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Systemanalyse im Unternehmen Prozessorientierte Methoden der Wirtschaftsinformatik

Systemanalyse im Unternehmen Prozessorientierte Methoden der Wirtschaftsinformatik

von: Hermann Krallmann, Marten Schönherr, Matthias Trier

Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2007

ISBN: 9783486584462, 481 Seiten

5. Auflage

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 34,80 EUR

Ersparnis: 5,00 EUR

  • Projektmanagement - Best of. (Haufe Taschenguide, Band 200)
    Projektcontrolling - Projekte überwachen, steuern und präsentieren. Kennzahlen, Termine und Kosten im Griff.
    Fachwissen lebendig vermitteln. Das Methodenhandbuch für Trainer und Dozenten
    Konfliktmanagement für Projektleiter
    HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik: Outsourcing
    Ganzheitliches IT-Projektmanagement
    Outsourcing kompakt
    Wertorientiertes Management von IT-Architekturen
  • Eventmanagement
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    PRINCE2 Projektmanagement mit Methode - Grundlagenwissen und Vorbereitung für die Zertifizierungsprüfungen
    Handbuch Projektmanagement
    Informations- und Kommunikationstechnologien im Krankenhaus. Grundlagen, Umsetzung, Chancen und Risiken
    Veränderungsprozesse erfolgreich gestalten
    Krisenmanagement in Projekten - Handeln, wenn Probleme eskalieren

     

     

 

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Systemanalyse im Unternehmen Prozessorientierte Methoden der Wirtschaftsinformatik


 

3 Unternehmungsarchitektur als integrierende Sicht (S. 39-40)

Themenüberblick: Unternehmensarchitektur, Enterprise Architecture Frameworks (EAF), Architekturtypen, Zachman Framework, ARIS, Unternehmensmodellierung, Zusammenhang IT und Organisation.

Lernziele: In diesem Kapitel lernen Sie das Konzept der Unternehmensarchitektur kennen. Unternehmensarchitekturen bieten eine integrierende Sicht auf Unternehmen, welche insbesondere organisatorische mit informationstechnischen Aspekte in Zusammenhang setzt. Sie lernen beispielhaft einige Architektur-Frameworks kennen. Abschließend wird Ihnen ein vereinfachtes Framework für dieses Buch an die Hand gegeben. Dieses Framework hilft Ihnen dabei, alle weiteren Inhalte, insbesondere Modellierungsnotationen und Verbesserungsmöglichkeiten, einzuordnen und in Zusammenhang zueinander zu setzen.

3.1 Einleitung

Nachdem im letzten Kapitel verschiedene Sichten auf Organisationen vorgestellt worden sind, wird in diesem Kapitel das Konzept der Unternehmensarchitektur eingeführt. Ein Unternehmensarchitektur- Framework (engl. Enterprise Architecture Framework, EAF) bietet eine integrierende Sicht auf Unternehmen, welche insbesondere organisatorische und informationstechnische Aspekte in Zusammenhang zueinander setzt. Diese integrierende Sicht ermöglicht es, sowohl bestehende Unternehmensarchitekturen als auch Architekturtransformationen zu planen und zu managen. Entscheidend dabei ist, dass durch das Framework der Zusammenhang verschiedener Sichten auf die Organisation explizit dargestellt wird und damit beachtet werden kann. Zunächst wird der Begriff „Architektur" in diesem Kontext definiert.

3.2 Architekturbegriff

Der Begriff der Architektur wird nicht einheitlich verwendet, was auch daran liegt, dass er in sehr verschiedenen Anwendungsgebieten verwendet wird. Im Folgenden werden zuerst verschiedene allgemeine und spezielle Architekturdefinitionen der Literatur analysiert. Anschließend erfolgt eine Vertiefung zu Architektur-Framenworks. Abschließend wird der in diesem Buch verwendete Architekturbegriff genauer spezifiziert und positioniert.

Der Fokus dieses Buchs liegt auf einem Architekturbegriff für die Wirtschaftsinformatik. Kennzeichnend für einen solchen Architekturbegriff ist die Integration von Organisation und IT. Diese beiden Domänen weisen aber auch jede für sich eine Reihe von isolierten Architekturdefinitionen auf. Insbesondere für den Teil der IT finden sich verschiedene Begriffe, wie Informationssystem- Architektur, Informationsarchitektur, Anwendungssystemarchitektur, Applikationsarchitektur oder Unternehmensarchitektur. Die genannten Begriffe werden weitgehend synonym gebraucht und meinen im Wesentlichen die IT als Gesamtheit. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Begriffen, die sich auf Teilaspekte, wie Datenarchitektur, Kommunikationsarchitektur, Rechnerarchitektur usw. beziehen.

Um vor der Betrachtung dieser speziellen Definitionen die allgemeingültigen Elemente eines Architekturbegriffs zu finden, werden im Folgenden zuerst die Baukunst und später die Stadtplanung als Quelle verschiedener Architekturbegriffe betrachtet.

3.2.1 Baukunst

Der Ursprung des Begriffs der Architektur geht auf das Bauwesen zurück und wird hier neben funktionalen Aspekten oft mit der Kunst des Bauens assoziiert. Dabei steht das lateinische Wort architektura sowohl für die Tätigkeit des Bauens als auch für das damit geschaffene Gebäude. Besonders hervorgehoben wird jedoch der Planungscharakter der Architektur, da die Hauptaufgabe des Architekten in der Planung, nicht in der Umsetzung liegt. Die Umsetzung wird meist von weiteren Personen (Handwerker) vollzogen und vom Architekten überwacht.

Die Architektur erweitert die klassische Tektonik (Konstruktion oder Bauwerk) jedoch, da sie sich vom Alltäglichen und Praktischen vor allem durch die Größenordnung und die Beständigkeit unterscheidet. Darin kommt auch der ganzheitliche Charakter einer Architektur zum Ausdruck. Es geht bei der Architektur also nicht nur darum, einzelne Details zu planen, sondern Zusammenhänge in einem komplexen Ganzen. Die Zusammenhänge im Gefüge werden durch die Struktur repräsentiert. Die Architektur als Planung von Strukturen schafft dabei vor allem einen Rahmen, sie spezifiziert jedoch nicht die Inhalte.

Eine Architektur sollte an folgenden vier Faktoren ausgerichtet sein:

• Es gilt das Primat des Zwecks, das heißt die Form wird von der Funktion bestimmt.
• Die Architektur muss sich in Übereinstimmung mit ihrer Umwelt befinden.
• Die Architektur plant und ist gebunden an geeignete Baumaterialien
• Die Architektur ist gebunden an die Verfügbarkeit der notwendigen Technologien.