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Feuertango

von: Linda Mignani

Plaisir d'Amour Verlag, 2014

ISBN: 9783864950896 , 280 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: frei

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 6,99 EUR

Exemplaranzahl:


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Feuertango


 

Kapitel 1

 

Scharfkantige Steine stürzten in ihren Magen, während Alexis auf die stählernen Handschellen starrte, die Trevor in den Händen hielt.

„Komm schon, Baby. Unserem Sex fehlt es an Würze, und wir brauchen dringend eine Veränderung.“ Seine blaugrauen Augen wurden hart, bis sie wie Glassplitter glänzten, die sich in ihre Seele bohrten. Wenn sie nicht nachgab, würde Trevor sie die restliche Nacht und die nächsten Tage mit Missachtung bestrafen. „Ich bin es leid, dass du nicht ein Mal über deinen Schatten springen kannst. Dein tiefes Misstrauen mir gegenüber widert mich an. Immer muss sich alles nur um dich drehen.“

Seine Worte schmerzten, weil sie wusste, dass ihr erotisches Zusammensein langweilig und routiniert war, was hauptsächlich an ihr lag. Trevor hatte versucht, ein wenig Spannung in ihr Sexleben zu bringen, doch seine Vorschläge waren bei Alexis auf vehemente Ablehnung gestoßen. Einen Swingerclub aufzusuchen oder sich im Freien der Begierde hinzugeben, mit Trevor an ihrer Seite, erweckte bei ihr eine Gänsehaut der unangenehmen Sorte. Und in diesem Moment beschlichen sie eisige Vorahnungen bei der Vorstellung, sich ihm auszuliefern. Manchmal ahnte sie, dass er Charakterzüge vor ihr verbarg, er Wesenszüge hatte, die er ihr vorenthielt. Kannte sie diesen Mann überhaupt, mit dem sie zusammen war? Dass ausgerechnet sie sich diese Frage stellte, war eine Ironie des Schicksals, denn sie war nicht die Person, die sie vorgab zu sein.

Innerlich seufzte sie. Wahrscheinlich war sie wirklich so verklemmt, wie er es ihr andauernd vorwarf. Oder er war einfach nicht der Richtige für sie. In letzter Zeit stellte sie ihre Beziehung immer mehr infrage, und wäre heute ein anderer Tag, hätte sie ihn gewählt, um die Partnerschaft mit ihm zu beenden. Aber einen Versuch war sein Vorschlag wert. Vielleicht hatte sie eine verborgene submissive Neigung, die er aus ihr herauskitzeln könnte, und die gemeinsame Erfahrung würde sie näher zusammenbringen.

„Wären gepolsterte nicht besser?“, fragte sie mit leiser Stimme, die sich wie eine klebrige Masse auf sie legte, weil sie sich in Trevors Gegenwart oft unzureichend fühlte.

„Wie kommst du denn auf die Idee? Du sollst dich mir unterwerfen und es nicht bequem haben.“ Ein gemeines Lächeln schlich sich auf sein Gesicht, während er sie geringschätzig musterte.

Alexis schluckte hart. Es war zehn Minuten nach Mitternacht und ihr Geburtstag. Trevor hatte ihr die Handschellen und eine Gerte geschenkt, und ihm war anzusehen, wie sehr er sich darauf freute, beides an ihr auszuprobieren. Ihr neues Lebensjahr mit einem Streit zu beginnen, war ein beschissenes Omen. Beherzt streckte sie ihre Arme nach oben, bis ihre Fingerspitzen die Verstrebungen des Kopfteiles berührten.

