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Allahs Liebling: Ursprung und Erscheinungsformen des Mohammedglaubens

Allahs Liebling: Ursprung und Erscheinungsformen des Mohammedglaubens

von: Tilman Nagel

Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2008

ISBN: 9783486585353, 430 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 69,80 EUR

Ersparnis: 10,00 EUR

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Allahs Liebling: Ursprung und Erscheinungsformen des Mohammedglaubens


 

Prolog (S. 15)

I.
Wer verteidigt Mohammed - Allah vollziehe zu ihm gewandt rituelle Gebete und entbiete ihm den Friedensgruß? Die westliche Attacke gegen den Gesandten Allahs wird immer härter und wilder! Unter diesem Titel veröffentlichte die Zeitschrift al-Liw al-islam in ihrer Ausgabe vom 2. Januar 2003 einen Leitartikel. Die von den Zionisten untersttzten Angriffe westlicher Journalisten, Schriftsteller und Kirchenmänner auf Mohammed überstiegen, so klagte der Verfasser, inzwischen jedes religiös oder moralisch erträgliche Maß.

Jenen Skribenten gesellten sich charakterlich durch und durch verdorbene Karikaturisten hinzu. Da habe jemand in einer amerikanischen Zeitschrift eine Person in arabischer Kleidung gezeichnet, die einen mit Atomraketen beladenen Lastwagen lenkte. Was wird Mohammed liefern? habe unter der Karikatur gestanden. Wie sollen wir diesem wüsten Angriff auf den Propheten des Islams begegnen, dem die großen Denker des Westens zugestehen, da er die bedeutendste Persönlichkeit der Geschichte und ein Mann des Friedens gewesen ist?

Dem besorgten Leitartikler werden wir die Antwort schuldig bleiben. Was uns in dieser Untersuchung beschäftigt, ist vielmehr die Frage nach dem Grund seines Stoseufzers. Allgemeiner gesagt, wir wollen wissen, weshalb es ihm und der erdrückenden Mehrzahl seiner Glaubensgenossen unmöglich erscheint, über eine läppische Karikatur hinwegzusehen, die ja nicht einmal Allah oder den islamischen Glauben aufs Korn nimmt, sondern lediglich Mohammed, von dem es im Koran ausdrücklich heit, als Prophet sei er wie alle seine Vorgänger ein ganz gewöhnlicher Mensch, der Speisen zu sich nehme und auf den Marktgassen umherschlendere (Sure 25, 7 und 20).

Ein Mensch war er zudem, der sich nach dem Zeugnis der überaus reichen arabisch-islamischen Überlieferung zu seiner Vita in die politischen Händel der Zeit einmischte und zielstrebig, auch mit Gewalt und Grausamkeit, seine Machtinteressen zu befördern wußte. Auf sein Vorbild berufen sich die Muslime, auch im Bereich des Tagespolitischen - warum sollte es da anstößig sein, ihn im politischen Zusammenhang zu karikieren?

Lassen wir einige muslimische Autoren der neueren und neuesten Zeit zu Wort kommen, deren Mohammedbiographien in der islamischen Welt weite Verbreitung fanden! Sie geben uns einen ersten flüchtigen Eindruck davon, womit wir es in dieser Studie zu tun haben werden. Das Licht der Gewißheit: über den Lebensweg des Herrn der Gottesgesandten nannte der ägyptische Rechtsgelehrte Muhammad al-Hudari (1827-1927) seine kleine Schrift ber den islamischen Propheten.

Al- Hudari trat mit vielen Abhandlungen hervor, die er als Professor an der Kairiner Lehranstalt der Schariagerichtsbarkeit ausarbeitete, einer Institution, die anders als die seit 1868 bestehende Ecole Khediviale de droit sich dem überkommenen islamischen Recht zu widmen hatte, das ja keineswegs ganz aus der Rechtspflege verbannt worden war. Die Lekütre der Biographie des Propheten habe ihm schon im Kindesalter großes Vergnügen bereitet, bekennt der Autor im Vorwort.

Wie man Mohammed in Mekka gekränkt habe, wie er unerschtterlich die Menschen zur Wahrheit gerufen und um dieser Wahrheit willen sogar die Heimatstadt verlassen habe, darin zeige er sich als der bedeutendste Erzieher des Denkens der Muslime. Denn er verweist sie auf das, worin sie ihm folgen, und auf das, was sie meiden müssen, damit sie (wieder) herrschen, wie ihre Vorfahren herrschten.