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Filmen mit der Systemkamera - Faszinierende Fotos mit der Canon EOS M; Fujifim X-Pro, Nikon 1, Olympus PEN und OM-D, Panasonic Lumix, Pentax Q, Samsung NX oder Sony NEX

von: Hendrik Roggemann

MITP Verlags GmbH & Co. KG, 2014

ISBN: 9783826685248 , 200 Seiten

Format: PDF, ePUB, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

Windows PC,Mac OSX geeignet für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen für: Windows PC,Mac OSX,Linux

Preis: 2,99 EUR

Exemplaranzahl:  Preisstaffel

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Filmen mit der Systemkamera - Faszinierende Fotos mit der Canon EOS M; Fujifim X-Pro, Nikon 1, Olympus PEN und OM-D, Panasonic Lumix, Pentax Q, Samsung NX oder Sony NEX


 

Kapitel 7: Richtig belichten


Wie im Kapitel zum Histogramm bereits angedeutet, ist die »richtige« Belichtung nicht immer eindeutig zu definieren, weshalb die Automatik oft an ihre Grenzen stößt. Nicht alle Motive sind mit einer »mittleren« Belichtung? gut bedient. Es gibt Motive, die einfach heller oder dunkler sind als »mittel«. Klassische Beispiele sind die Braut im Hochzeitskleid vor einem weißen Gebäude oder der Schornsteinfeger vor einem dunklen Hintergrund. Eine automatische Belichtung würde beide Motive mittelgrau darstellen, was ihnen nicht gerecht wird.

Ein Fall für das erfahrene Auge des Filmers ist auch ein Motiv mit hohem Tonwertumfang, also extremen Schatten und Lichtwerten, die der Sensor der Kamera nicht komplett aufnehmen kann. Hier muss man sich für den Bereich entscheiden, in dem sich das Hauptmotiv befindet.

Befindet sich der Protagonist des Films gerade im sonnigen Bereich der Straße, sollte man darauf die Belichtung einstellen und ggfs. die Schattenbereiche »absaufen« lassen. Spielt die Handlung unter dem Sonnendach im Schatten, belichtet man auf die Szene im Schatten und nimmt in Kauf, dass die sonnige Straße im Hintergrund überbelichtet wird.

Ein Ausweg aus dieser Zwickmühle führt über die Gestaltung des Lichts, indem man dunkle Bereiche der Szene mit Leuchten oder Reflektoren aufhellt oder sehr sonnige Bereiche mit Abschattern abdunkelt. Das funktioniert natürlich nur bei gestellten Szenen, die man planen und beeinflussen kann. Und selbst das kann in eine ziemliche Materialschlacht ausarten, was dazu beiträgt, Film aufwendig und teuer werden zu lassen.

Filmt man jetzt eine Person, die sich nun eine Straße mit sonnigen und schattigen Stellen entlangbewegt, ist es sinnvoll, sich für die wichtigere Belichtung zu entscheiden, also in der Sonne oder im Schatten. Oder man lässt die Person zweimal laufen und belichtet einmal auf die hellen und einmal auf die dunklen Partien und schneidet dann beim Wechsel von einem Bereich in den anderen auf die jeweils richtig belichtete Spur (Aufnahme).

Sie können gerne auch einmal ausprobieren, was die Kameraautomatik so veranstaltet, wenn man die Person durch Sonne und Schatten gehen lässt. Es wird aller Voraussicht nach ziemlich unruhig, vielleicht sogar flackerig und tendenziell grau wirken. Aber der eigene Versuch lehrt immer am meisten. Und wenn Sie dieses Buch zu einem Zeitpunkt lesen, an dem die Kameratechnik das Thema schon besser beherrscht, lohnt sich der Versuch erst recht.

7.1  Fehlt nur noch der ISO-Wert


Über den ISO-Wert steuert man die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors. Er ist so etwas wie der grundsätzliche Lautstärkeregler für die Belichtung. Das heißt, ein hoher ISO-Wert verstärkt das Signal und das Bild wird heller. Ein niedriger ISO-Wert verstärkt weniger und das Bild wird dunkler. Immer unter der Voraussetzung, dass alle anderen Einstellungen, also Blende und Belichtungszeit, gleich bleiben. Wenn Sie das ausprobieren und sich an der Bildhelligkeit nichts ändert, haben Sie wahrscheinlich noch ein Automatikprogramm aktiviert, sodass die Kamera Ihre ISO-Einstellung? mit Blende und/oder Belichtungszeit kompensiert.

Die ISO-Werte, die man an Systemkameras einstellen kann, reichen von 100 (oder 200 je nach Kameramodell) bis 6400 oder noch höher.

Allerdings verhält sich das mit dem ISO-Wert auch ein bisschen wie bei einem alten Radio. Wenn man den Sender nicht besonders gut empfängt und lauter dreht, rauscht es. Rauschen gibt es auch im Bild, nämlich Bildrauschen, das man sehen kann, wenn man bei schlechten Lichtverhältnissen mit hohen ISO-Werten fotografiert oder filmt. Wie stark dieses Rauschen ausfällt, hängt von der Qualität der Kamera ab. Mit den meisten aktuellen Systemkameras kann man relativ gut bis ISO 1600 arbeiten, ohne dass das Rauschen allzu sehr auffällt.