„Das ist mein Mädchen.“ Seine Augen wurden wärmer, und die Zuneigung streichelte über ihre aufgewühlten Nerven. Die Schellen klickten eng zu, und sie schnitten in ihre Haut. Trevor hatte die kurze Kette um eine der Streben geführt, sodass sie wenig Spielraum hatte. Doch wenn sie still hielt, würde es gehen. Alexis spürte keine Leidenschaft, so wie sie es sich unzählige Male vorgestellt hatte, sollte sie sich einem Mann auf diese Weise unterwerfen – von ihm gefesselt, zur Hilflosigkeit gezwungen und sich seiner Gnade ergebend. Ihr Herz klopfte wie ein Trommelhase, aber nicht vor Erregung, sondern dermaßen panisch, dass ihr beinahe übel wurde. Ein lustvolles Prickeln fehlte ebenso wie eine sinnliche Vorfreude. Sie atmete tief ein und aus, um das fiese Empfinden zu kontrollieren sowie sich ein wenig zu beruhigen, hoffte, dass es besser würde, sobald Trevor sie anfasste, sie streichelte, ihr demonstrierte, dass sie ihm vertrauen konnte.

„Du siehst so geil aus, Baby.“ Trevor zog ihr das Höschen aus, und die ruckende Bewegung schmerzte an ihren Handgelenken. Jetzt war sie nackt, jedoch griff das Gefühl der Verwundbarkeit auf ihr Herz über, als hätte sie sich innerlich entblättert. Sie schloss ihre Augen und hoffte, er würde sie küssen, zuerst auf den Mund, ihren Bauch hinunter, bis er ihren Venushügel erreichte. Doch Träume waren dazu da, um zu platzen. Stattdessen legte er seine Hände auf ihre Brüste und knetete sie viel zu fest, beinahe lieblos und mechanisch. Dann hörte sie, dass er sich die Hose auszog und sich das T-Shirt über den Kopf streifte. Anschließend kniete er rittlings auf ihr, bis sein erigierter Penis ihre Lippen berührte.

„Lutsch mir den Schwanz!“, flüsterte er heiser. Er packte in ihr Haar, so grob, dass es das Quäntchen Lust vernichtete, das sich noch in ihr befunden hatte. Inzwischen war ihr zum Heulen zumute.

„Trevor, du tust mir weh.“

„Darum dreht es sich doch bei BDSM. Komm schon. Probier es aus. Hör auf dich anzustellen wie eine vertrocknete Jungfer. Oder soll ich dir die Gerte über den Leib ziehen, bis du gehorchst?“

Schweiß brach ihr auf dem gesamten Körper aus, und nur mit Mühe hielt sie die Tränen zurück. Was sollte sie tun, falls er sie knebelte? Er sie misshandelte?

Er verzog seine Mundwinkel zu einem unechten Lächeln, und sein Blick blieb gierig. „Es tut mir leid, Baby. Ich wollte nur glaubhaft in meiner Rolle erscheinen. Wir spielen doch nur. Komm schon, lass dich darauf ein. Ich benutze die Gerte nicht, versprochen.“

„Okay.“

Reiß dich zusammen, das ist Trevor, der Mann, der dich entjungfert hat, der sich als Einziger für dich interessiert hat.

Trevor war deutlich anzusehen, dass er Spaß hatte. Ob mit ihr etwas nicht stimmte? Wieso machte sich keine Lust in ihr breit, die sie überwältigte, bis sie vor Begierde bebte? Zwar zitterte sie, aber das hatte nichts mit Erregung zu tun. Mit einem innerlichen Seufzen gab sie nach, öffnete die Lippen und saugte an seiner Eichel. Trevor war so aufgeputscht, dass bereits jetzt ein Tropfen Samen herausquoll und sie die Hoffnung hegte, dass der Akt ebenso schnell vorbei wäre wie ihr Ausflug in die Welt von Dominanz und Unterwerfung. Und es würde ihre einzige Erfahrung in diesem Bereich bleiben, das wusste sie mit tödlicher Sicherheit. Gierig schob er seinen Schwanz tiefer in ihren Mund. Was sollte sie tun, wenn er zu fest zustieß? Erneute Panik wollte sich in ihr ausbreiten, doch Trevor schien es zu spüren, und er hielt sich zurück, strich ihr sogar liebevoll über die Wange. Laut stöhnend benutzte er sie und entzog sich ihr schließlich, nur um in ihrem Schoß zu Ende zu bringen, was er begonnen hatte. Sie gratulierte sich zu dem Gleitgel, das sie vorsorglich aufgetragen hatte. Alexis fühlte sich wie ein Objekt, konnte sich nicht einmal selbst streicheln, um wenigstens ein wenig Vergnügen zu empfinden. Außerdem wusste sie, dass sobald er seine Erfüllung erlangt hatte, er zu müde und schlichtweg lustlos wäre, um sie zu stimulieren, bis auch sie einen Orgasmus erreichen würde. Keuchend kam er zum Höhepunkt und küsste sie kurz auf die Lippen. Ihr war elend zumute, und sie hätte ihn am liebsten weggeschickt.

