Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur eBooks für mein Endgerät anzeigen:

 

Newsletter

Das schwarze Haus

Das schwarze Haus

von: Stephen King, Peter Straub

PeP eBooks, 2008

ISBN: 9783894803964, 833 Seiten

Format: ePUB, PDF

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 8,99 EUR

Ersparnis: 0,96 EUR

  • Die Erscheinung
    Lexikon der biblischen Irrtümer
    Basiswissen ERP-Systeme
    In Flammen
    Die Behandlung
    Schlangenlinien
    Unter Damen
    Das Buch der Toten
  • Nährwerte einfach und übersichtlich
    Die Chirurgin
    Die Kunst des schmutzigen Gesprächs “Dirty Talk”
    Der Vogelmann
    Die Geisha
    Seelenficker - Tagebuchroman vom Drogenstrich

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Das schwarze Haus


 

2 (S.36)

Chippers Herkunft kennen wir ja bereits, nun zu Alice. Sie ist aus einem großen, in der Gale Street gelegenen Haus ins Maxton gekommen. Dort, im alten Teil der Gale Street hat sie zwei Ehemänner überlebt, fünf Söhne großgezogen und als Klavierlehrerin vier Generationen von Kindern aus French Landing unterrichtet, von denen keines jemals den Pianistenberuf ergriffen hat, die sich aber alle liebevoll an sie erinnern und mit Zuneigung an sie zurückdenken. Alice ist wie die meisten anderen hierher gekommen: in einem Auto, das von einem der eigenen Kinder gefahren wurde, und mit einer Mischung aus Widerstreben und Schicksalsergebenheit. Sie war zu alt geworden, um allein in dem großen Haus im alten Teil der Gale Street leben zu können, da waren zwar zwei erwachsene, verheiratete Söhne, die sich liebevoll um sie kümmerten, aber sie wollte ihnen um keinen Preis zur Last fallen.
Alice Weathers hatte ihr gesamtes Leben in French Landing verbracht und keine Lust, irgendwo anders zu leben, in gewisser Weise hatte sie schon immer gewusst, dass sie ihre Tage im Maxton beschließen würde, das zwar keineswegs luxuriös, aber durchaus annehmbar war. An dem Tag, an dem ihr Sohn Martin sie zu einer Besichtigung der Seniorenresidenz hinübergefahren hatte, wurde ihr bald klar, dass sie bereits mindestens die Hälfte der Bewohner hier kannte.

Anders als Alice ist Charles Burnside, der große, hagere Alte, der vor uns unter einem Laken auf seinem Metallbett liegt, mitnichten in vollem Besitz seiner Geisteskräfte, noch träumt er gar von Fred Astaire. Die von Adern durchzogene Fläche seines kahlen, schmalen Schädels zieht sich zu Augenbrauen hinunter, die grauen Drahtbürsten gleichen, Augenbrauen, unter denen, geteilt durch eine fleischige Hakennase, zwei eng zusammenstehende Augen aus dem nach Norden führenden Fenster des Zimmers in den großen Wald hinter dem Maxton hinausstarren. Von allen Bewohnern des Daisy-Trakts schläft nur Burny nicht. Seine Augen glitzern, und die Lippen sind zu einem bizarren Lächeln verzogen – aber diese Details haben nichts zu bedeuten, Charles Burnsides Verstand ist nämlich ähnlich leer wie sein Zimmer.

Burny leidet seit vielen Jahren an der Alzheimerkrankheit, und was wie eine aggressive Form von Vergnügen wirkt, ist vielleicht nicht mehr als körperliche Befriedigung einfachster Art. Hätten wir nicht schon vermutet, dass der Gestank in diesem Zimmer von ihm stammt, beseitigen die Flecken, die sich auf dem Laken ausbreiten, die letzten Zweifel. Er hat gerade massiv in sein Bett defäkiert, und das Allermindeste, was sich über seine Reaktion auf diese Tatsache sagen lässt, ist, dass ihn das nicht im Geringsten stört. O nein, Schamgefühl gehört nicht eben zu seiner Persönlichkeitsstruktur. Aber auch wenn Burny – anders als die reizende Alice – nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, ist er dennoch kein typischer Alzheimer-Patient. Manchmal verbringt er ein, zwei Tage damit, wie Chippers übrige »Zombies« in seinen Haferbrei zu murmeln, um sich dann neu erwacht wieder unter die Lebenden zu mischen.
Ist er nicht untot, schafft er es im Allgemeinen, rechtzeitig den Korridor entlang auf die Toilette zu gehen, und verbringt Stunden damit, sich allein fortzuschleichen oder auf dem Gelände zu patrouillieren und zu jedermann unfreundlich – eigentlich sogar ziemlich aggressiv – zu sein.