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PERRY RHODAN-Action: Der Zündermutant (Band Nummer 09)

PERRY RHODAN-Action: Der Zündermutant (Band Nummer 09)

von: Marc A. Herren

Pabel-Moewig Verlag, 2008

ISBN: perprac09book, 65 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 1,35 EUR

Ersparnis: 0,50 EUR

Mehr zum Inhalt

PERRY RHODAN-Action: Der Zündermutant (Band Nummer 09)


 

2. (S. 19-20)

30. März 2166
Bruchstücke
Grün.
Schmerz.
Körperlichkeit.
Grenzenlose Erschöpfung
Die Helmscheibe beschlug sich.
Die Kreatur des Schlafes griff sanft nach ihm.

Weshalb beschlägt sich die Helmscheibe?, dachte Lok-Aurazin. Instinktiv kämpfte er gegen das übermächtige Bedürfnis, Geist und Körper für jetzt und alle Zeiten ruhen zu lassen.

Die Helmscheibe hat sich noch nie beschlagen!

Sein Widerstand gegen das drohende Abgleiten in das Reich des ewigen Schlafes wuchs. Bevor er ihn aufgeben konnte, musste er erst das eben entdeckte Rätsel lösen. Weshalb beschlägt sich die Scheibe? Sollte es nicht so etwas wie eine Automatik geben, die ebendieses Beschlagen verhinderte? Natürlich gibt es diese Automatik! Aber weshalb arbeitete sie dann nicht?

Lok-Aurazin fand keine brauchbare Antwort auf seine Fragen. Vielleicht sollte er doch nachgeben und vor der übermächtigen Müdigkeit kapitulieren?

Ja, dachte er. Es sei denn ...

Ein letzter Rest Widerstand regte sich in ihm.

Es sei denn, die Automatik arbeitet nicht mehr, weil ihr die dafür notwendige Energie fehlte.
Ein zweifellos interessanter Gedanke, fand Lok-Aurazin.
Moment mal!, dachte der Regent. Wenn die Energie für die Klimafunktionen fehlt, sind höchstwahrscheinlich auch andere Funktionen des Anzugs beeinträchtigt. Wie zum Beispiel die Luftzufuhr!

Schlagartig setzte sich die Welt wieder zusammen. Alle Sinne, die bisher ein Eigenleben entwickelt hatten, unterstellten sich wieder seinem Bewusstsein. Und er kehrte zurück ...

... nur um zu erkennen, dass er langsam erstickte.

In aufkeimender Panik hieb er mit der rechten Hand auf den Öffnungsmechanismus seines Helmes. Einmal, zweimal. Dann registrierte er, dass er sich die Mühe sparen konnte. Der energiegespeiste Mechanismus funktionierte nicht mehr. Nichts funktionierte mehr in seinem Anzug.

Der ohnehin viel zu kleine Ausschnitt der Welt, den er wahrnahm, verschwamm vor seinen Augen.

Die Notentriegelung!, schoss es ihm durch den Kopf.

Unter Aufbietung seiner gesamten Konzentration tastete er mit der rechten Hand über seinen Nacken, suchte und fand nach quälend langen Sekunden den kleinen Verschlussdeckel. Er öffnete ihn, griff hinein, zog den Haken heraus und drehte ihn im Uhrzeigersinn. Ein beruhigendes mechanisches »Klack« ertönte, gleich darauf ein leises Zischen.

Ein Schwall fauliger, verbrauchter Luft strömte in Lok-Aurazins Helm.

Köstlich!

Er sog die Lungen voll. Die Luft war kaum atembar und doch barg sie das Quäntchen Sauerstoff, das er zum Überleben benötigte.

Er fühlte, wie eine Ohnmacht sein Bewusstsein zu ersticken drohte. Die Überanstrengung, ausgelöst durch den mächtigen Transmittersprung, forderte ihren Tribut.

Noch nicht!, dachte Lok-Aurazin mit eisernem Willen.

Mit beiden Händen griff er nach seinem Helm und riss ihn sich vom Kopf. Erst jetzt nahm er das grüne Leuchten wahr, das sich um ihn herum ausbreitete. Die Wände strahlten, nein – er suchte mühsam nach dem Wort –, sie phosphoreszierten. Wie ein feiner Schleier legten sie einen grünlichen Schimmer über die Umgebung, ohne dem Auge eine wiedererkennbare Form anzubieten.

Um ihn lagen, als undeutliche Schemen wahrnehmbar, die anderen Regenten. Keiner regte sich.

Lebten sie überhaupt noch?