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Ressourcenorientierte Arbeitswirtschaft

Ressourcenorientierte Arbeitswirtschaft

von: Matthias Langner

DUV Deutscher Universitäts-Verlag, 2007

ISBN: 9783835054509, 364 Seiten

Format: PDF, OL

Mac OSX,Windows PC Apple iPad, Android Tablet PC's Online-Lesen für: Linux,Mac OSX,Windows PC

Preis: 52,99 EUR

Ersparnis: 6,96 EUR

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Ressourcenorientierte Arbeitswirtschaft


 

1 Einleitung (S. 1)

1.1 Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit

Qualifikationen und Motivationen der Mitarbeiter lassen sich als ihre individuellen Personalvermögen interpretieren, die in einem arbeitsvertraglich vereinbarten Rahmen einem Unternehmen zur Nutzung in Form von „personaler Arbeit" zur Verfügung gestellt werden. Hierbei sind oft unterschiedliche „Perspektiven" zu beobachten: So sieht z. B. derjenige, der die Arbeit vollbringt – also „arbeitet" – den Prozess wie auch das Ergebnis seiner Tätigkeit möglicherweise völlig anders als der, der sie in Auftrag gegeben und sich im Gegenzug zur Zahlung eines Entgeltes verpflichtet hat.

Der Prozess der Arbeit – oder konkreter der „personalen Arbeit" – ist ein anthropologisches Phänomen. Dieses hatte zur Folge, das es schon früh zum Gegenstand wissenschaftlicher Überlegungen wurde. Hierbei ist es möglich, die personale Arbeit aus vielfältigen Perspektiven zu betrachten. Dies impliziert somit eine Reihe unterschiedlicher Erkenntnisobjekte des immer gleichen Erfahrungsobjektes „Arbeit".

Will man sich dem Erfahrungsobjekt „Arbeit" – denn es ist unstrittig, dass man „Arbeit" wahrnehmen, also mit seinen Sinnen „erfahren" kann – aus Sicht der Betriebswirtschaftslehre bzw. enger fokussiert der Personalwirtschaftslehre nähern, dann ist es notwendig, sich mit dem Arbeitsbegriff zu beschäftigen. Grundlage dieser Arbeit bildet die These, dass erst durch das Schaffen von arbeitswirtschaftlichen Voraussetzungen ein optimaler Einsatz des Personalvermögens möglich ist. Mit diesem Vermögen gilt es zu wirtschaften, d. h. es wird davon ausgegangen, dass sich der durch den Einsatz des Personalvermögens eröffnende Handlungsspielraum im Sinne der unternehmerischen Zielsetzung zu gestalten und zu steuern ist.

Die Gestaltung und Steuerung dieses Handlungsspielraumes im Sinne des PV-Einsatzes impliziert jedoch, dass es neben der strikten Beachtung der Unternehmensziele auch eines systematisch aufbereiteten Handlungsgerüstes bedarf. Dieser nach außen eher unsichtbare „Konstruktionsplan" verführt in der verkürzenden Betrachtung von Input- wie Outputgrößen häufig zu der Annahme, dass Systeme mehr sind, als die Summe ihrer Teile. In diesem Zusammenhang jedoch wird die Grundlage durch antizipative Funktionen der Systemführung für Handlungen gelegt, die zur entsprechenden Zielerreichung führen sollen.

Im Rahmen einer solchen Kon- zeption ist hierbei der eklatante Unterschied des Personalvermögens zum Sachvermögen zu berücksichtigen, da durch die Substitution von Personalvermögen durch Sachvermögen die Motivationskomponente ausgeschaltet werden kann. Der Prozess des „Wirtschaftens" – verstanden als Überwindung von Knappheitsrelationen – hat zur Folge, dass zunehmend eher das Personalvermögen als Engpassfaktor im unternehmerischen Leistungserstellungsprozess angesehen werden kann.

Aus dieser Entwicklung heraus lässt sich ein arbeitswirtschaftliches Erkenntnisinteresse als Teilbereich der Betriebswirtschaft bzw. der Betriebswirtschaftslehre begründen. Ausgangspunkt der Begründung eines arbeitswirtschaftlichen Erkenntnisinteresses ist ein derzeit noch nicht weit verbreitetes vorherrschendes operationales ökonomisches Verständnis, das sich auf das Erfahrungsobjekt der personalen Arbeit im Unternehmen bezieht.

Die Integrierung personaler Arbeit in den betriebswirtschaftlichen Kontext liegt dem PV-Konzept nach ORTNER zugrunde. Erst durch diese Grundlage personalwirtschaftlichen Handelns ist es möglich, unabhängig von anthropologischen, psychologischen und sozialen Vorbehalten personalwirtschaftlich die Bereitstellung des Personalvermögens und arbeitswirtschaftlich den Einsatz des Personalvermögens betrachten zu können.

Die Fragestellung im Hinblick auf eine optimale Nutzung des Personalvermögens ist auch hinsichtlich der Wechselseitigkeiten mit dessen Erweiterung, im Sinne der internen Bildung durch Personalentwicklung, wie auch der Sicherung von unternehmerisch notwendigen Qualifikationen und Motivationen und ebenfalls mit einer evtl. erforderlichen Dequisition bislang noch nicht formuliert und beantwortet worden.