Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur eBooks für mein Endgerät anzeigen:

 

Newsletter

Rom kann sehr heiß sein

Rom kann sehr heiß sein

von: Henning Boëtius

PeP eBooks, 2003

ISBN: 9783894807764, 203 Seiten

Format: ePUB, PDF

Mac OSX,Windows PC,Mac OSX,Windows PC Bookeen Cybook Orizon,Ectaco Lite,Odys Media Book Scala,Aluratek Libre,eLyricon EBX-500.TFT,PocketBook 302,IREX Digital Reader,FlatReader,BeBook 'One',iRiver Story,Sony Reader PRS-3xx,Bookeen CyBook Opus,Hanvon/Hexaglot N518,PocketBook 301+,COOL-ER eReader,Inves-Book 600,eLyricon EBX-600.E-Ink, Bookeen CyBook Gen3 ab Rev: 1.9,Italica Reader,Sony Reader PRS-505, -6xx, -7xx,Pocketbook 360,Hanvon N516 Weltbild Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 7,99 EUR

Ersparnis: 1,01 EUR

  • Der Brigant
    Die großen Polit-Skandale
    Verdammt starke Liebe
    Transsib - von Moskau nach Peking
    Nie sollst du vergessen
    In Flammen
    Kinkerlitzchen
    Russendisko
  • Die Mühle am Fluss
    Militärmusik
    Fuchsjagd
    Die Königin von Theben
    Wen die Götter strafen
    Der Liebessalat
    Der Nachbar
    Insel Sylt
 

Mehr zum Inhalt

Rom kann sehr heiß sein


 

Kapitel 29 (S. 258-259)

Fontainebleau Sonntagmittag


»Wenigstens ist er pünktlich«, knurrte Henry Marvin, als der Citroën vorfuhr, den er zum Flughafen geschickt hatte. Er lächelte triumphierend und drückte die Hand von Monsignor Tizzani viel zu fest. Der Monsignore spürte den Schmerz, verzog aber das Gesicht nicht, sondern musterte Marvins Robe mit einem herablassenden Lächeln. »Ein Chormantel aus feinstem Cantate-Gewebe mit kostbaren Stickereien. Nicht schlecht, lieber Marvin. Sie wissen, dass er zunächst mit Kapuze als Schutz vor Regen getragen wurde und den Reichtum seines Trägers darstellte?« Tizzani deutete auf das schildförmige Nackenteil.

»Ich kenne die Geschichte dieses Kleidungsstücks sehr gut, lieber Tizzani.« Marvin überspielte die Stichelei. »In der Karolingerzeit aus der Mönchskutte entwickelt…« »Dann wissen Sie auch, dass er heute von Priestern bei liturgischen Handlungen im Freien getragen wird. Reicht Ihnen die weltliche Führung des Laienordens nicht? Wollen Sie auch noch Priester werden?« Tizzani blickte ihn verschlagen an. »Auf dem Wappen des neuen Papstes fehlt die Tiara, die Krone als Zeichen der weltlichen Macht. Mit Benedikt hat erstmals ein Papst der Neuzeit darauf verzichtet. Wollen Sie mehr als der Papst?«

Marvin unterdrückte die aufkommende Wut und beruhigte sich mit dem Gedanken, Tizzani überspiele seinen Bittgang mit Beleidigungen. Es war ein gutes Zeichen, wenn Rom so schnell auf seinen Anruf reagierte. Entgegen aller bisherigen Scheinheiligkeit waren sie gewiss brennend an seinen Funden interessiert. »Sie haben Unterstützung, lieber Marvin. Ich aber bin allein.« Tizzani nickte Eric-Michel Lavalle und Brandau zu, die abwartend hinter Marvin standen. Marvin akzeptierte den Ausweg und deutete hinter sich. »Monsieur Lavalle ist meine rechte Hand und betreut unsere anstehende Glaubensoffensive. Außerdem ist er ein Experte der Alten Sprachen. Und der liebenswürdige Thomas Brandau ist wie Sie ein Mann der Kirche. Auch er kann die Alten Sprachen lesen.

Er unterstützt das Anliegen der Prätorianer in Berlin.« »Soso.« Monsignor Tizzani warf den Kopf in den Nacken und musterte das Hauptgebäude. Das frei stehende Chateau mit seiner Renaissancefassade war Ende des 19. Jahrhunderts erbaut worden, gut siebzig Meter lang, zwanzig Meter breit und gliederte sich in fünf Bauteile. Das Chateau war an den Seiten einstöckig, dann folgten zur Mitte hin zweigeschossige Gebäudeabschnitte, die in einen deutlich schmaleren und dreigeschossigen Mittelteil übergingen. Der nach oben strebende Charakter des Gebäudes wurde durch die hohen und schmalen Fenster noch mehr unterstrichen.

Auf den Dächern der einzelnen Gebäudeteile ragten zehn Schornsteine in den Himmel. »Ihre Restaurationsarbeiten sind wirklich imposant«, murmelte der römische Kurienpriester. »Den Prätorianern angemessen«, sagte Marvin zufrieden und wies ihm den Weg. »Sie wissen, wie Ihre Gegner hierüber denken«, murmelte der Monsignore. »Ich habe keine ernst zu nehmenden Gegner!« Marvin lächelte selbstzufrieden. »Die Prätorianer sind sich einig. In Rom soll es anders zugehen…« Henry Marvin hatte vor gut einem Jahrzehnt entschieden, die europäische Zentrale der Prätorianer in Fontainebleau aufzubauen, als ihm dieses riesige Anwesen gut fünfzig Kilometer südöstlich von Paris angeboten worden war.