„Das war toll, Baby.“ Er entfernte die Handschellen und ging hinüber ins Bad, um sich zu waschen. Alexis starrte auf ihre Handgelenke, an denen sich deutliche Rötungen und sogar Abschürfungen zeigten. Sie hätte sich schon längst von Trevor trennen sollen, doch es war einfacher gesagt als getan. Außerhalb des Bettes war er aufmerksam ihr gegenüber, zudem war er der einzige Halt, den sie hatte. Vor langer Zeit hatte sie wirklich geglaubt, dass er für sie der Traumprinz wäre und auch, dass sie BDSM genießen würde. In ihren Fantasien hatte es sie jedes Mal erregt. Die Vorstellung, dass ein Mann sie übers Knie legte, um ihr ordentlich den Po zu versohlen, erhitzte sie sogar jetzt. Aber es war nicht Trevor, der bei ihr diesen Reiz auslöste, sondern ein Kerl aus ihren Träumen, der zufällig wie Joe Manganiello aussah, der Schauspieler, der den Werwolf Alcide in der Serie True Blood spielte. Doch sie war unbeschreiblich froh, dass Trevor davon abgesehen hatte, die Gerte an ihr auszuprobieren. Er hätte sie bestimmt verletzt, und allein der Gedanke jagte Angst über ihre Wirbelsäule. Es müsste ein Ort existieren, an dem man in sicherer Umgebung eventuelle Neigungen ausprobieren könnte. Gleichwohl war das ein Wunschtraum, genau wie die unglaublich dumme Idee, dass sie einen Orgasmus erlangen würde, wenn jemand ihr Schmerzen zufügte. Schmerz tat einfach nur weh, und gefesselt zu sein, war grauenvoll gewesen. BDSM würde es weiterhin nur in ihrer Fantasie geben. In diesem Moment hasste sie Trevor beinahe.

Lächelnd kam Trevor aus dem Bad. Er war wirklich ein Fest für die Augen mit seinem durchtrainierten Körper, den leicht verwuschelten braunen Haaren.

„Ich habe ein Geschenk für dich.“

Alexis zwang ein Lächeln auf ihr Gesicht, obwohl sie am liebsten vor Frust geschrien hätte. Er setzte sich neben ihr aufs Bett und überreichte ihr einen Umschlag. Sie spürte, dass sie erbleichte, sobald sie sah, was es war.

„Zeit, eine weitere Angst von dir zu bekämpfen. Happy Birthday.“

Es war ein Gutschein für einen Kletterpark, und sie litt an starker Höhenangst. Unbewusst griff sie nach dem roten glänzenden Stein, der an einer Silberkette um ihren Hals hing – die einzige Erinnerung an ihr früheres Leben. Trevor hatte das Schmuckstück zum Goldschmied gebracht, und der hatte es mit einer Silbereinfassung versehen.

„Jetzt sieh mich nicht so an, du wolltest weiter an dir arbeiten. Wenn ich dich nicht zwingen würde, wärst du nach wie vor das schüchterne pummelige Mädchen, das ich kennengelernt habe. Die restlichen Kilos kriegen wir noch weg....