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Kapitel 12 Dynamische Webseiten erstellen: Stylen Sie Ihr Skript (S. 261-262)
Im Jahr 1996 wurde ich in meiner Eigenschaft als Autorin zu einer vertraulichen Vorstellung einer neuen Technologie eingeladen, die Microsoft in dem Jahr herausbringen wollte. Ich reiste also von Portland, Oregon zum Microsoft-Campus in Seattle und traf mich dort mit vielen anderen Autoren und Herausgebern verschiedenster Verlage in einem ziemlich netten Konferenzraum (mit einem tollen Büffet).
Einer der Microsoft-Manager erschien vor einem an die Wand projizierten Bild einer Webseite. Bis dahin war das nichts, worüber sich zu schreiben lohnte. Dann klickte er auf eine Überschrift auf der Seite, und das Material unter der Überschrift wurde nach unten verschoben, weil ein bisher versteckter Absatz erschien. Nur eine Kleinigkeit und heute auch nichts Besonderes mehr, aber damals war ich baff.
Das war meine erste Einführung in das Konzept, das später als Dynamic HTML oder DHTML bekannt wurde. Ich schrieb schließlich ein Buch über DHTML und viele Artikel, die sich mit der Behandlung der Browserunterschiede bei DHTML befassten. Kernelement des Konzepts war die Einführung einer neuen W3C-Spezifikation über Cascading Style Sheets (CSS) und das Konzept des Document Object Model, das damals allerdings nicht so universell anwendbar war.
Mit CSS können wir die Darstellung von Seitenelementen festlegen, ohne auf externe Anwendungen, Plug-ins oder die exzessive Verwendung von Bildern zurückgreifen zu müssen. Und durch CSS und Stylesheets können wir die Präsentation der Seitenelemente von ihrer Organisation trennen.
Über das DOM konnten wir per JavaScript auf die Stylesheet-Eigenschaften zugreifen und einzelne Elementeigenschaften selbst nach dem Laden der Seite ändern. Kombiniert mit CSS, war das ein mächtiges Werkzeug, um eine Webseite weitaus interaktiver zu gestalten, als sie es bisher war.
Das einzige Problem bei der Sache war, dass jede Firma, die damals einen wichtigen Browser herausbrachte – Netscape Navigator und der Internet Explorer von Microsoft an erster Stelle –, ein anderes DOM implementiert hatte und DHTML damit ziemlich schwierig wurde. Auch wenn die Browser der Version 4 einige erstaunliche Effekte beherrschten, kostete dies ziemlich viel Aufwand. Die Seite musste Code zum Erstellen des Effekts beinhalten, der in jedem Browser funktionierte und auch mit älteren Browsern zusammenarbeitete, die kein DHTML unterstützten. Vor allem auf Grund dieser Schwierigkeiten dümpelte DHTML wenig beachtet dahin, bis neuere Browser kamen wie die, mit denen die Beispiele in diesem Buch getestet wurden. Dadurch ist das Interesse an DHTML neu erwacht, vor allem auf Grund der erstaunlichen Beliebtheit von Ajax (siehe die Kapitel 13 und 14).
Wie schon in Kapitel 11 erwähnt, hatte ich seit 1998 in der einen oder anderen Form eine Reihe von browserübergreifenden DHTML- und Animationsobjekten im Einsatz, die darauf aufbauten. Sie können eine moderne Variante davon zusammen mit vielen Beispielen auf meiner Webseite zu Einführung in JavaScript herunterladen: http://learningjavascript.info.
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