige halbfertige Seite ausgegeben und, falls nötig, eine leere linke Seite eingebaut wird. (Die LATEX-Dokumentklasse book macht das von Haus aus so, report können Sie mit der Klassenoption openright dazu überreden.) Jetzt sind wir in einer Position, die Seitennummer zurückzusetzen, da der Kapitelanfang sowieso eine neue Seitennummer bekommen muss.
LATEX gibt uns die Möglichkeit, einen Zähler auf Null zurückzusetzen, wenn ein anderer Zähler weitergezählt wird. Üblicherweise wird das beim Neuanlegen des zurückzusetzenden Zählers mit
ewcounter{page}[chapter]
erledigt, aber die Zähler für Seite und Kapitel sind ja schon definiert. Also müssen wir es nachträglich machen – ein
@addtoreset{page}{chapter}
sorgt dafür, dass beim Erhöhen der Kapitelnummer die Seitennummer zurückgesetzt wird.
Uns bleibt nur ein Problem, das Ihnen sicher schon schwer im Magen liegt, wenn Sie sich an die LATEX-Dokumentation erinnern: Die meisten LATEX-Zähler werden unmittelbar vor ihrem »Gebrauch« erhöht – eine Kapitelnummer zum Beispiel beginnt mit dem Wert 0 und wird erst bei der Ausgabe des ersten Kapitelanfangs auf den Wert 1 gesetzt –, aber der Wert des Zählers page, der Seitennummer, ist immer die Nummer der nächsten auszugebenden Seite, denn page wird nach dem Gebrauch weitergezählt und nicht davor. Das heißt, wenn wir nicht wollen, dass auf der ersten Seite unseres neuen Kapitels die Nummer »1-0« prangt, müssen wir page auf 1 zurücksetzen und nicht auf 0.
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