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Geschöpf des Chaos: Ein Dual steht am Scheideweg – seine Entscheidung betrifft die Zukunft (Band Nummer 2445)
4. Kriegstrommeln (S. 16-17)
Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung!
Ekatus Atimoss dachte den Satz wie eine selbstsuggestive Formel. Das heißt, eigentlich war es die Ekatus-Hälfte des zur Einheit gezwungenen Bewusstseins, die nicht müde wurde, es sich und Atimoss einzuhämmern.
Die JULES VERNE bewegte sich, selbst beim Überlichtfl ug, im Wirkungsbereich des Vibra-Psi. Der Pulsschlag des Chaos durchdrang ihre Wände und die Kontinuen. Er war da, und er hielt ihn fest – und zusammen.
Doch wo die Panik einmal erst Fuß gefasst hatte, blieb die Vernunft ohne Chance. Ekatus litt. Er war im Chaos geboren und aus seinem Schoß gerissen worden, um in einer Welt Dienst zu tun und zu kämpfen, die nicht seine war und es nie werden konnte. Nur die Hoffnung, eines Tages wieder in eine Negasphäre Einlass zu fi nden, hatte ihn über ungezählte Jahre hinweg motiviert. Und dann war er nach Tare-Scharm gekommen, und plötzlich war die Verheißung zum Greifen nah gewesen!
Es war wie ein Traum, der gänzlich unerwartet in Erfüllung ging. Es war alles, was er jemals vermisst und geliebt und ersehnt hatte – und nun drohte es mit einem Schlag wieder zu Ende zu sein.
Abermals sah er eine Zukunft und ein Ende vor sich, die schlimmer waren als ein Tod im Kampf. Denn dieser geschah schnell. Ein Weiterleben im sterilen, kalten, unglücklichen Kosmos der Ordnung ohne das Schlagen des chaotischen Herzens, ohne den Atem des Wandels, des Feuers der Ekstasen ewigen Brodelns und Wucherns und Loderns, ohne den alles verbrennenden Atem des wirklichen Lebens – nein, das war es nicht, was er wollte.
Atimoss behielt normalerweise die Kontrolle, wann immer die Verzweifl ung in Ekatus aufbrandete. Dadurch konnte er seine zweite Hälfte einbremsen und beruhigend auf sie einwirken. Immer häufi ger aber hatte er keine Chance, und seine Beschwörungen blieben ohne Wirkung.
Zweimal hatte er den Zustand des Singulären Intellekts eingehen müssen, um seine Überzeugung, dass ihnen keine direkte Gefahr drohte, mit aller Wucht gegen das Vakuum jeglicher Überlegung in Ekatus’ Gedanken zu schleudern. Wie in einer Explosion waren sie aufeinandergeprallt. Wille gegen Chaos, Wut gegen Wut – und am Ende Aggression. Ekatus war das Feuer, das sie vorantrieb, aber auch beide verbrennen konnte. Es zu bändigen und richtig zu kanalisieren war nie einfach gewesen, aber jetzt schien es vollkommen unlöschbar geworden zu sein.
Wir sind sicher! Es gibt keinen Grund zur Panik! Erst wenn die Schlacht geschlagen ist, werden wir uns entscheiden müssen!
Obwohl er Rhodan ein Versprechen gegeben hatte, wusste er selbst nicht, ob er es je würde halten können. Er war an Bord gekommen und geblieben, aber über die Zukunft, seine letzte Entscheidung, würde erst zu verhandeln sein, wenn der Kampf vorbei war. Ob er mit den Siegern – falls sie ihn nicht belogen hatten – in ihre Zeit reisen und dort an der Kälte ihrer Zukunft ersticken würde, war immer noch offen. Hier hatte er Rhodan kein Wort gegeben.
Ekatus flammte, sein Geist und seine Angst loderten hoch, bis sich das Feuer erschöpfte. Dann konnte er sich wieder erholen und fanden Atimoss’ Beschwörungen Gehör. Aber das löste das Problem nicht.
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