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Erfolg durch professionelles Delegieren - So entlasten Sie sich selbst und fördern Ihre Mitarbeiter
Kapitel 4 Delegieren - der Mut zum Risiko? (S. 95-96)
Die richtige Einstellung finden
Sie stehen kurz vor der »Amtsübernahme« oder Sie sind bereits Abteilungsleiter, Führungskraft, Manager. Managen heißt: »Doing things through others«, also nicht selber machen. Daraus ergibt sich, dass ein Manager kein Macher ist im Sinne von Selbermachen, sondern jemand, der andere machen lässt. Sie kennen den Satz bereits: Wer führt, führt nicht durch – und wer durchführt, führt nicht. Genau das ist das Dilemma einer neuen Führungskraft: die Trennlinie zu finden zwischen dem, was man tut, und dem, was man lässt, weil man es andere tun lässt. Es ist ein besonders großes Problem für Fachkräfte, die zur Führungskraft ernannt wurden und sich im emotionalen Zwiespalt befinden zwischen Behalten und Abgeben. So soll es tatsächlich EDV-Leiter geben, die noch selbst programmieren, weil es ihnen so viel Spaß macht. Spätestens dann, wenn Ihr »Zu bearbeiten«-Stapel Ähnlichkeit mit dem schiefen Turm von Pisa aufweist, sollten Sie sich ernsthaft mit dem Gedanken des Abgebens anfreunden.
Wer führt, führt nicht durch – und wer durchführt, führt nicht.
Es gibt in Ihrer Abteilung viel zu tun, also fangen Sie an – abzuge ben. Trennen Sie sich von lieb gewonnenen Tätigkeiten. Aber bitte delegieren Sie nicht nur die Dinge, die Ihnen persönlich unangenehm erscheinen. Und vor allem: Delegieren Sie nicht erst »fünf vor zwölf«, nämlich dann, wenn es pressiert, sondern so rechtzeitig, dass auf beiden Seiten kein unnötiger Zeitdruck entsteht. Mitten im Orkan kann man niemandem die Navigation beibringen. Unter Zeitdruck und Stress lässt sich Delegieren nicht einüben.
Wenn Sie sich in einem pietistisch geprägten Arbeitsumfeld bewegen, in dem Fleiß als eine Haupttugend irdischen Lebens gesehen wird, dann wird das Delegieren unter Umständen als mangelnde Leistungsbereitschaft oder schlicht als Faulheit betrachtet. Oft wird sogar erwartet, dass mehr geleistet wird als gefordert – als Zeichen besonderen Fleißes. Und in Zeugnissen wird der Satz »Er konnte gut delegieren« eher als Negativmerkmal bewertet. Vielleicht müssen Sie am Anfang des Delegierens Sätze hören wie: »Sie scheinen ja nicht besonders viel zu tun zu haben, wenn Sie jeden Tag rechtzeitig nach Hause gehen können.« Lassen Sie sich von den sichtbar »Fleißigen« nicht davon abbringen, zu delegieren, was delegierbar ist. Machen Sie sich nicht zum Märtyrer. Ihr Motto heißt jetzt: »Work smarter, not harder.«
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