Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur eBooks für mein Endgerät anzeigen:

 

Newsletter

Enterprise 2.0

Enterprise 2.0

von: Michael Koch, Alexander Richter

Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2007

ISBN: 9783486585780, 232 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 34,80 EUR

Ersparnis: 5,00 EUR

Mehr zum Inhalt

Enterprise 2.0


 

4 Allgemeine Herausforderungen bei Enterprise 2.0 (S. 112-113)

In den Kapiteln 2 und 3 sind wir bereits aus den Blickwinkeln der Werkzeuge und der Anwendungsszenarien auf verschiedene Herausforderungen bei Enterprise 2.0 eingegangen und haben Tipps gegeben, wie man manche dieser angehen kann. In diesem Kapitel wollen wir verschiedene der kurz gestreiften Herausforderungen noch mal aufnehmen und ausführlicher besprechen.

Es gibt bereits einige Untersuchungen zu Herausforderungen bei der Einführung von Social Software in Unternehmen. Im Februar 2007 gaben die Befragten in einer Studie der Zeitschrift InformationWeek (InformationWeek, 26.2.2007, S. 42) als Herausforderungen folgende Punkte an (Mehrfachnennung waren möglich):

• Sicherheit: 64%
• Fehlende Erfahrung: 55%
• Integration mit bestehenden Systemen: 52%
• Schwierigkeit, einen Return-on-Investment zu beweisen: 51%
• Partner und Kunden dazu zu bewegen, ähnliche Werkzeuge zu benutzen: 32%
• Präferenz der Mitarbeiter für (andere) Standardwerkzeuge: 16%
• Andere: 14%

Interessant ist, dass in dieser Liste die von uns als zentral betrachteten Herausforderungen wie Garantie und Verdeutlichung eines Nutzens für die Anwender und der Umgang mit dem Medienwahlproblem nicht auftauchen. Auf den zweiten Blick lassen sich diese Herausforderungen aber vermutlich unter dem Punkt „fehlende Erfahrung" einordnen. In einem aktuellen Bericht von Berlecon Research zu Web 2.0 im Unternehmen (04/2007) werden als Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von Web 2.0-Konzepten (in Unternehmen) die folgenden genannt und diskutiert:

• Vorgabe von Richtlinien und Standards (z.B. zu Zielen, Fokus oder Struktur und Aufbau)
• Verankerung in Prozessen und im Arbeitsalltag
• Wahl der geeigneten Informationskanäle für unterschiedliche Arten von Inhalten
• Integration verschiedener Web 2.0 Anwendungen miteinander und mit anderen Kommunikationskanälen
• Förderung einer offenen, dialogfähigen Unternehmenskultur

Ein gutes Beispiel für beide Probleme lässt sich im Wissensmanagementprojekt ShareNet der Firma Siemens finden. In ShareNet sollten die beteiligten Vertriebsmitarbeiter motiviert werden, ihre Erfahrungen in eine gemeinsame Wissensplattform zu stellen und bei Problemen auf diese Erfahrungen zurückzugreifen und diese zu nutzen.

Das Ziel von ShareNet war konkret „die Lokalisierung von Innovationen und deren Weiterentwicklung, um eine globale Hebelwirkung durch die Wiederverwendung dieser Innovationen zu erzielen." (Döring und Jenzowsky 2002)

Dabei sollten sowohl allgemein zugängliche Informationen als auch verborgenes Wissen aus verschiedenen Geschäftsbereichen wie Vertrieb oder Marketing erfasst werden. Beispiele dafür: Projektinformationen, technisches und funktionales Lösungswissen aber auch Analysen des Geschäftsumfelds. Es wurde größerer Wert auf persönliche Meinungen, Kommentare, Praxisberichte über Vertriebsprojekte oder Testergebnisse einer in der Praxis ausführlich geprüften Kundenlösung gelegt als auf offizielle Informationsbroschüren, Dokumentationen etc. Zudem wurde die Meinung vertreten: „Die wichtigste Grundlage dafür, dass ShareNet überhaupt funktioniert, ist die Bereitschaft aller Mitglieder, Wissen zur Verfügung zu stellen." (Döring und Jenzowsky 2002)

Um die Motivation zur Mitarbeit zu schaffen war eine Kopplung der Boni (d.h. variablen Gehaltsanteile) an die Nutzung der Plattform vorgesehen. Dabei wurde mit verschiedenen Metriken experimentiert, wie z.B.:

• Zahl der eingestellten Erfahrungsberichte
• Zahl der eingestellten Erfahrungsberichte, die auch genutzt werden (oder als nützlich bewertet werden)
• Zahl der genutzten eingestellten Erfahrungsberichte