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Die Negane Stadt: In der Proto-Negasphäre - der Chaotarch wird erwartet (Band Nummer 2446)
8. (S. 32-33)
Commander Pothawk materialisierte und sah sich sofort um. Das Glück blieb ihnen weiterhin treu. Auch in diesem Bereich der Raumstation hielt sich niemand auf. Was natürlich nicht unbedingt etwas mit Glück zu tun hatte. Für jeden Dieb, nicht nur für Meister- und Hightech-Diebe, war eine gute Vorbereitung das A und O eines jeden Erfolges.
Allzu schwer hatte man es ihnen bislang allerdings nicht gemacht.
Pothawk hatte einen völlig anderen Weg als Rhodan gewählt – und einen leichteren, wie er hoffte. Er, seine Brüder und die übrigen neun Hightech-Diebe waren mit einer Reihe von Nahdistanz-Teleportationen ins Innere der Raumstation gelangt, auf deren Hülle die PLURAPH gelandet war. Die Telekineten hatten sie einfach mitgenommen.
Dabei hatten sie die gebotene Vorsicht walten lassen und jeden Raum, in den sie sprangen, zuvor ortungstechnisch und mit Individualtastern daraufhin untersucht, ob sich jemand darin aufhielt. Sicherlich ein zeitraubendes Unterfangen, aber hier ging es nicht darum, einem Begüterten etwas von seinem überfl üssigen Besitz zu nehmen. Hier ging es darum, in einem Machtzentrum des Chaos eine Generalin zu befreien, von der vielleicht die Finale Schlacht und damit das Schicksal ARCHETIMS abhing, von der Entstehung einer Negasphäre ganz zu schweigen.
Trotz dieser enormen Bürde – und trotz der ständigen Belastung durch das brutal starke Vibra-Psi – spürte der König der Laosoor, dass er bei diesem Einsatz geradezu aufblühte. Schon allein, dass nicht mehr jedermann ihn mit seinem Titel ansprach, war eine gewisse Befreiung. Während des Einsatzes fi rmierte er selbstverständlich wieder unter seinem Diebesrang Commander.
Endlich folgten ihm die anderen, seine Brüder Vizquegatomi und Limbox und die restlichen Mitglieder ihres Teams. Auch der Jüngste sah sich sofort um – allerdings nicht nach Bewohnern der Neganen Stadt, sondern nach Hightech, an der er seine Fähigkeiten ausprobieren konnte.
Als er das Rechnerterminal sah, zogen seine Augen sich unter der Schutzbrille zusammen. »Na los, mach dich an die Arbeit«, knurrte Pothawk.
»Zu Befehl, mein Kö... mein Commander.«
Pothawk genoss diesen lockeren Umgangston der anderen Laosoor ihm gegenüber, auch wenn seine Autorität keine Sekunde lang infrage stand. Ihm wurde klar, wie sehr ihm all das gefehlt hatte, wie sehr er in diesem Einsatz trotz aller Unbill Freude empfand. Noch hatten sie allerdings nichts erreicht, und Pothawk kam sich nicht so sehr vor wie der Retter der wichtigsten Generalin von ARCHETIMS Flotte, sondern eher wie ein kleiner Einbrecher. Der Besitzer der Kabine, in die sie soeben eingedrungen waren, gehörte bestimmt nicht zu den Privilegierten dieses irrwitzigen Bienenstocks, in den sie hineingeraten waren.
Allerdings wollten sie ihm nichts stehlen, sondern sich lediglich einen Einblick in die Rechnersysteme der Neganen Stadt verschaffen.
Die größten Aussichten, eine Spur von Generalin Kamuko zu fi nden, sah Pothawk im digitalen Kosmos dieses Verbunds von Raumstationen.
Die Nano-Hand hatte das Terminal bereits aktiviert. Pothawks jüngerer Bruder war ein Spezialist für solche Systeme, und bei dem Rechner handelte es sich um ein verhältnismäßig primitives Gerät für den Privatgebrauch.
»Wir haben mittlerweile zwar einige Erfahrungen im Umgang mit Kolonnen-Technik gesammelt«, sagte Limbox, »doch ich habe mit meiner Vermutung leider recht behalten. In der Ne-ganen Stadt werden Technologien verwendet, die nur am Rande mit TRAITOR und dessen Verfahren zu tun haben. Das Rechnernetz hier fußt auf völlig anderen Grundlagen als das, mit dem etwa in Traitanks oder Kolonnen-Forts gearbeitet wird.«
»Und, fi cht dich das an?«, fragte der Commander grinsend. »Woher weißt du das überhaupt? «
Sein jüngerer Bruder wedelte mit den Ohrenhänden. »Nicht im Gerings-ten. Wir gehen mit denselben Verfahren vor, die wir auch im Umgang mit einem völlig fremden Volk anwenden würden. Die Bedienung ist ein Kinderspiel.«
Schon nach ein paar Minuten hatte Limbox erste Resultate zutage gefördert, doch sie wirkten auf den ersten Blick alles andere als aufschlussreich. »Auf einer speziellen Frequenz ist anscheinend in der gesamten Neganen Stadt eine Art internes Blackboard-System eingerichtet, das den Claqueuren in sämtlichen Quartieren für ihre Zeremonien und für Verabredungen zur Verfügung steht.«
»Na toll!« Pothawk peitschte mit der Schwanzhand. »Weshalb hältst du mich damit auf? So ein Quatsch! Auf einem öffentlich zugänglichen Netzwerk-Blackboard fi nden wir Daten über Kamuko garantiert zualler-letzt!«
»Aber Versuche können auch Irrtümer produzieren, und wenn man genügend beharrlich stochert, gelangt man früher oder später ans Ziel«, erwiderte Limbox und machte weiter.
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