Abb. 7.1: In diesem Bild (einer Ausschnittvergrößerung) sieht man deutlich das Bildrauschen, besonders in den dunklen Bereichen bei ISO 6400.

Auch der ISO-Wert ist nicht völlig willkürlich und stufenlos einstellbar, sondern genau wie die Blende und die Belichtungszeit in der Regel in Verdoppelungen oder Halbierungen. Manchmal sind auch kleinere Schritte einstellbar (das sind dann wieder die Drittelstufen), aber auch die werden beim manuellen Belichten häufig ausgelassen, weil man mit den ganzen Stufen besser rechnen kann.

Wenn man den ISO-Wert um eine ganze Stufe verändert (also eine Verdoppelung oder Halbierung des ISO-Wertes), hat das die gleiche Wirkung auf die Belichtung wie eine Veränderung von Blende oder Belichtungszeit um eine Stufe.

Während man beim Fotografieren aber häufiger die Belichtungszeit ändert und den ISO-Wert eher gleich lässt, arbeitet man beim Filmen öfter mit dem ISO-Wert, weil man bemüht ist, die Belichtungszeit gleich zu lassen, damit der Film nicht ungleichmäßig wirkt. Das ist zumindest die Grundregel. Aber auch die muss man manchmal ignorieren.

Für die beste Bildqualität mit dem geringsten Bildrauschen arbeitet man idealerweise mit dem niedrigsten ISO-Wert, also 100 oder 200 je nach Kamera. Hier bekommt der Sensor das meiste Licht von außen und kann die Signale optimal verarbeiten.

Reicht das Licht nicht aus, um korrekt zu belichten, muss man den ISO-Wert schrittweise erhöhen. Zum Beispiel wenn man abends filmt oder in Innenräumen mit künstlicher Beleuchtung.

Nun kennen Sie alle Parameter der Kamera, um die Belichtung korrekt manuell einzustellen.

7.2  Zusammenfassung der idealen Belichtungsparameter


Theoretisch haben wir die gleiche Flexibilität wie beim Fotografieren. In der Praxis beachtet man aber die Regel mit der (möglichst) gleich bleibenden Belichtungszeit beim Filmen, was die Einstellungsmöglichkeiten einschränkt.

Ideale Werte zum Filmen bei Tageslicht sind also: ISO 100/200 – Belichtungszeit 1/50 bzw. 1/60 (doppelte Bildrate) und Blende je nach gewünschter Schärfentiefe.

Ist das Licht für die gewünschten Werte zu hell, würde man idealerweise einen passenden Graufilter dabeihaben, der das überschüssige Licht abhält.

  • Erste Vereinfachung wäre ein variabler Graufilter, der allerdings nicht vollständig neutral ist, da er Farbkontraste verstärkt.

  • Zweite Vereinfachung wäre eine aufgelockerte Handhabung der Belichtungszeitregel. (Das ist bisher meine Wahl, um flexibel und schnell arbeiten zu können.)

In den nächsten beiden Kapiteln wollen wir ein bisschen mit der Belichtung spielen, um mit den Wechselwirkungen der Parameter besser vertraut zu werden. Graufilter lassen wir aus der Betrachtung mal weg, weil man die gerade am Anfang häufig noch nicht (dabei) hat.

Wer sich mit manueller Belichtung schon besser auskennt, kann diese Abschnitte überspringen.

7.3  Belichtung halten bei konstanter Bl?ende


Beim Filmen ist es häufig gewünscht, zwei Einstellungen einer Szene mit der gleichen Blende zu filmen. Oder zwei unterschiedliche Szenen über eine gemeinsame Blende (und damit Schärfentiefe) visuell zu verbinden.

Nehmen wir also an, Sie haben eine Szene mit Blende 11 gefilmt und möchten auch die nächste Szene mit dieser Blende filmen. Schon auf dem Display sehen Sie aber, dass das Bild ein ganzes Stück zu hell würde und auch das Histogramm zeigt die Helligkeitsverteilung deutlich zu weit rechts.

Wie bekommen Sie das Bild dunkler, ohne die Blende zu verändern?

Dazu müssen Sie erstmal die anderen Belichtungsparameter an der Kamera kontrollieren.

Beispiel: ISO 800, Belichtungszeit 1/125, Blende 11

Um das Bild von hier aus eine Stufe dunkler zu bekommen, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. ISO von 800 auf 400 verstellen. Die Halbierung bewirkt die Abdunklung des Bildes um eine Stufe. Gleichzeitig ist ein niedrigerer ISO-Wert auch gut für die Bildqualität (weniger Bildrauschen).

  2. Die Belichtungszeit auf 1/250 Sekunde verringern. Die Halbierung der Belichtungszeit bewirkt ebenfalls, dass das Bild um eine Stufe dunkler wird.

Alternative 1 wäre hier mein Favorit, weil der niedrige ISO-Wert ein besseres Bild macht und wir bei Alternative 2 schon ein ganzes Stück von der fürs Filmen bevorzugten Belichtungszeit abweichen. Wenn es keine besseren Alternativen gibt, mache ich das, ohne zu zögern. Aber hier gibt es eine bessere Alternative.

7.4  Belichtung halten bei konstanter Belichtungs?zeit


Eine andere Herausforderung ist das Halten einer bestimmten...