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3 Kreativ zum Erfolg – 222 bewährte Geschäftsideen (S. 61-63)
Als ich mich 1999 mit »Asgodom Live« als Management-Trainerin, Keynote-Speaker und Coach selbstständig gemacht habe, hat mich eine Tante gefragt: »Was, du willst Trainerin werden? Ich wusste gar nicht, dass du so sportlich bist.« Das war nicht nur witzig gemeint. Es war eine ironische Warnung davor, »in diesen Zeiten« mein Angestelltendasein aufzugeben und so etwas »Verrücktes« zu machen.
Auch Ihnen kann so etwas geschehen. Manchmal sind wir eben von den Menschen um uns herum gedanklich weit entfernt, wenn wir unsere Träume umsetzen wollen. In vielen Familien gibt es keine »Unternehmertradition« und kein unternehmerisches Denken. Da gilt der feste Arbeitsplatz als höchstes Gut. Die Steigerung: das Beamtenverhältnis. Manche Menschen sind lieber zwanzig Jahre lang unglücklich als Beamte, statt etwas zu riskieren. Aber lassen Sie sich von diesen Bedenkenträgern nicht stoppen. Suchen Sie sich Menschen, die ebenfalls Lust auf kreative Ideenfindung haben, die mit Ihnen herumspinnen mögen und erst danach als kritische »Hinterfrager« die Realisierung unter die Lupe nehmen.
Warum es wichtig ist, verrückte Ideen zu haben
Wenn Sie sich selbstständig machen wollen, müssen Sie Ideen haben. Ein Bild, eine Vision, eine Vorstellung. Und dann ein Konzept, wie aus dem Traum Realität werden kann. Deshalb finden Sie in diesem Kapitel 222 Anregungen, womit Sie sich selbstständig machen können. Sprich: Mit diesen Ideen hat schon einmal jemand ein Unternehmen oder eine Freiberuflichkeit begründet, in Deutschland oder sonst irgendwo auf der Welt. Dieses Kapitel soll Ihnen aber vor allem Mut machen, selbst herumzuspinnen und kreativ zu werden.
Leider hat man uns das Spinnen oft schon als kleines Mädchen verdorben. »Spinn nicht so herum«, haben viele von uns gehört. Oder: »Erst denken, dann reden.« Danke schön auch. Heute weiß ich: Spinnen und Träumen hilft, das Unmögliche zu fassen, große Ansprüche stellen hilft, ein lohnenswertes Ziel zu formulieren. Wer wenig erwartet, wird wenig bekommen. »Think big«, heißt es in Amerika, wo die Menschen dreimal so mutig sind wie in Deutschland, wenn es darum geht, sich selbstständig zu machen. Nach dem Spinnen muss natürlich irgendwann der Realitäts-Check kommen. Ein Beispiel: Ich habe als 13-Jährige davon geträumt, Eiskunstlaufweltmeisterin zu werden.
Die großen Stars meiner Kindheit waren Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler. Ich wollte natürlich Marika sein, die von einem wunderschönen, schwarzgelockten Muskelprinzen übers Eis getragen wird. Das Blöde daran: Ich habe damals gar nicht eislaufen können. Es gab nicht einmal ein Eislaufstadion in der Nähe. Was lernen wir daraus? Unsere Idee sollte etwas mit uns zu tun haben, mit unserem Können, unserem Wissen, unserer Erfahrung. Wenn keinerlei Voraussetzungen vorhanden sind, nützt die schönste Idee nix. (Wenn ich allerdings bedenke, welche Träume dahinter steckten – berühmt und erfolgreich sein, im Scheinwerferlicht stehen, vor Publikum und im Fernsehen auftreten, Anerkennung satt zu bekommen –, ja, das habe ich dann auch ohne Schlittschuhe ganz gut hinbekommen.) Auf einer Party hat einmal der Marketingverantwortliche eines Chemieunternehmens gesagt: »Ich habe die beste Geschäftsidee der Welt. Die Leute kaufen mein Produkt und schütten es ins Klo.«
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