dummies
 
 

Suchen und Finden

Titel

Autor/Verlag

Inhaltsverzeichnis

Nur ebooks mit Firmenlizenz anzeigen:

 

Blitz-Workshops - Der Systemblitz im Fotoalltag

von: Uwe Statz

MITP Verlags GmbH & Co. KG, 2014

ISBN: 9783826684098 , 240 Seiten

Format: PDF, ePUB, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 2,99 EUR

Exemplaranzahl:  Preisstaffel

Für Firmen: Nutzung über Internet und Intranet (ab 2 Exemplaren) freigegeben

Derzeit können über den Shop maximal 500 Exemplare bestellt werden. Benötigen Sie mehr Exemplare, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.


Mehr zum Inhalt

Blitz-Workshops - Der Systemblitz im Fotoalltag


 

Kapitel 2: Groove, Schweiß und Licht – dynamische Bilder durch TTL-Blitz mit Master und Slave


2.1 »Zoomen« – Bewegung im Bild

2.2 The Smartone

2.3 Jazz oder nie

Ein Schlagzeuger (Rockmusik) ist für mich der Arbeiter unter den Musikern. Ein Gitarrist kommt durch sein Umhertreiben auf der Bühne und mit Sprüngen in das Publikum schon auch ins Schwitzen. Ein Schlagzeuger darf zwar seine Arbeit im Sitzen verrichten, muss sie aber die ganze Zeit »knüppelnd« abliefern. Deshalb gilt ihm mein ganzer Respekt und was liegt da näher, als einen Drummer bei seiner Arbeit abzulichten.

Der Profischlagzeuger Burny Schneider, ein sehr vielseitiger, wirklich guter Drummer und cooler Typ, war bereit für mein Projekt. Also beste Voraussetzungen für gute Bilder.

Zum einen wollte ich die Person in ihrer Vielfältigkeit darstellen und zum anderen auch Bewegung mit ins Bild bringen. Für mich sollte hierbei das Bild vor Schweiß nur so triefen.

Ich möchte zeigen, dass man an einem Ort die unterschiedlichsten Dinge ausprobieren und so wirklich verschiedene Wirkungen erzielen kann.

2.1  »?Zoomen« – Bewegung im Bild


Die Frage ist nun, wie bekomme ich eine Bewegung in die Aufnahme? Ein Bild ist ja nun mal eine Fixierung eines Ablaufs und kein Film, der die Bewegung wiedergibt.

Bewegung kann ich mit der Verschlusszeit im Bild steuern. Je kürzer die Belichtungszeit ist, desto kürzer ist der festgehaltene Moment und desto »eingefrorener« wird dieser zu sehen sein.

Also muss ich eine längere ?Belichtungszeit wählen. Aber in den Abschnitten am Anfang haben Sie gelesen, dass der Blitz wegen seiner extrem kurzen ?Abbrennzeit die Situation immer einfriert. Wenn ich jetzt beides kombiniere, komme ich an mein gewünschtes Ergebnis. Ich bette den Blitz in eine längere Belichtungszeit ein.

Abb. 2.1: Burny in Action – Zoomen

Einstellungen

Objektiv: 18 – 200mm bei 36mm

manuelle Belichtungseinstellung M

Blende F: 4.2, Zeit: 1,3 Sek.

Blitz: erster Verschlussvorhang

Blitzlicht

Gerät: SB-800

Blitzeinst.: Erster Verschlussvorhang

Master: TTL, –1,3 LW

Gruppe A: TTL, +1,0 LW

Gruppe B: --

Gruppe C: --

Abb. 2.2: Setup

Tipp

Wenn Sie die Belichtungsmessung im A-Modus (?Blendenvorwahl-Zeit passt sich an) wählen, sollten Sie in den Menüoptionen die längste Verschlusszeit verändern. Bei diesem Bild habe ich für meine Kamera, die Nikon D300, in den Menüoptionen die längste Verschlusszeit (für den Blitz – ?Blitzoptionen) auf 2 Sekunden gestellt. So kann ich auch auf den ersten Verschlussvorhang eine längere Belichtungszeit wählen.

Den Blitz stelle ich so ein, dass er auf den ersten ?Verschlussvorhang zündet. Das bewirkt, dass nach der Scharfstellung auf die Person gleich der Blitz ausgelöst wird und danach das ?Restlicht durch die lange Belichtungszeit mit eingefangen wird. Würde ich in umgekehrter Reihenfolge vorgehen, also auf den zweiten Vorhang belichten, so löst der Blitz am Ende der Belichtung aus und ein exaktes Scharfstellen der Person wäre kaum kontrollierbar.

Um den Effekt der Streifenbildung zur Bildmitte und der verkleinerten Darstellung des Drummers im Hintergrund zu ermöglichen, habe ich während des Belichtungsvorgangs die Brennweite des Objektivs verändert. Diesen Vorgang nennt man »Zoomen«.

Nach der Fokussierung löste ich die Kamera, ziemlich nahe am Drummer, mit der Hand (kein Stativ) aus. Darauf folgte gleich das Blitzlicht. Dies alles bei Brennweite 32mm. Nun drehte ich, während die Belichtung noch in vollem Gange ist, die Brennweite Richtung 18mm (Weitwinkel). Die Drehung in »Weitwinkelrichtung« bewirkt zum einen die Streifenbildung zum Bildmittelpunkt und zum anderen die nochmalige Abbildung des Drummers. Durch mein Verwackeln (lange Belichtungszeit) ist er unscharf und durch das Zoomen verkleinert dargestellt.

