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Arbeitsorganisation in der Altenpflege: Ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung

Arbeitsorganisation in der Altenpflege: Ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung

von: Herbert Müller

Schlütersche, 2008

ISBN: 9783842680975 , 453 Seiten

3. Auflage

Format: PDF, OL

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 38,99 EUR

Exemplaranzahl:  Preisstaffel

Für Firmen: Nutzung über Internet und Intranet (ab 2 Exemplaren) freigegeben

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Arbeitsorganisation in der Altenpflege: Ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung


 

23 Heimeinzug (S. 372-373)

Lernziele :

• Mitarbeiter entwickeln ein Verständnis dafür, dass der Heimeinzug eine belastende Situation für Bewohner und die nächsten Angehörigen sein kann.
• Mitarbeiter können angemessen auf unterschiedliche Reaktionen der Angehörigen reagieren.
• Mitarbeiter kennen Möglichkeiten, den Heimeinzug zu unterstützen, zu erleichtern und zu begleiten.
• Mitarbeiter kennen die Grundregeln für den Umgang mit neuen Bewohnern und können sie anwenden.

Der Prozess des Heimeinzugs ist sehr komplex und wirkt sich, teilweise langfristig, auf das Leben und Arbeiten in der stationären Einrichtung aus. Die Aufgabe der eigenen Wohnung und die Übersiedlung in eine stationäre Altenhilfeeinrichtung stellt für Menschen häufig einen deutlichen Einschnitt im Lebenslauf dar, der mit Trauer, Abschiednehmen und Verlusten einhergeht und vom Einzelnen als stark belastend erlebt wird.

Damit dieser Wechsel bewältigt werden kann und daraus keine negative Dauerkrise resultiert, ist es notwendig, dass die jeweilige Einrichtung den Heimeinzug professionell vorbereitet, durchführt und begleitet. Dies gilt um so mehr, als der positiv verarbeitete Heimeinzug Voraussetzung für ein erfolgreiches Einleben und Wohlfühlen im Heim ist. Es kommt in der Praxis entscheidend darauf an, dass der Mensch den Heimeinzug als für ihn kontrollierbar erlebt, wo er selbst auch noch Einfluss nehmen kann.

Der Umzug in ein Heim kann bei Menschen Verwirrtheit und Depressionen auslösen. Der Verlust von Identität und Rollen, von Selbstständigkeit und von Sozialkontakten, finanzielle Belastungen und die Erkenntnis, dass es ein letzter Umzug, eine Endstation bedeutet, sind häufig die Auslöser. Angehörige und persönliche Bezugspersonen spielen im Rahmen der Heimaufnahme eine wichtige Rolle. Sie fühlen sich oft überlastet, hilflos, enttäuscht, allein, traurig, verärgert und haben das Gefühl, versagt zu haben. Dies kann später im Heim zu folgenden Situationen führen:

• Erleichterung und gänzlicher Rückzug von der Betreuung.
• Überfürsorglichkeit dem Bewohner gegenüber, bewusst oder unbewusst aus Schuldgefühlen heraus, die oft die Unselbstständigkeit des Bewohners fördert und ihn auch häufig überfordert. Dies kann häufig zu Konflikten mit Mitarbeitern führen.

Im Rahmen theoriegeleiteter, leitbild- und konzeptorientierter Arbeit müssen in der Einrichtung Maßnahmen zur optimalen Gestaltung der Heimeinzugsphase entwickelt und umgesetzt werden, die den beschriebenen, möglichen Problemsituationen entgegen wirken. Die aktive Einbeziehung des alten Menschen und seines Umfeldes, die Möglichkeit des Probewohnens, die Berücksichtigung seiner individuellen Wünsche und Bedürfnisse (dazu gehören auch eigene Möbel und Haustiere) und nicht zuletzt die Zuordnung einer pflegerischen Bezugsperson (Beziehung Bewohner – Pflegefachkraft) können wichtige Rahmenbedingungen für eine positives Gelingen des Heimeinzugs sein. Hinzukommen muss dann noch eine optimale Arbeitsorganisation und eine klare Absprache der Aufgaben und Verantwortungen (vgl. Chervet 1988).

Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist es besonders wichtig, dass der »Kernprozess Heimeinzug « in der Praxis gut gelingt, denn schließlich hängt hiervon entscheidend die Belegung der Einrichtung ab (ähnliches gilt für den Abschluss eines Behandlungsvertrages in der ambulanten Pflege und anderen Einrichtungen der Altenhilfe). Im Rahmen der ersten Kontaktaufnahme (Erstkontakt/Erstgespräch) zwischen dem Heimplatzbewerber/Angehörigen und der Einrichtung werden Informationen gegeben und eventuell die Einrichtung besichtigt. In der Regel folgt dann ein Erstbesuch in der häuslichen Umgebung oder am sonstigen Aufenthaltsort des Heimplatzbewerbers (bei Menschen, die nicht selbst die Einrichtung aufsuchen können). Idealerweise führt die zukünftige pflegerische Bezugsperson den Erstbesuch durch. Der Heimplatzbewerber erhält noch zusätzliche Informationen, die Heimübersiedlung wird konkret geplant, die Mitarbeiter der Einrichtung erfragen den konkreten Betreuungs- und Pflegebedarf und erhalten einen Eindruck vom möglichen zukünftigen Heimbewohner.