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PERRY RHODAN-Action: Aufstand der Grall: Das Mysterium der Brutkammer – es reicht Jahrtausende in die Vergangenheit Perry (Band Nummer 07)
27. März 2166 n. Chr. (S. 14-15)
Unter Magadu
Es waren keine siebzehn. Es waren viel mehr.
Gucky schätzte die Zahl der Höhlenbewohner auf mindestens fünfzig bis sechzig. Umso rätselhafter wurde dadurch die Bedeutung der Zahl, mit der Louma seinen Namen schmückte. Intuitiv hatte der Ilt angenommen, sie bezöge sich auf die Zahl der Sippenangehörigen. Doch das schien nicht der Fall zu sein.
Ohne Hast ließ er die veränderte Kulisse auf sich einwirken. Er war unendlich froh, der Mutantenfalle entronnen zu sein, die nicht nur die Entfaltung jedweder paranormaler Fähigkeit verhindert, sondern der Psyche generell zugesetzt hatte. Seiner zumindest. Die Magadu hingegen schienen davon nicht im Mindesten betroffen. Ohne Louma von den Siebzehn (bei Tramp, worauf bezog sich das?!) wäre er der Falle nicht entkommen. Louma war sein Retter, dessen wurde sich Gucky immer bewusster.
Er nickte dem Magadu zu und beäugte einmal mehr die sonderbaren Kri-stalleinschlüsse in seiner Haut. Sie ähnelten der Spange, mit der Louma sein aus feinem Stoff gewebtes Kapuzencape vor der Brust zusammenhielt. Die Spange stellte eine fl ammende Sonne dar. Ihre Fassung war aus Silber- und Goldlegierungen hergestellt, während die Sonne selbst von einem roten Kristall verkörpert wurde. Unweit des Eingangs kauerten etwa zehn kahlköpfi ge Magadu am Boden. Sie gingen handwerklichen Tätigkeiten nach, doch der Blick ihrer orangegelben Augen war starr ins Nichts gerichtet. Sie wirkten wie in Trance, die senkrechten schwarzen Schlitzpupillen wie aufgemalt.
Louma merkte, was Gucky beschäftigte. »Der Nebel birgt nichts Gutes. Wir haben entschieden, ihm zu verbieten, die Höhle zu betreten.«
»Er scheint euch aber doch gar nichts auszumachen«, warf Gucky ein, während er den Blick bereits wieder schweifen ließ. Seine Nase erschnupperte einen süßen, schweren, zugleich aber auch erfrischenden Duft, und automatisch suchte er nach dessen Ursprung.
»Wir gestatten ihm nicht, uns zu schaden«, sagte Louma schlicht.
Gucky hatte gehört, dass die Magadu über bescheidene Psi-Talente unterschiedlichster Ausprägung verfügten. Vermutlich schlossen sich mehrere von ihnen zusammen, um einen Block zu bilden, mit dem sie ihre Wohnhöhle schützten. Wie lange taten sie das schon? Und wie oft mussten sie sich abwechseln, um diese Leistung dauerhaft zu vollbringen?
Die Fragen wollten kein Ende nehmen, es wurden immer mehr.
Noch während er damit haderte, fand sein Blick die Quelle der Düfte.
Ein Beet voller Blumen, die in allen Farben schillerten. Keine sah wie die andere aus. Es gab dünne und dicke, solche, die fast so hoch aufragten wie Gucky groß – oder klein – war, und andere, die ihm nicht einmal bis zu den Knien reichten. Verwunderlicher als die Blütenpracht, die hier fernab jeglichen Sonnenlichts gedieh, war die junge Magadu, die inmitten des Beetes saß und mit den Pflanzen ... sprach?
Gucky hörte kein Wort, aber er sah die Bewegung des lippenlosen Mundes. Die Magadu war so sehr in ihr Tun vertieft, dass es den Anschein erweckte, als habe sie als Einzige das Erscheinen des Fremden nicht bemerkt.
»Das ist Sian ...«, begann Louma.
»... von den Siebzehn?«, fiel ihm Gu-cky ins Wort.
»Noch ist sie von den Siebzehn«, bestätigte der Magadu.
»Noch? Was meinst du damit?«
»Sie ist meine Tochter. Sie spricht mit den Magar-Blumen, ihre Hände locken sie aus der Erde. Es wurde beschlossen, Sian bald zu einem Sippenwechsel aufzufordern. Sie weiß es, und seit sie es weiß, widmet sie sich den Blumen noch inniger. Als wollte sie etwas hinterlassen, das uns immer an sie erinnert.« Gucky fand Loumas Worte merkwürdig. Einmal mehr führten sie ihm vor Augen, wie wenig er über das Gemeinwesen dieser Welt und ihrer Bewohner wusste. Er löste den Blick von Sian und den Blumen, deren betörender Duft niemandem sonst Aufmerksamkeit wert zu sein schien, und starrte stattdessen Louma an. »Ich wusste nicht, dass du ...«
»Trotz ihrer Jugend ist sie bereits eine große Philosophin. Sie hat meine Sicht auf viele Dinge des Lebens verändert.«
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