Ich habe einen Blitz (Nikon SB900) mit einer ?Softbox (Lastolite Ezybox) auf einem Stativ verwendet (Drummer 12 Uhr, Kamera 5 Uhr, Softbox 8 Uhr). Auf der Kamera hatte ich einen weiteren Blitz (Nikon SB 800) als Master befestigt. Am Master stellte ich den Softboxblitz/Hauptlicht auf TTL +1,0 LW ein. Der ?Masterblitz auf der Kamera sollte nur ein wenig das Motiv von vorne aufhellen. Am Master benutzte ich einen Rayflash-?Ringblitzadapter. Dieser macht das Licht weicher und »umhüllt« das Objektiv mit Licht.

Abb. 2.3: Ringblitzadapter mit Blitz

Abb. 2.4: Ringblitzadapter in Aktion

Den benutze ich immer dann, wenn auch ein wenig Licht aus der Objektivachse gefragt ist. Ja, ich weiß, dass Sie schon öfter gehört haben, dass Sie den Blitz nicht auf der Kamera lassen sollen. Wenn Sie nur eine Lichtquelle benutzen, ist das Licht aus der Objektivachse kommend wirklich das langweiligste (?flaches Licht, ohne Konturenbetonung). Wenn Sie mehrere Lichtquellen einsetzen, sieht die Sache schon anders aus. Mit mehreren Blitzen können Sie besser modellieren und Akzente setzen. Doch nun wieder zurück zu unserer Szene.

Die Einstellung des Masterblitzes nahm ich auf TTL –1,3 LW vor.

Abb. 2.5: Dynamik durch Kamerabewegung

Einstellungen

Objektiv: 18 – 200mm bei 31mm

manuelle Belichtungseinstellung M

Blende F: 5, Zeit: 1,3 Sek.

Blitz: erster Verschlussvorhang

Blitzlicht

Gerät: SB-800

Blitzeinst.: Erster Verschlussvorhang

Master: TTL, –1,3 LW

Gruppe A: TTL, +1,0 LW

Gruppe B: --

Gruppe C: --

Beim zweiten Bild verwende ich die gleichen Blitzeinstellungen, jedoch mit leicht veränderten Belichtungseinstellungen. Die Kamera war auf einem ?Stativ montiert. Während der Belichtung wurde nicht gezoomt, sondern die gesamte Kamera leicht nach unten bewegt.

Das Endergebnis ist bei solchen Langzeitbelichtungen nie genau vorhersehbar, aber nach einiger Übung kann man sehr beeindruckende Bilder aufnehmen. Also ich kann den Schweiß förmlich riechen.

Noch ein Bild mit Drumaction.

Das Bild sollte so aussehen, als ob der Schlagzeuger bei einem Liveauftritt fotografiert wurde. Hier habe ich auch wieder den Rayflash-?Ringblitzadapter auf den Masterblitz der Kamera gesteckt. Diesen aber um 0,7 LW abgesenkt, somit nur zum Licht-»Einhauchen« verdammt. Außerdem benutze ich ein 8 – 16mm-Objektiv, also ein ?Extremweitwinkel. Mit solch einem Objektiv kann ich sehr, sehr viel Raum auf dem Bild aufnehmen. Um dies einzugrenzen, gehe ich sehr nah an mein Motiv heran. Und hier brauche ich auch Licht, dieses kann ich unter Umständen aber nicht so nah an einem arbeitenden Drummer positionieren. Deshalb benutze ich bei diesen Momenten einen Ringblitzadapter.

Die Gruppe A bildet wie schon bei den vorangegangenen Bildern die Ezybox. Diese habe ich auf unverändert eingestellt. Von rechts oben kommt nun ein ?Diffusor, das Skylite-small, zum Einsatz. Hieran habe ich, mit universell einsetzbaren Klemmen (?Superclamps), zwei Blitze befestigt und der Gruppe B zugeordnet. Zwei Blitze deshalb, weil ich hier das meiste Licht haben wollte. Durch den großen Diffuser werden die kleinen Blitze zum »Flächenstrahler«. Durch die Fläche und deren Zerstreuung wird das Licht schön weich. Der Gruppe C habe ich einen Blitz zugeteilt, der einen Bühnenscheinwerfer imitieren sollte. Den Blitz betreibe ich manuell, denn wenn er auf TTL eingestellt wird, dann wird die Automatik ein wenig irritiert werden. Diese merkt anhand der Messblitze, uii, hier kommt ja viel zu viel Licht direkt in das Objektiv. Nun versucht der Master, diesen Blitz nur ganz schwach blitzen zu lassen, was aber nicht meinen gewünschten Effekt ergibt. Deshalb stelle ich solche ?Effektlichter immer auf den manuellen Modus. So geben sie keine ?Messblitze ab, sind nicht bei der TTL-Messung beteiligt und leuchten konstant im eingestellten Wert. Dieser Blitz betont stark die rechte Seite des Drummers.

Abb. 2.6: Setup

Abb. 2.7: Der Drummer – das »Tier«

Einstellungen

Objektiv: 8 – 16mm bei 16mm

manuelle Belichtungseinstellung M

Blende F: 5.6, Zeit: 1 Sek.

Blitz: erster Verschlussvorhang

Blitzlicht

Gerät: SB-800

Blitzeinst.: Langzeitsynchronisation

Master: TTL, –0,7 LW

Gruppe A: TTL, 0 LW

Gruppe B: TTL, 0 LW

Gruppe C: M x 1/4

...