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Max Weber

Max Weber

von: Gregor Fitzi

Campus Verlag, 2008

ISBN: 9783593402543, 188 Seiten

Format: ePUB, PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 10,99 EUR

Ersparnis: 1,91 EUR

  • Verbotene Liebschaften
    Religiöse Kultur in Brasilien - Zwischen traditionellem Volksglauben und modernen Erweckungsbewegungen
    Anwaltshure - Erotischer Roman
    Das sexuelle Leben der Catherine M.
    Lautloses Duell
    Ich bin gekommen
    Excel Geheime Tricks
    Sex Toys - Erotische Geschichten und Liebesspiele rund ums „Spielzeug für Erwachsene“
  • Das Vermächtnis der Keltin
    Denn alle Macht will Ewigkeit
    Jetzt lerne ich VBA mit Access
    Falsches Zeugnis
    Die Herrin
    Vergebung

     

     

     

 

Mehr zum Inhalt

Max Weber


 

5 Die Politik und die Aura des Genies (S. 128-129)

Weber und die Politik

Wie aus Webers Biografie ersichtlich ist, hegte er seit der Jugend ein starkes Interesse fur politisch-soziale Fragen, das ihn beinahe auf eine politische Laufbahn fuhrte. Er vollzog diesen Schritt jedoch nie, da die Wissenschaft ihn schlieslich starker anzog, und weil er in der politischen Welt auf Ablehnung sties. Trotzdem galt Weber zeitlebens als einflussreicher ?politischer Schriftsteller?, der in der Offentlichkeit Stellung zu den wichtigsten Streitfragen bezog und durch seine Beziehungen zu bedeutenden Politikern (Naumann, Jaffe) einen Teil der deutschen Politik mitgestaltete.

Dies bezeugt insbesondere seine spate Lebensphase, in der er an den Beratungen zur Weimarer Verfassung 1918 und den Friedensverhandlungen mit den Alliierten 1919 teilnahm. In seiner politischen Denkart orientierte sich Weber durchgehend an den ?Interessen der deutschen Nation?, wobei er mit der Zeit starker fur die Demokratisierung des Staates eintrat und schlieslich fur die ?Sonderrechte? des Reichsprasidenten pladierte. Diese politischen Einstellungen, die eng an historische Kontingenzen gebunden waren, haben eine lebhafte Auseinandersetzung uber Webers Hang zum Nationalismus, seine Einstellung zur Demokratie und seine Mitverantwortung fur deren Krise im Weimarer Deutschland entfacht (vgl. Kap. 6). Dabei geht es um nichts Geringeres als die Einschatzung von Webers Gesamtwerk sowie um die Frage, ob die ?wertfreie Begriffsbildung? dafur steht, die Soziologie von der Po litik abzusondern oder aber sie den ?Machtinteressen der Nation? unterzuordnen.

In der Antrittsrede von 1895 verfolgt der ?junge Weber? das Ziel, seinen ?subjektiven Standpunkt? bei der Beurteilung volkswirtschaftlicher Erscheinungen zu rechtfertigen (GPS 1 . 25, MWG I/4.2, 535 . 574). Dies soll am Beispiel der Rolle gezeigt werden, die laut Weber ?physische und psychische Rassendifferenzen? der Nationalitaten im okonomischen Kampf ums Dasein spielen. Weber zog daraus Schlusse uber die Aufgaben des Nationalstaats (GPS 2). Eine solche fur den heutigen Leser eher schockierende, rassistisch und sozialdarwinistisch anmutende Aussage war in der damaligen Nationalokonomie alles andere als ungewohnlich. Spater meinte Weber, dieser Denkart fehle die wissenschaftliche Wurde, wie seine Kritik des Rassenbegriffs in Wirtschaft und Gesellschaft belegt (WuG 234 f.).

Dennoch ist in der Antrittsrede dieser wilhelminische Ton unüberhorbar. Sachlich befasst sich Weber in seinem Vortrag mit der Lage der Landarbeiter in Westpreusen und bemuht sich zu erklaren, warum dort der Anteil der deutschen Bevolkerung zuruckging, wahrend der Anteil der polnischen Bevolkerung anstieg. Den Untersuchungen zufolge, die er im Rahmen der Landarbeiter-Enqueten durchfuhrte, lasst sich dies auf die niedrigeren Anspruche der Polen an die Lebenshaltung zuruckfuhren. Zu erklaren bleibt jedoch, warum die deutschen Tagelohner von den Gutern mit produktivem Boden wegzogen. Weber sieht darin das Ergebnis der steigenden Proletarisierung der Arbeitskraft, an die sich die polnischen Wanderarbeiter besser anpassten, wohingegen die deutschen Tagelohner auf der Suche nach Aufstiegsmoglichkeiten in die Grosstadt zogen (GPS 7).

Diese Entwicklung war technisch durch die Einfuhrung des auf Saisonarbeit ausgerichteten Zuckerrubenanbaus verursacht, wirtschaftlich hing sie jedoch mit der Industrialisierung der Landwirtschaft zusammen. Die westpreusischen Junker wurden Geschaftsleute, die niedrigere Lohne zahlten und auslandische Arbeitskrafte bevorzugten, weil diese ihnen ausgeliefert waren. Die ?Auslese im freien Spiel der Krafte ? fallt somit, wie Weber bemerkt, zuungunsten der ökonomisch hoher entwickelten Nationalitaten aus.