Suchen und Finden
Service
Mehr zum Inhalt
PERRY RHODAN-Action: Gericht der Regenten - Eine alte Macht erhebt sich – und Rhodan stößt vor ins Zentrum der Gefahr (Band Nummer 11)
3. Unterkunft beim rasenden Stern (S. 11-12)
Der Stern raste. Er drehte sich mit ungeheuerlicher Geschwindigkeit um sich selbst. Er strahlte überwiegend im ultravioletten Bereich. Ein blauweißes Licht in der Finsternis, reich an Masse und grell.
»51.700 K«, las Lok-Aurazin. Wer immer auf dem Thron der Ewigkeit saß, würde sehen, wie der Stern für einen einzigen Augenblick aufl oderte, alles überstrahlte und dann erlosch.
Lange wirst du nicht leben, dachte Lok-Aurazin. Aber was heißt schon lange? Was heißt Leben?
»Magnetfelderuption steht unmittelbar bevor«, meldete eine Computerstimme aus der KLINGE DER ERKENNTNIS. »Ausweichmanöver nicht unbedingt notwendig, aber aus Sicherheitsgründen ratsam.«
Lok-Aurazin las die Daten aus dem Holoschirm ab. Die extrem schnelle Rotation des Sterns Nerus’Thort erzeugte immer wieder imposante Magnetfelder. Aber das Feld, das sich nun aufgebaut hatte, war von singulärer Größe. Seine Explosion würde die Schutzschirme der AURATIA herausfordern.
»Wir bleiben, wo wir sind«, entschied Lok-Aurazin. »Weder tauchen wir tiefer ein, noch verlassen wir den Ortungsschatten.«
»Ich passe den Schirm vorsorglich an«, teilte die KLINGE DER ERKENNTNIS mit. Lok-Aurazin machte eine zustimmende Geste.
Für einen Moment fragte der Prim-Regent sich, warum er das Schiff und damit die gesamte Mission diesem Risiko aussetzte, mochte es auch noch so gering sein. Er warf einen kurzen Blick in die Memokugel. Sie lag warm in seiner Hand, wie ein organisches Gebilde. Als lebte etwas in ihr.
Leben ...
Auch er fand keine Antwort.
Eine magnetische Explosion ließ die AURATIA leicht vibrieren. Im Panoramaholo sah Lok-Aurazin, was geschah: Das Schiff wurde herumgewirbelt; die KLINGE DER ERKENNTNIS fi ng die chaotischen Wirbel mit schnell getakteten Steuerimpulsen auf und senkte das Schiff wieder tiefer in die brennenden Elemente der Sonne. Andruckneutralisatoren kompensierten die schockartigen Bewegungen. Nichts blieb außer der zarten Vibration.
»Zeig mir den Weg der Explosion!«, verlangte Lok-Aurazin. Der Rechner machte die magnetische Wellenfront sichtbar. Auf Dulama, dem vierten Planeten, wurden die Schirme ins All projiziert.
Dulama war eine falkanische Indus-triewelt. Nur ein paar hunderttausend Arkoniden lebten hier; sie hatten den Planeten in Maßen arkonifi ziert, mit einer importierten Biosphäre versehen und unter den Schutz ihrer Technologie gestellt. Andernfalls wäre Dulama wie die anderen sechs Planeten des Systems wiederholt von den Magneteruptionen des Gestirns sterilisiert worden.
So erspart die Sonne ihren Planeten das Leben. Anders als so viele andere Gestirne, die Leben ausbrüten. Wozu? Was bringt das Leben? Schmerz und Leid und am Ende die Erkenntnis, es aufgeben zu müssen. Nein, Nerus’Thort ist eine gnädige Sonne.
Lok-Aurazin sah zu, wie der Magnetschauer durch das System jagte und in die Schirmfelder über Dulama brandete.
Das ist der regierende Impuls des Lebens: sich selbst zu schützen. Das wollen wir alle. Die Arkoniden ebenso wie wir. Wir bauen an den Festungen des Lebens und wissen, dass sie am Ende der Tod überrollt. Darum allein geht es: das Ende hinauszuzögern. Was für ein absurdes Spiel.
Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen MwSt.; Ersparnis im Vergleich zur Printversion








